Werder-Mitgliederversammlung 2021

„Raus aus dem Rattenrennen“ und ein „wirklich gelebter Campus“ - Marco Bodes letzte Werder-Ideen provozieren letzten Beifall

Marco Bode hat sich bei der Mitgliederversammlung 2021 des SV Werder Bremen als Aufsichtsrats-Vorsitzender verabschiedet - und bekam stehende Ovationen.
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Marco Bode hat sich bei der Mitgliederversammlung 2021 des SV Werder Bremen als Aufsichtsrats-Vorsitzender verabschiedet - und bekam stehende Ovationen.

Bremen – Am Ende seiner Rede empfing Marco Bode etwas, womit im Vorfeld der Mitgliederversammlung nicht zu rechnen war. Keine faulen Eier, keine Beleidigungen, nur wenige Buh-Rufe – nein, der Vorsitzende des Aufsichtsrates des SV Werder Bremen wurde von der Mehrheit der knapp tausend Teilnehmer mit lang anhaltendem Beifall aus dem Amt verabschiedet. Mit Standing Ovations sogar. „Das war sehr bewegend. Vielen Dank an alle“, sagte der 52-Jährige, der neun Jahre dem Aufsichtsrat angehört hat, sieben davon als dessen Vorsitzender, und der nach dem Abstieg den Entschluss fasste, nicht mehr kandidieren zu wollen.

Eine lange Zeit hat der Ex-Profi an der Spitze des Vereins gestanden. Lange genug, um Zukunftsthemen erfolgreich auf den Weg zu bringen. Dass Werder Bremen aber am Ende dieser neun Jahre in einer tiefen sportlichen und noch tieferen finanziellen Krise steckt, rückt seine Amtszeit in das Zwielicht des Scheiterns. Was Marco Bode aber nicht daran hinderte, dem Club in der eigenen Abschiedsrede noch ein paar Ratschläge zu überlassen. Er nannte es „Thesen, die erklären sollen, was mich in den Jahren geleitet hat“.

Werder Bremen: Marco Bode über die Werder-Familie und die Suche nach einem Strategischen Partner

Marco Bode fordert vom SV Werder Bremen eine „Bereitschaft zur Erneuerung“. Innovative Idee umsetzen, Strategien entwickeln, aber dabei niemals die eigene Identität opfern. Bode nutzte die Wiederholung einer seiner umstrittensten Aussagen, um seine Überzeugung ein letztes Mal kundzutun. „Werder muss auch Werder bleiben, wenn es um seine Werte und Haltung geht. Mir wird im Leben niemand einreden können, dass die Werder-Familie etwas Schlechtes sein könnte“, sagte er. Das ging unter anderem an die Adresse der „Kein-weiter-so“-Kritiker, die – gemessen am Applaus für Bode – auf der Mitgliederversammlung nicht sonderlich stark vertreten waren.

Ein Dauerbrenner in neun Jahren Bode war das Thema Strategischer Partner. Dem neuen Aufsichtsrat wünscht der ehemalige Nationalspieler mehr Erfolg bei der Umsetzung. Seine Idee jetzt: Ein Partner aus dem Bereich ganzheitliche Bildung könnte zu Werder Bremen passen. Ein Partner, mit dem das Thema Leistungszentrum vorangetrieben werden kann. „Eine wirklich gelebte Campus-Idee mit der Stadt und weiteren Akteuren des Sports – das wäre für Bremen und für Werder ein tolles Zukunftsprojekt.“

Verfolgt die Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen: Marco Bode wird mit Applaus als Aufsichtsrats-Vorsitzender verabschiedet

Außerdem der finale Punkt: „Raus aus dem Rattenrennen“ – das ist Bodes ernstgemeinte Forderung. In dem sich immer schneller drehenden Strudel aus Geldbeschaffen und Geldausgeben brauche Werder Bremen feste Leitplanken und eine klare Orientierung. Nicht alles mitmachen, aber für mehr Gerechtigkeit im Fußball kämpfen – das ist der SV Werder, wie Bode ihn sich vorstellt. Die Ziele: „50+1 für alle oder keinen. Gerechtere Verteilung der TV-Gelder. Ausgabebeschränkungen, Beschränkung von Berater-Honoraren. All diese Kämpfe sind schwer zu gewinnen und trotzdem muss man sie weiterkämpfen.“

Es sind Ausblicke in die Zukunft von einem Mann, für den die Arbeit in verantwortlicher Position bei Werder Vergangenheit ist. Marco Bode hat als Spieler bei Werder Legenden-Status erreicht. Im Moment seines Abschieds sagen die harten Fakten aus, dass er selbiges als Aufsichtsrat nicht geschafft hat. Dennoch verabschiedeten ihn die Mitglieder mit mehr als nur einem höflichen Applaus. Ein Mitglied versuchte gar, Bode umzustimmen und ihn zum Weitermachen zu bewegen. Doch bei allen Ideen und unerledigten Projekten – es ist definitiv Schluss: „Ich möchte meine Entscheidung nicht mehr korrigieren.“ Auch von der Vorschlagsliste zur Wahl des Ehrenrats ließ sich der Ex-Profi umgehend wieder streichen. (csa/kni/dco) Auch interessant: Werders Zahlen - Auf dem Schuldenberg wächst die Zuversicht!

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