Wie läuft es bei Delaney, Belfodil und Co.?

Werder-Abgänge: Fünf Ex-Bremer spielen um die Meisterschaft

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Ishak Belfodil kämpft bei 1899 Hoffenheim um seinen Platz, Thomas Delaney steht in Dortmund fast immer in der Startelf.

Bremen – Von Arne Ewald. Österreich, Schweiz, Niederlande, Deutschland, Belgien, Türkei, Kasachstan, Griechenland. Wohin hat es die ehemaligen Werder-Profis verschlagen? Und wie läuft es sportlich bei ihnen? Besser als bei Werder? Wir haben recherchiert, wie die insgesamt 14 Ex-Bremer sich bei ihren neuen Clubs schlagen.

Am besten läuft es derzeit bei Thomas Delaney. Der Mittelfeldmotor, der Werders starke Rückrunde in der letzten Saison vorangetrieben hat, steht mit Borussia Dortmund auf Platz eins der Fußball-Bundesliga. Auch in der Gruppe A der UEFA Champions League stehen die Borussen auf dem ersten Platz. Und der 27-jährige Däne hat, trotz großer Konkurrenz im BVB-Mittelfeld, einen großen Anteil am Erfolg der Mannschaft. Trainer Lucien Favre setzte ihn in 13 von 17 möglichen Spielen ein. Delaney gelangen bisher drei Vorlagen.

Nicht viel schlechter steht es gegenwärtig um Werders Ex-Kapitän Zlatko Junuzovic. Der 31-jährige Mittelfeldmann ist aktuell mit Red Bull Salzburg Spitzenreiter in Österreichs Bundesliga. Die Salzburger haben nach gerade einmal 14 Spielen bereits 12 Punkte Vorsprung auf Platz zwei und stehen auch in der laufenden Europa-League-Saison mit vier Siegen aus vier Spielen auf Platz eins. Junuzovic hat in dieser Saison insgesamt 17 Pflichtspiele absolviert und dabei zehn Scorerpunkte gesammelt. Der Österreicher ist also maßgeblich an dem Aufschwung seiner neuen Mannschaft beteiligt.

Belfodil pendelt zwischen Startelf und Bank

Ishak Belfodil kommt bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Julian Nagelsmann in fast jedem Spiel zum Einsatz. Weil der Hoffenheimer Coach aber viel rotiert, ist Belfodil ein Pendler zwischen Startelf und Bank. Belfodil absolvierte bisher 12 Spiele, schoss drei Tore in der Bundesliga und bereitete einen Treffer vor. In der Champions League erzielte der Stürmer Anfang Oktober gegen Manchester City sein erstes Tor.

Jerome Gondorf war zu Beginn der Bundesliga-Saison 2018/19 Stammspieler beim SC Freiburg. Der 30-Jährige fehlte bis zum siebten Spieltag nur einmal (aufgrund von Krankheit). Gegen den VfB Stuttgart erzielte er sogar einen Doppelpack. Vor dem achten Spieltag zog sich der Mittelfeldmann dann allerdings einen Muskelfaserriss zu. Nach seiner Genesung nominierte ihn Trainer Christian Streich zuletzt zwei Mal hintereinander nicht für den Kader.

Lennart Thy (r., mit Galatasaray-Trainer Fatih Terim) kämpft in der Türkei gegen den Abstieg.

Ulisses Garcia spielt derzeit mit Young Boys Bern um die Meisterschaft in der Schweiz. Die Mannschaft steht 14 Punkte vor dem zweitplatzierten FC Basel. In der Champions League sind die Young Boys in der Gruppe H gegen Juventus Turin, Manchester United und FC Valencia bislang jedoch weitgehend chancenlos und befinden sich abgeschlagen auf Platz vier. Mit neun Einsätzen im Schweizer Liga- und Pokalwettbewerb spielt Garcia in Bern eine weitaus größere Rolle als in Bremen. In dieser Saison erzielte der Linksverteidiger schon zwei Tore und bereitete weitere zwei Treffer vor.

In der Türkei spielt Lennart Thy. Der 26-jährige Stürmer steht mit Büyüksehir Belediye Erzurumspor auf dem vorletzten Platz der Süper Lig und kämpft gegen den Abstieg. Thy kommt in der noch jungen Saison bisher auf neun Einsätze (sieben in der Liga, zwei im Pokal). Auf mehr Spielzeit als in Bremen bringt er es beim Verein aus dem türkischen Osten allerdings allemal.

Eilers scheitert wohl auch in Griechenland

Yuning Zhang hat für Werder nicht ein einziges Pflichtspiel absolviert. Beim niederländischen Erstligisten ADO Den Haag läuft es bisher auch nicht besser. Der 21-jährige Chinese fiel in der laufenden Saison bisher wegen eines Bänderanrisses am Sprunggelenk aus.

