Werder im Abstiegskampf

„Druck ist da, ganz klar“ - Gegen Mainz 05 steht Werder Bremen erneut ein Schicksalsspiel bevor

Nach der 1:4-Niederlage beim BVB steht Werder Bremen unter Druck: Die Partie gegen Mainz 05 am Mittwoch ist ein Schicksalsspiel.
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Nach der 1:4-Niederlage beim BVB steht Werder Bremen unter Druck: Die Partie gegen Mainz 05 am Mittwoch ist ein Schicksalsspiel.

Bremen - Kleine Quizfrage gleich zu Beginn: Wer erinnert sich noch an den 4. November 2018 und daran, wie es Werder Bremen an diesem Tag ergangen ist? These: Ohne nachzuschlagen vermutlich niemand. Und das ist wahrlich keine Schande. Per se war dieser frostig-kalte, ja durch und durch handelsübliche Sonntag nämlich nicht über die Maßen denkwürdig. Erst heute, knapp zweieinhalb Jahre später, erscheint er im Rückblick plötzlich in einem anderen Licht – eben weil er so herrlich unspektakulär war. Die Auflösung: Damals sind Werder Bremen und Mainz 05 in der Bundesliga gegeneinander angetreten – und bis heute ist es das letzte Duell gegen diesen Gegner, in dem es für die Bremer nicht um sehr, sehr viel oder fast schon um alles ging.

Eine 1:2-Auswärtsniederlage am 10. Spieltag. Nicht schön, aber auch nicht dramatisch. Und schon gar nicht richtungsweisend, was sich über die bis dato vier Partien danach gegen Mainz 05 wahrlich nicht mehr sagen lässt. Vielmehr bilden sie eine Art fußballerische Drama-Serie, die am Mittwochabend, 20.30 Uhr, ihre Fortsetzung mit Teil fünf finden wird. „Für uns ist es ein brutal wichtiges Spiel“, betonte Sportchef Frank Baumann einen Tag nach der 1:4-Niederlage des SV Werder Bremen bei Borussia Dortmund.

Werder Bremen nach 1:4-Niederlage beim BVB im Schicksalsspiel gegen Mainz 05 unter Druck

Das Duell beim BVB, für Werder Bremen war es am Sonntag die letzte Chance, um dafür zu sorgen, dass der Druck vor dem folgenden Heimspiel gegen Mainz 05 nicht noch größer wird, als er es nach zuvor vier Liga-Pleiten am Stück ohnehin schon gewesen wäre. Nutzen konnte sie die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt nicht, weil Dortmund letztlich 16 starke Minuten ausreichten, um noch vor der Pause aus einem 0:1 ein 3:1 zu machen und damit den Grundstein für den letztlich vollkommen verdienten Heimsieg zu legen. „Wir haben 75 Minuten lang ordentlich Fußball gespielt, sind aber trotzdem sehr sauer und unzufrieden, weil wir in 16 Minuten alles weggeschenkt haben“, hielt Kohfeldt nach dem Abpfiff fest, ehe er noch im Medienraum des Dortmunder Stadions den Schlussstrich unter das Spiel zog: „Das habe ich jetzt einmal so gesagt, und jetzt ist es abgehakt. Wir werden uns voll auf Mittwoch konzentrieren.“ Auf einen Tag, den Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz im Vereins-TV am Montag so umriss: „Druck ist da, ganz klar.“ Kein Wunder, es geht ja auch mal wieder gegen Mainz.

Ihren Anfang nahm besagte Drama-Serie im März 2019, aus Bremer Sicht damals noch positiv: Mit einem 3:1-Erfolg am 27. Spieltag wahrte sich Werder Bremen die Chance auf Europa, während die folgenden drei Duelle in einer anderen Tabellenregion spielten. Das 0:5-Heimdebakel gegen Mainz 05 am 16. Spieltag der Saison 2019/2020, von dem einige Fans bis heute Albträume haben sollen, mag tabellarisch noch verkraftbar gewesen sein, gilt aber seitdem als Bremer Menetekel des sportlichen Niedergangs, der im Rückspiel derselben Saison seinen Höhepunkt finden sollte. Nach dem 1:3 in Mainz war Werder nämlich schon etwas mehr als nur gefühlt abgestiegen und benötigte am Ende Schützenhilfe und Glück, um den Klassenerhalt über die Relegation doch noch zu schaffen, was das nächste Duell mit Mainz überhaupt erst ermöglichte. Nämlich jenen wichtigen 1:0-Sieg aus der Hinrunde der laufenden Serie, der Werders Absturz in den Tabellenkeller abwendete. Genau das soll nun am Mittwoch wieder gelingen, auch wenn die Vorzeichen schlecht stehen.

Werder Bremen gegen Mainz 05 unter Druck - Florian Kohfeldt: Noch kein Finale

Während Werder Bremen mit dem Rucksack von fünf Niederlagen am Stück in das Duell geht, kommen die Mainzer nach der Absetzung des Hertha-Spiels nicht nur mit frischen Beinen nach Bremen, sondern ganz nebenbei auch als fünftbestes Team der Rückrunde, das seit fünf Spielen ungeschlagen ist. „Uns ist natürlich bewusst, dass wir gegen eine sehr gute Mainzer Mannschaft spielen, die es in der Rückrunde wirklich hervorragend umsetzt“, sagte Fritz, ehe er von den Bremer Profis „100 Prozent Fokus“, „Kampf“, „Intensität“ sowie „mannschaftliche Geschlossenheit“ einforderte. Und quasi als Mutmacher für den Kampf gegen den Abstieg anfügte: „Es ist ein Vorteil, dass wir es nach wie vor aus eigener Kraft schaffen können.“ Mit einem Sieg gegen Mainz 05 (28 Zähler) könnte Werder Bremen das eigene Punktekonto auf 33 ausbauen, was in der Tat für Entspannung sorgen und die Niederlagenserie relativieren würde.

Trainer Florian Kohfeldt kommt es deswegen gelegen, dass nach dem 1:4 von Dortmund nur zwei Tage bis Mittwoch bleiben. Nutzen möchte er die Zeit für viele Gespräche mit der Mannschaft und einzelnen Spielern, und die Botschaft dabei ist klar: „Der Schlüssel ist, sich bewusst zu sein, dass es ein sehr wichtiges Spiel ist, aber trotzdem selbstbewusst zu bleiben“, sagte Kohfeldt. Ein Finale sei die Partie für den SV Werder Bremen aber nicht. Dafür aber der nächste Teil einer ziemlich spannenden Serie. (dco) Auch interessant: In unserem TV-Guide erfahrt ihr, wie ihr das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Mainz 05 live im TV und im Livestream sehen könnt.

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