Suspendierter Werder-Streik-Profi

Sane: Zuflucht USA?

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Eine Rückkehr zu Werder gibt es für Streik-Profi Lamine Sane nicht mehr.

Bremen. Liegt die Lösung in den USA? Nach übereinstimmenden Medienberichten steht der bei Werder Bremen suspendierte Innenverteidiger Lamine Sane vor einem Wechsel zu Orlando City SC aus der Major League Soccer.

Ein US-Portal berichtet bereits, dass sich der 30-Jährige mit dem Club aus Florida einig sei, aus Frankreich kommt zudem die Meldung, dass Sane ablösefrei wechseln wird. Die Saison in der MLS beginnt Anfang März, das Transferfenster ist dort noch bis zum 1. Mai geöffnet.

Orlando City könnte also zur Zuflucht für Sane werden. Beim SV Werder hat er nach eineinhalb Jahren in Grün und Weiß, in denen er 40 Pflichtspiel-Einsätze absolvierte, keine Zukunft mehr. Weil der in Frankreich geborene Senegalese zwei Trainingseinheiten unentschuldigt verpasst hatte, wurde er suspendiert, darf nur noch individuell trainieren und hat keinen Kontakt mehr zur Mannschaft. Ein angestrebter Wechsel zum französischen Erstligisten FC Metz war Ende Januar trotz schon bestandenen Medizinchecks gescheitert. Angeblich konnte sich Sane nicht mit dem Club einigen. Werder-Sportchef Frank Baumann hatte zuletzt mehrfach betont, dass es für Sane kein Zurück ins Bundesliga-Team geben wird. Sein Vertrag in Bremen läuft noch bis zum Saisonende.

Orlando City gehört nicht zu den besten Adressen

Jetzt also Orlando, jetzt also die MLS? Sehr viel mehr bleibt dem Abwehrspieler nicht mehr übrig. Die meisten sportlich und finanziell attraktiven Ligen haben ihre Transferphase bereits beendet. Lediglich Russland und China blieben zuletzt noch übrig - und eben die USA. Orlando City gehört dort allerdings nicht zu den besten Adressen. Das Team wurde in der vergangenen Saison vorletzter der Eastern Conference und spielte im Rennen um die Playoffs keine Rolle. Ob sich Sane ausgerechnet auf diesem Niveau für einen Platz im WM-Kader des Senegal empfehlen kann? Eben dies galt immer als sein Ziel. Sehr wahrscheinlich ist es jedoch nicht, dass er es noch erreichen wird.

Am 9. Februar hat Lamine Sane seinen Spind im Weserstadion. 

Dass Sane nun ablösefrei wechselt, war einerseits ob der Gesamtlage zu erwarten gewesen, entspricht aber nicht dem, was Frank Baumann im Sinn hatte. Seine nur wenige Wochen alte Aussage: „Wir werden ihn nicht verschenken. Warum sollten wir einen Spieler, der in den letzten zwölf Jahren in verschiedenen europäischen Ligen Stammspieler war, ohne Not verschenken, nur weil er zweimal nicht zum Training gekommen ist?“

Lamine Sane: Seine Karriere in Bildern

Lamine Sane wechselte in der Sommerpause 2016 ablösefrei von Girondins Bordeaux zu Werder Bremen.
Lamine Sane wechselte in der Sommerpause 2016 ablösefrei von Girondins Bordeaux zu Werder Bremen. © gumzmedia
Lamine Sane
Knapp sieben Jahre kickte der Senegalese in Bordeaux und absolvierte dort 189 Erstligaspiele. Seine Karriere hatte er bei US Lormont begonnen, danach spielte er für Stade Bordelais und dem RCO Agde bevor er zu Lormont zurückkehrte. © imago
Für Sane ist es der erste Ausflug in Deutschlands höchster Spielklasse.
Für Sane ist es der erste Ausflug in Deutschlands höchster Spielklasse. © gumzmedia
Bei Werder soll er die Innenverteidigung stärken.
Bei Werder soll er die Innenverteidigung stärken. © gumzmedia
Bei seinem Bundesliga-Debüt verlor Werder jedoch mit 0:6 in München.
Bei seinem Bundesliga-Debüt verlor Werder jedoch mit 0:6 in München. © gumzmedia
Lamine Sane
Schon in seiner ersten Saison war Sane direkt Stammspieler, lief in 28 Partien für die Bremer auf.  © Gumz
Lamine Sane
Zwei Mal musste er kurz pausieren, weil ihn ein Außenbandanriss im Knie und Adduktorenprobleme plagten. © Gumz
Lamine Sane
Auch in der folgenden Saison 2017/18 war Sane in Werders Innenverteidigung gesetzt.  © Gumz
Lamine Sane
Und auch das Verletzungspech wiederholte sich, drei Spiele Pause wegen Knieproblemen. © Gumz
Lamine Sane
Den Senegal repräsentierte Sane zwischen 2010 und 2015 in 35 Länderspielen. © imago
Sane spielte nach dem Trainerwechsel von Alexander Nouri zu Florian Kohfeldt keine große Rolle mehr. Das passte dem Innenverteidiger nicht. © Gumz
Er war im Januar an zwei Tagen unentschuldigt dem Training ferngeblieben, woraufhin Werder ihn suspendiert hat.
Er war im Januar an zwei Tagen unentschuldigt dem Training ferngeblieben, woraufhin Werder ihn suspendiert hat. © gumzmedia

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Quelle: DeichStube

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