Justin Eilers steht bei Apollon Smyrnis in der ersten griechischen Liga unter Vertrag. Die Mannschaft steht mit nur einem Punkt abgeschlagen auf dem letzten Platz. Eilers war dem Ruf des Ex-Bremers Valerien Ismael gefolgt, doch der Coach hatte dort aufgrund von vereinsinternen Differenzen schon frühzeitig seinen Hut genommen. Eilers spielte nur im ersten Saisonspiel und stand anschließend in elf weiteren Spielen nicht einmal mehr im Kader. Das Projekt Griechenland dürfte gescheitert sein.

Eilers nach Ismael-Abgang kaltgestellt

Für Royal Antwerpen läuft es gut in der belgischen Liga, für Sambou Yatabare aber immer schlechter.

Leon Guwara hat bei Werder den Übergang von der U23 zu den Profis nicht geschafft, war in den vergangenen Jahren nach Darmstadt und Kaiserslautern ausgeliehen. Jetzt will er es in der Eredivisie beim FC Utrecht packen. Und das schien zunächst zu klappen. Bei den Niederländern stand er elf Spiele in Folge in der Startelf. Jetzt gab es einen Knacks. Die letzten drei Ligapartien spielte er gar nicht mehr. Insgesamt scheint sich der Wechsel aber gelohnt zu haben. Utrecht steht im gesicherten Mittelfeld der Tabelle.

Der einstige Bremer Problem-Spieler Sambou Yatabare war bereits in der vergangenen Saison zu Royal Antwerpen ausgeliehen, im Sommer hatten ihn die Belgier fest verpflichtet. In der aktuellen Saison spielt Yatabare um die internationalen Plätze, wer weiß, vielleicht sogar um die Meisterschaft. Zurzeit befindet sich die Mannschaft auf dem dritten Tabellenplatz. Yatabare bestritt insgesamt acht von 15 Ligaspielen. Er stand zuletzt jedoch in sechs aufeinanderfolgenden Spielen nicht im Kader. Schwer abzusehen, wie es für Yatabare weitergeht.

Kleinheisler hat in Astana eine Heimat gefunden

Fallou Diagne, vergangene Saison an den FC Metz ausgeliehen, steht seit Sommer bei Konyaspor aus der ersten türkischen Liga unter Vertrag. Nachdem der 29-jährige Senegalese zu Beginn der Saison nicht im Kader stand, hat er sich inzwischen zu einer festen Größe in der Innenverteidigung entwickelt und in den letzten fünf Spielen gespielt. Seine Mannschaft befindet sich im Tabellenmittelfeld.

Im Januar 2016 wechselte der Ungar Laszlo Kleinheisler an die Weser. Er konnte sich in Bremen jedoch nicht durchsetzen und wurde bereits nach einem halben Jahr wieder verliehen. Zunächst an Darmstadt 98, dann an Ferencvaros Budapest und schließlich an den kasachischen Erstligisten FC Astana, der ihn nun im Sommer auch fest verpflichtete. Da die Saison in Kasachstan bereits im März beginnt, kommt Kleinheisler in der laufenden Saison schon auf 36 Einsätze. Astana ist Spitzenreiter in der Liga und ein heißer Titelkandidat. Die Kasachen spielen in der Europa League und stehen dort ebenfalls auf Platz eins in der Gruppe K.

Robert Bauer hat sich nach schwerem Start in die Startelf des 1. FC Nürnberg gespielt.

Rechtsverteidiger Robert Bauer spielt seit dem Sommer auf Leihbasis beim Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg. Nachdem er es zu Beginn der Saison teilweise nicht mal in den Kader der „Clubberer“ schaffte, hat er die letzten vier Partien allesamt von Anfang bis Ende gespielt. Die Tendenz ist also positiv.

Der 20-jährige Niklas Schmidt ist bis zum Saisonende an den Drittligisten Wehen Wiesbaden ausgeliehen. Die Hessen sind zuletzt in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den Hamburger SV ausgeschieden. In der Liga befinden sie sich im gesicherten Mittelfeld. Zu Beginn der Saison tat sich Schmidt noch schwer: Er wurde häufig nur spät eingewechselt oder stand nicht im Kader. In den letzten beiden Ligapartien spielte er allerdings als hängende Spitze durch, traf in beiden Spielen und bereitete zwei weitere Tore vor.

Für zwei Jahre ist Luca Zander im Sommer 2017 zum FC St. Pauli ausgeliehen worden. Wenn nicht verletzt, ist Zander als Rechtsverteidiger beim Zweitligisten gesetzt. Aber da schlummert ein Problem: Ende der vergangenen Saison hat der 23-Jährige bereits viel gefehlt, in der aktuellen Saison kommt er erst auf zwei Einsätze.

Quelle: DeichStube

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