Werder ist sich mit dem Torwart schon einig

Lässt Frankfurt Wiedwald ziehen?

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Eintracht-Profi Felix Wiedwald

Bremen/Belek - Eigentlich stellt sich gar nicht mehr die Frage, ob Felix Wiedwald das Werder-Tor hütet, sondern nur noch, ab wann. Und diese Entscheidung trifft allein Eintracht Frankfurt. Die Hessen müssen überlegen, ob sie den 24-Jährigen schon jetzt ziehen lassen und eine Ablöse kassieren oder ihn behalten und im Sommer dann ablösefrei verlieren. Die Chancen für Werder stehen nach Informationen dieser Zeitung 50:50.

Werder möchte Wiedwald sofort und hat laut „Bild“ eine Ablöse von 350 000 Euro geboten. Mit dem Spieler sind sich die Bremer schon einig. Wiedwald will zurück nach Bremen. Von 1999 bis 2011 trug er bereits das Werder-Trikot. „Bremen ist meine Heimat, meine Familie wohnt dort, meine Freundin kommt von da. Es ist schön, dort zu spielen“, sagte der Keeper, der aus Achim stammt, am Dienstag vor Journalisten in Frankfurt. Aus Anstand zu seinem Verein fügte er noch an: „Die Eintracht ist mein Verein. Und das Wichtigste ist derzeit die Gesundheit.“ Anfang Dezember war er am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt. Inzwischen sind die Blutwerte zu 90 Prozent wieder okay, am Dienstag trainierte er erstmals wieder mit der Mannschaft.

Werder-Sportchef Thomas Eichin bestätigte vor dem Abflug ins Trainingslager in der Türkei das Interesse an Wiedwald. Anschließend sprach er mit der Noch-Nummer-eins Raphael Wolf und dessen Ersatzmann Richard Strebinger. Wolf überraschte danach mit der Aussage: „Thomas Eichin hat mir gesagt, dass Wiedwald nicht für die Position der Nummer eins geholt wird.“ Möglicherweise hat er da etwas falsch verstanden, denn Eichin sprach vor Journalisten davon, dass sich Wolf und Wiedwald um den Platz im Werder-Tor duellieren würden.

Und es wäre auch ziemlich komisch, wenn die Bremer jetzt für einen Torwart Geld ausgeben würden, um ihn nur auf die Bank zu setzen. Und das nach einer Hinrunde mit 39 Gegentoren – so viele hat kein anderer Bundesligist kassiert. Wiedwald soll den Laden dicht(er) machen. Trainer Viktor Skripnik kennt ihn gut, hat ihn schon in der U 18 zur Nummer eins gemacht. Bei den Profis konnte sich Wiedwald dann nicht durchsetzen, der damalige Chefcoach und heutige Eintracht-Trainer Thomas Schaaf entschied sich 2011 für Sebastian Mielitz als Nummer zwei hinter Tim Wiese.

Wiedwald wechselte zum Zweitligisten MSV Duisburg, ehe er im Sommer 2013 in Frankfurt landete. Mit mindestens einem Auge blickte er immer nach Bremen. Das weiß auch Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner: „Werder ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Es ist kein Geheimnis, dass Felix Wiedwald einen auslaufenden Vertrag hat und gerne spielen würde. Es besteht natürlich die Gefahr, dass er im Sommer dorthin wechselt.“ Deswegen wird das Bremer Interesse auch nicht kategorisch abgeschmettert, sondern Hübner nutzt eine in diesen Fällen übliche Floskel: „Im Moment sehen wir in dem Wechsel keinen Sinn.“

Er macht die Tür aber umgehend wieder einen Spalt auf: „Wenn wir ihn abgeben, brauchen wir eine Alternative und es muss auch wirtschaftlich stimmen.“ Es geht also ums Geld – und das ausschließlich zwischen den beiden Clubs.

kni/csa 

Reise ins Trainingslager

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