Werder-Profi beim Wolfsberger AC

Romano Schmid: Statt fad wurde es fantastisch

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Werder-Profi Romano Schmid ist bis zum Sommer an den Wolfsberger AC verliehen.

Wolfsberg/Bremen – Der Schuss war eine glatte „1“. Hart, platziert, schnurgerade. Genau neben dem Pfosten schlug der Ball ein – einfach perfekt. Und es war ein Tor, das am Wochenende nicht nur den 3:1-Sieg des Wolfsberger AC gegen SKN St. Pölten auf den Weg brachte, sondern das auch für große Erleichterung bei Romano Schmid sorgte. Endlich wieder getroffen – die Werder-Leihgabe hat darauf sehr lange warten müssen.

„Es fiel mir ein richtiger Stein vom Herzen. Ich habe die letzten Wochen beinhart gearbeitet und habe mir dieses schöne Tor echt verdient“, sagte der 19-Jährige. Nach den Wechselturbulenzen im Winter scheint er nun wieder Fuß zu fassen in der österreichischen Bundesliga.

21 Monate bis zum zweiten Bundesliga-Treffer

Rückblende: Es war der 30. Juli 2017 – ein Tag, der Romano Schmid Schlagzeilen in jedem Sportteil jeder österreichischen Zeitung einbrachte. Der kleine Mittelfeldspieler, in seiner Heimat als „Supertalent“ gepriesen, hatte für Sturm Graz beim 3:2-Auswärtssieg über Austria Wien getroffen. 

Und die Medien feierten den ersten Bundesliga-Torschützen, der im neuen Jahrtausend geboren wurde. Um den damals erst 17 Jahre alten Schmid entstand sogar ein kleiner Hype, den er in der Folge aber nicht bestätigen konnte. Von Sturm Graz wechselte er zu Liga-Primus RB Salzburg, wurde aber ins Farmteam FC Liefering in die zweite Liga abgegeben. Von dort verpflichtete ihn Werder und reichte ihn bis zum Saisonende an den Wolfsberger AC – kurz WAC – weiter. So vergingen beinahe 21 Monate, ehe auf den ersten Bundesliga-Treffer der zweite folgte.

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„Das erste Tor war richtig lässig“, hatte Schmid noch unlängst der „Kleinen Zeitung“ gesagt, aber jetzt sei es auch „höchste Zeit, dass mir wieder Tore gelingen. Sonst wird‘s fad‘“. Gesagt, getan. Und statt fad' wurde es fantastisch – jedenfalls für den Moment des Torschusses und des Jubels danach.

Christian Ilzer, Trainer des Wolfsberger AC, freute sich hinterher über den erkennbaren Fortschritt bei seinem Leihspieler und lobte ausführlich dessen Verhalten. „Romano hat verstanden, dass er immens viel investieren muss. Er ist ein harter Arbeiter, der sich im Kopf weiterentwickelt und der bei interner Konkurrenz nicht zerbricht, sondern sich dieser stellt. Er ist auf einem guten Weg.“ Und zwar auf dem Weg, die Hürde vom Talent zum Profi zu nehmen. Nochmal Ilzer: „Jetzt wird sich entscheiden, ob er durchgeht oder ob es schwierig wird. Er muss eine Durchsetzungskraft entwickeln, denn im Nachwuchs geht ein Talent oft spielend durch. Nun gibt es Widerstand und große Konkurrenz.“

Entsprechend holprig war der Neustart für Schmid gewesen. Startelf im ersten Spiel, dann Joker, Bank, Joker, Joker, nun wieder Startelf inklusive Traumtor. „Ich denke, dass ich das Vertrauen voll erfüllt habe und hoffe, dass es so weitergeht“, sagte Schmid nach dem Match gegen St. Pölten. Acht Spieltage sind in Österreich noch zu absolvieren, acht weitere Chancen also, sich zu zeigen.

Werder hat Schmid nur bis zum Saisonende ausgeliehen. Wo es danach für den offensiven Mittelfeldspieler weitergeht, ist noch völlig offen. In Bremen aber eher nicht. Schmid soll noch eine weitere Saison woanders Erfahrungen sammeln – so der ursprüngliche Plan. 

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Kohfeldt: „Schmid ein Spieler, der perspektivisch sehr spannend werden kann“

Irgendwann ist der nur 1,68 Meter große Techniker aber ein Kandidat, an der Weser das Erbe von Max Kruse anzutreten. Coach Florian Kohfeldt sieht in dem jungen Österreicher jedenfalls einen Spieler, „der perspektivisch sehr spannend werden kann. Er ist ein Kreativspieler im klassischen Sinne. In der Raute auf der Zehn würde er sich am wohlsten fühlen.“

Bis Schmid aber „Werder-Reife“ erlangt hat, dauert es noch. Und um überhaupt so weit zu kommen, muss er spielen - nicht ab und zu, sondern regelmäßig, nach Möglichkeit immer. Er weiß das, denn er hat schon zu spüren bekommen, dass der Ruf des „Supertalents“ eigentlich nichts wert ist, eigentlich sogar mehr belastet als nützt. „Mit 16 habe ich es gern gehört“, sagte er der „Kleinen Zeitung“, „da war mir nicht klar, welcher Druck auf einem lastet. Jetzt ist mir bewusst, dass ich andere Leistungen bringen muss, als andere Spieler mit 19. Es ist ein Verlangen, das ich versuche, umzusetzen. Nur ein Talent sein, bringt einem gar nichts.“ Es gehören auch Tore dazu - vorzugsweise solch schöne wie jenes am Wochenende.

Quelle: DeichStube

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