Werder-Talent feiert besonderes Debüt

Plogmann auch ohne „Papa“ Drobny souverän

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Luca Plogmann im Testspiel am 16. Juli gegen den VfL Osnabrück.

Osnabrück/Bremen - Auf dem Platz agierte er ganz cool, auch in der anschließenden Medienrunde wirkte Werder-Keeper Luca Plogmann nicht sonderlich nervös. Er sprach nur etwas leise.

Hatte ihn sein erster Profi-Einsatz also doch mehr beeindruckt, als zu sehen war? „Die Anspannung war schon höher als sonst“, gestand der erst 17-Jährige nach dem 3:0-Testspielsieg beim VfL Osnabrück: „Hier waren schon mehr Zuschauer als bei der U19.“

Fast 5.000 Zuschauer hatten an der Bremer Brücke ein ganz besonderes Debüt gesehen – und viele dürften sich gewundert haben: Wer ist dieser Plogmann? Die Antwort ist ganz einfach: Werders großes Torwart-Talent, vielleicht sogar das größte seit langer Zeit. Wenngleich solche Superlative immer gefährlich sind. 

Auch Felix Wiedwald und Sebastian Mielitz wurde als Eigengewächsen eine große Zukunft im Werder-Tor vorausgesagt. Nun spielt der eine (Wiedwald) bei Leeds United in der zweiten englischen Liga und der andere beim dänischen Erstligisten Sönderjyske.

Jiri Pavlenka Werders Nummer 1 

Werders Nummer eins heißt Jiri Pavlenka. Der 25-Jährige wurde für eine Ablöse von drei Millionen Euro vom tschechischen Meister Slavia Prag geholt. Michael Zetterer (22) ist als Ersatzmann vorgesehen, Oldie Jaroslav Drobny (37) als Notnagel – und Plogmann als Lehrling. Eine Beförderung, die dringend notwendig war. 

Denn auch andere Bundesligisten wie zum Beispiel Borussia Dortmund waren heiß auf den U17-Nationalkeeper, doch Werder bot – unter anderem mit dem frühen Aufstieg zu den Profis – die beste Perspektive. Dabei hilft offenbar auch Drobny. „Er nimmt mich schon mal an die Seite“, berichtete Plogmann – und fügte durchaus ehrfurchtsvoll an: „Er ist ja 20 Jahre älter als ich.“

Luca Plogmann bei Werder Bremen

Ausgerechnet beim Profi-Debüt fehlte Drobny aber an Plogmanns Seite. Wegen einer allergischen Reaktion auf einen Wespenstich war der Tscheche schon nach Bremen gereist. Aber auch so lief alles glatt für den neuen Mann im Werder-Tor. „Mein erster Profi-Einsatz war schon etwas Besonderes für mich. Ich bin zufrieden“, sagte Plogmann und gönnte sich ein kleines Lächeln. 

Der Hinweis, er habe mit einer Glanztat gegen den allein vor ihm aufgetauchten Kwasi Okyrere Wriedt durchaus für Aufsehen gesorgt, machte ihn ein bisschen verlegen. „Ich freue mich immer, wenn ich etwas zu tun bekomme“, wich er ein bisschen aus, gestand dann aber noch: „Es ist alles gut, wir haben ja zu Null gespielt.“

„Luca hat sein Talent bestätigt.“

Die Verantwortlichen waren nicht überrascht vom souveränen Auftritt des Nachwuchsmannes. „Das hat sich schon im Trainingslager angedeutet“, meinte Trainer Alexander Nouri. Und Sportchef Frank Baumann stellte wie selbstverständlich fest: „Luca hat sein Talent bestätigt.“

Seine Geschichte ist dabei eine ganz besondere. Mit sieben Jahren wechselte er von Habenhausen zum SV Werder, erst mit 15 Jahren wurde er Torwart. Eine schwierige Entscheidung, schließlich wird ihm nachgesagt, dass er es auch als Spieler in die Bundesliga hätte schaffen können. Andererseits machen ihn seine fußballerischen Qualitäten nun zu einem ganz besonderen, einem sehr modernen Keeper. 

Die heutige Generation im Tor spielt mit und bolzt nicht nur die Bälle weg. Plogmann macht das so gut, dass er auch für Deutschland spielen darf. Mit der U17-Auswahl schaffte er es im Mai bei der EM bis ins Halbfinale. Bei Werders U17, die erst im Finale um die deutsche Meisterschaft von den Bayern gestoppt wurde, gehörte er zu den Leistungsträgern.

Jetzt ist Plogmann, der ganz nebenbei noch sein Abitur gemacht hat, schon bei den Profis – aber nur zur Ausbildung. Spielen wird er in der U19. Das ist für die Entwicklung ganz wichtig. Genauso wie ausreichend Erholung. Der 17-Jährige freute sich auf die Rückkehr nach Bremen und die beiden freien Tage: „Richtig kaputt bin ich zwar nicht, aber vom Kopf her bin ich schon etwas müde.“

Quelle: DeichStube

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