„Wir können da nur gemeinsam herauskommen“ / Freiburg-Zeit als Mutmacher

Makiadi glaubt fest an die Wende – und an Dutt

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Cedric Makiadi (Bild) hat mit Robin Dutt als Trainer schon mal eine schwere Krise durchlebt – in Freiburg ging es damals gut aus. Makiadi glaubt an eine Wiederholung mit Werder.

Bremen - Robin Dutt wackelt gewaltig. Wenn Werder am Freitag (20.30 Uhr) das Heimspiel gegen den 1. FC Köln nicht gewinnt, dürfte seine Zeit als Bremer Trainer nach knapp 16 Monaten abgelaufen sein. Doch es gibt Hoffnung – meint einer, der den 49-Jährigen von allen Bremern am besten kennt: Mittelfeldmann Cedric Makiadi (30). Er hat beim SC Freiburg zwei Jahre mit Dutt zusammengearbeitet (2009 bis 2011) und dort eine ähnlich schwierige Situation wie die aktuelle durchlebt. Im Pressegespräch gab sich Makiadi gestern zuversichtlich, dass Werder und Dutt die Kurve kriegen.

Wie haben Sie sich von der 0:6-Klatsche beim FC Bayern erholt?

Cedric Makiadi: Die ersten zwei Tage waren natürlich sehr schmerzhaft. Das ist klar, wenn man so verdroschen wird. Daran hat man zu knabbern. Aber jetzt müssen wir im Kopf umschalten und den Fokus auf Köln legen. Das ist ein ganz, ganz wichtiges Spiel.

Wir schwer ist es, umzuschalten?

Makiadi: Wir müssen es schaffen und eine Distanz zum vergangenen Wochenende gewinnen, sonst macht dich das im Kopf kaputt.

Reden Sie deshalb in der Mannschaft momentan mehr miteinander?

Makiadi: Wir reden schon die ganze Saison viel miteinander, nicht erst jetzt. Und wir haben als Team schon viel miteinander unternommen. Wir funktionieren als Mannschaft. Aber nun muss man eigentlich nicht mehr großartig reden. Jeder weiß, worauf es am Freitag ankommt.

Extrem wichtig ist ein Erfolg auch für den Trainer. Wie erleben Sie Robin Dutt in der Krise?

Makiadi: Der Trainer ist im Umgang genauso wie in den Wochen zuvor – er spricht nicht mehr oder weniger mit den Spielern. Für ihn ist es natürlich nicht einfach, er war genauso frustriert wie wir alle. Nach dem Bayern-Spiel wurde Tacheles geredet. Und dann hat er uns vermittelt, jetzt die volle Konzentration auf Köln zu legen. Wir können da nur alle gemeinsam rauskommen – der Trainer hat unseren Rückhalt. Er hat den Hebel umgelegt und lebt uns eine positive Energie vor. Das färbt ab.

Wie sieht dieses „Vorleben“ genau aus?

Makiadi: Er redet uns stark. Er versucht, aus unseren Köpfen hervorzuholen, was vor München war. Dass wir ordentlichen Fußball gespielt haben, nur eben die Punkte fehlten.

Spielt Werder gegen Köln auch für Trainer?

Makiadi: Das ist mir zu platt. Und es würde im Umkehrschluss ja bedeuten, dass wir vorher nicht für den Trainer gespielt haben. So ist es nicht. Wir spielen als Mannschaft, um Köln zu schlagen und Punkte zu holen.

Sie kennen Dutt schon einige Jahre und haben mit ihm in Freiburg auch schon mal harte Zeiten durchlebt.

Makiadi: Ja, wir hatten in meinem ersten Jahr dort (in der Saison 2009/2010, Anm. d. Red.) gemeinsam eine ähnliche Situation wie jetzt – mit einer Serie nicht gewonnener Spiele. Aber wir haben es geschafft, uns zu befreien. Der Trainer hat an seinem Stil festgehalten und uns da rausgeholt.

Intensives Training am Dienstag

Kann Dutt das auch diesmal gelingen?

Makiadi: Ich traue es ihm zu. Er kennt eine solche Situation von damals, das ist nichts Neues für ihn. Er weiß damit umzugehen.

Wie gehen Sie in der Mannschaft mit der Trainerdiskussion um?

Makiadi: Wir reden gar nicht darüber. Was berichtet wird, interessiert uns nicht. Wir wollen unser Ding machen und endlich drei Punkte für den Verein holen.

Bisher ist Werder ohne Sieg – wie groß ist der Druck am Freitag?

Makiadi: Der Druck wird immer größer, klar. Aber Nervosität hat hier nichts zu suchen, das wäre das falsche Signal. Wenn man nur ängstlich ist, wird einem nichts gelingen. Man muss auch eine gewisse Vorfreude entwickeln.

Muss man in der Vorbereitung auf ein so wichtiges Spiel auch mal etwas anders machen? Etwa ein Kurztrainingslager ansetzen?

Makiadi: Es ist eine spannende Frage, ob man den Rhythmus der vergangenen Wochen beibehält. Oder ob man etwas ändert – der Trainer hat sich dagegen entschieden. Und meiner Meinung nach macht ein Kurztrainingslager gerade auch keinen Sinn. Damit ist nicht garantiert, dass wir das Spiel gewinnen. Oft ist es Aktionismus, den man in solchen Fällen betreibt. Es ist wichtig, dass die Mannschaft auf dem Platz gut zusammenarbeitet. Und wenn ein Trainer dieses Gefühl hat, gibt es auch keinen Anlass für ein Kurztrainingslager oder Aktionen dieser Art.

Im vergangenen Jahr hat Werder nach einem 0:7 gegen die Bayern zwar noch ein Mal verloren (2:3 in Berlin), dann aber gegen Leverkusen die Kurve gekriegt (1:0). Wie viel Hoffnung kann man daraus saugen?

Makiadi: Was im letzten Jahr war, sollten wir aus den Köpfen kriegen. Es wird nicht automatisch wieder so laufen. Köln wird ein sehr hartes Stück Arbeit. Die Kölner haben gerade Dortmund geschlagen und Selbstvertrauen pur. So kommen sie hierher. Für uns geht es darum, den Resetknopf zu drücken und eine gute Leistung zu zeigen.

mr

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