In Werders Abwehr hat der 30-Jährige die Chefrolle übernommen

Sane sorgt für Sicherheit

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Vom Trainer gibt es Sonderlob für Lamine Sane.

Bremen - Etwas übertrieben war die Aktion schon, aber genau darauf hatte er es angelegt.

Werder-Training, ein paar Tage her: Lamine Sane hatte gerade ein Tor erzielt, keinen Treffer per Fallrückzieher, keinen Flugkopfball, ein ganz normales Tor – und setzte prompt zu einem überschwänglichen Jubellauf an. Die Arme nach links und rechts vom Körper weggestreckt hüpfte der 1,92-Meter-Mann auf und ab, ehe er für einen kurzen Moment wie eine Statue in Siegerpose verharrte: Sane, der Große, der Unantastbare, der nicht nur verteidigen, sondern auch Flanken ins Tor wuchten kann.

Dann machte sich der 30-Jährige auf den Weg zurück zu seinen Teamkollegen, klatsche Hände ab, ließ sich auf die Schulter hauen. Es war ein Bild, das vor allem eines vermittelte: Leichtigkeit. Anders als in der Vorsaison ist Sane derzeit verletzungsfrei, das Knie hält. In dieser Verfassung trägt er den Bärenanteil daran, dass die Bremer Dreierkette nach dem Ausfall von Niklas Moisander trotzdem gut funktioniert.

Lamine Sane feiert sich selbst.

Drei Spiele hat Werder in der laufenden Bundesliga-Saison absolviert, drei Mal stand Sane vom An- bis zum Abpfiff auf dem Platz. Seine Werte: mehr als ordentlich. Von den 57 Pässen des Senegalesen kamen 87,7 Prozent an, von seinen 49 Zweikämpfen hat er 71,4 Prozent gewonnen. In Berlin trat Sane zuletzt derart zuverlässig auf, dass sich Werders Trainer Alexander Nouri hinterher veranlasst sah, seinem Innenverteidiger ein Sonderlob auszusprechen und die grundsätzliche Bedeutung Sanes für Werders Defensive hervorzuheben. „Im Zentrum hat er eine unglaublich hohe Präsenz und gewinnt wichtige Duelle“, sagte Nouri, der froh darüber ist, endlich mit einem vollkommen fitten Sane planen zu können.

„Ich freue mich, dass er im Moment verletzungsfrei ist"

In der vergangenen Saison hatte der Abwehrspieler regelmäßig mit dem Mannschaftstraining ausgesetzt, um sein Knie zu schonen. Im August 2015, ein Jahr vor seinem Wechsel von Girondins Bordeaux nach Bremen, hatte sich Sane an dem Gelenk operieren lassen. Beschwerdefrei war er danach trotzdem nicht. Zwar reichte es, um Woche für Woche in der Liga auf dem Platz zu stehen. Zwischen den Spielen wurde das Knie aber immer wieder dick und musste geschont werden. Während sich die Teamkollegen draußen auf dem Platz auf den kommenden Gegner vorbereiteten, schuftete Sane individuell im Kraftraum. Für die nötige Feinabstimmung der Abwehr war es nicht gerade förderlich, dass der zentrale Mann in der Dreierkette regelmäßig nicht mittrainieren konnte. Das hat sich nun geändert.

Im Spiel gegen Bayern München verteidigt Sane gegen Robert Lewandowski.

„Ich freue mich, dass er im Moment verletzungsfrei ist und im normalen Trainingsrhythmus dabei ist“, sagte Nouri, für den Sane seit dem 8. Juli sogar noch wichtiger geworden ist als ohnehin schon. An jenem Tag zog sich Abwehrchef Niklas Moisander im Testspiel gegen Ajax Amsterdam einen Muskelfaserriss zu, der ihn bis heute zum Pausieren zwingt. Vor Oktober rechnet Werder nicht mit der Rückkehr des 31-Jährigen, der fest für den linken Part in der Dreierkette eingeplant war.

Führungsrolle ist an Sane gegangen

Auf dem Papier ist es Milos Veljkovic, der Moisander ersetzt, indem er dessen Position übernommen hat. Die Führungsrolle des fehlenden Finnen ist jedoch an Sane gegangen. Zwar besitzt er nicht die gleiche Qualität im Aufbauspiel wie Moisander – die präzisen Zuspiele aus der hintersten Reihe fehlen derzeit im Bremer Spiel –, dafür hat er aber das Organisieren übernommen. Sane hat sich erst kürzlich selbst als sehr kommunikativen Typen beschrieben. Seit Moisanders Ausfall ist er hinten tatsächlich der Wortführer.

Die zentrale Position in der Dreierkette verlangt von ihm, dass er links und rechts aushilft, so es erforderlich ist. Da sowohl Robert Bauer (spielte in der Vorsaison auf der rechten Halbposition) als auch Veljkovic (wechselte in der Dreierkette von rechts nach links) seit dem ersten Spieltag neue Aufgaben haben, schadet die Hilfe aus der Mitte erst recht nicht. „Er sichert die Innenverteidiger an seiner Seite gut ab“, freut sich Nouri – und bringt es auf den Punkt: „Lamine ist ein wichtiger Spieler für uns.“

Und so einer darf bei Werder auch mal ein ganz normales Tor im Training feiern, als hätte er gerade einen Titel gewonnen.

Lest auch: Die DeichStube besucht Torsten Frings - und für den läuft es in Darmstadt richtig gut.

Mehr aus der NachrichtenStube: Werder lehnt Kollektivstrafen weiterhin ab.

Das wichtigste ist aber: Werder ist voll Sympathisch.

Quelle: DeichStube

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