Lorenzen will seinen „eigenen Weg gehen“

Selke als Vorbild – aber nur ein bisschen

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Beine hoch im Mini-Strandkorb? Melvyn Lorenzen faulenzt nicht, erfüllt nur Fotografenwünsche.

Neuruppin - Immer, wenn es um ihn geht, geraten Trainer Viktor Skripnik und Sportchef Thomas Eichin geradezu ins Schwärmen. Von Melvyn Lorenzen halten die beiden eine ganze Menge. Der extrem schnelle Stürmer, in der Vergangenheit von Verletzungen gebeutelt, soll in der Zukunft ein ganz wichtiger Mann bei Werder werden.

Einerseits genießt der 20-Jährige die Wertschätzung: „Es fühlt sich richtig gut an, wenn alle bei Werder auf mich bauen.“ Andererseits weiß er, dass Lob auch Druck erzeugt. Und dem will er sich so gut es geht entziehen: „Klar will ich mich weiterentwickeln. Aber an erster Stelle steht, dass ich gesund bleibe.“

Drei Operationen am rechten Knie musste Lorenzen in seiner noch jungen Karriere bereits über sich ergehen lassen, in der Rückrunde setzte ihn ein Außenmeniskusriss lange außer Gefecht. Nun kann und will er wieder angreifen. „Ich habe in der Sommerpause viel für mein Knie gemacht. Es fehlt zwar noch eine ganze Menge, aber ich habe jetzt in der Vorbereitung ausreichend Zeit, mir Fitness und Rhythmus zu holen. Momentan ist das Gefühl wirklich gut.“

Schön für Lorenzen, schön für Werder. Denn einen Stürmer mit seinen Sprinter-Qualitäten („Die Schnelligkeit war bei mir irgendwie von Anfang an da“) können die Bremer bestens gebrauchen. Bleibt es bei der aktuellen Angreifer-Konstellation, wäre Lorenzen aber wohl erst mal die Nummer drei hinter Franco Di Santo und Neuzugang Anthony Ujah. Das sieht er auch selbst so, sagt über den neuen Konkurrenten: „Ich freue mich, dass Anthony da ist. Von ihm kann ich viel lernen. Seine Erfahrung spricht für ihn.“ Ujah hat 106 Spiele in der zweiten (62) und ersten Liga (44) gemacht, Lorenzen erst fünf im deutschen Oberhaus.

Wie sich das schnell ändern kann, hat ein Ex-Kollege gezeigt. Davie Selke (inzwischen bei RB Leipzig) explodierte in der vergangenen Saison förmlich, wurde Stammspieler und schoss neun Tore. „Wenn es bei mir so läuft wie bei Davie, wäre das nicht schlecht“, meint Lorenzen, der weitere Vergleiche mit Selke jedoch scheut: „Ich will meinen eigenen Weg gehen und gucke auf mich.“

mr

11 gegen 11 am Vormittag

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