Außenbandverletzung am linken Knie

Der Schock nach der Blamage: Kruse fällt viele Wochen aus

Werder Bremen Kruse
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Max Kruse mit Schmerzen am Boden. Der Bremer Königstransfer wurde nach nur einem Pflichtspiel im Werder-Trikot brutal ausgebremst.

Bremen - Peinliches Pokal-Aus, Max Kruse kaputt, Claudio Pizarro ein Rätsel – bei Werder Bremen jagt eine schlechte Nachricht die andere. Am Morgen nach der blamablen 1:2-Pleite in der ersten DFB-Pokalrunde bei Drittligist SF Lotte sorgte Hoffnungsträger Max Kruse für den nächsten großen Schock. Bei dem 7,5-Millionen-Euro Einkauf wurde eine Außenbandverletzung im linken Knie diagnostiziert. Ausfallzeit? Noch unklar – die Schätzungen reichen von ein paar Wochen bis hin zu drei Monaten.

Dienstag wird Kruse zu Kniespezialist Dr. Heinz-Jürgen Eichhorn nach München fliegen. Erst dort wird das ganze Ausmaß der Verletzung ermittelt und ein Therapieplan erstellt. Die Prognose ist aber jetzt schon schlecht, die Sorgenfalten bei Coach Viktor Skripnik tief: „Es ist sehr bitter, dass wir voraussichtlich länger auf einen Leistungsträger verzichten müssen.“

Auch für Frank Baumann ist Kruses Ausfall eine kleine Katastrophe. Der 28-Jährige ist der Königstransfer des Sommers, auf ihm ruhen bei Werder enorm große Hoffnungen. Dass er die vorerst nicht erfüllen kann, „ist für uns alle ein Verlust“, so Baumann, der nicht ausschließt, mit einer Nachverpflichtung auf Kruses Zwangspause zu reagieren: „Es ist so, dass wir uns intensiver Gedanken machen. Wir werden nochmal genau prüfen, was sinnvoll und möglich ist.“ Allerdings sagt er auch: „Wir haben durchaus Optionen im Kader. Die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass wir auf der Position in der Spitze und dahinter nichts mehr machen.“

Nationalspieler Kruse wurde geholt, um im Bremer Spiel die Fäden zu ziehen. Extra für ihn wurde in der Vorbereitung das System geändert. Weg vom 4-1-4-1 und hin zum 4-2-3-1 mit dem Ex-Wolfsburger als zentralem Mittelfeldmann, „um seine Stärken zum Tragen zu bringen, so Skripnik. Weil der „starke Zehner“ nun ausfällt, ist die Rolle rückwärts möglich. „Wir können auch mit Junuzovic oder Grillitsch auf der Zehn spielen. Aber es kann auch sein, dass wir wieder zum 4-1-4-1 wechseln. Wir überlegen noch“, sagte Skripnik.

Zugezogen hatte sich Max Kruse die Verletzung in der zweiten Halbzeit in Lotte. Ein Zweikampf im Mittelfeld, ein Foul – aber Kruse spielte die Partie noch zu Ende. Montagmorgen ging es dann aber zur MRT-Untersuchung. Und die zeigte: Es ist etwas kaputt. Der Top-Einkauf des Sommers ist bis auf Weiteres kaltgestellt. Schlecht auch für ihn, denn Kruse wollte sich mit guten Leistungen bei Werder wieder für die Nationalelf empfehlen. Die Umsetzung dieses Projekts muss er verschieben. „Schade für ihn. Er wollte bei uns wieder sportliche Schlagzeilen machen“, meint Baumann, der Kruses Ausfall und den Pokalflop als „zwei Nackenschläge“ zusammenfasst.

Aber damit nicht genug. Auch um Claudio Pizarro (offizielle Diagnose: kleiner Muskelfaserriss) werden die Sorgen immer größer. Montag versuchte sich der 37-Jährige mal wieder auf dem Laufband – und brach den Versuch ab. Wieder muskuläre Probleme, wieder Schmerzen. Oder besser: immer noch. Skripnik wird ob der sich nicht einstellen wollenden Besserung bei seinem besten Stürmer langsam ungeduldig: „Claudio hat schon seit zwei Wochen nicht mehr mit dem Ball trainiert. Ich hoffe, dass er in der Länderspielpause (beginnt nach dem ersten Bundesliga-Spieltag, d. Red.) ins Teamtraining zurückkehrt.“ Beim Liga-Auftakt am Freitag bei Meister Bayern wird Pizarro aber ebenso fehlen wie Max Kruse. „Es wird definitiv zu früh sein, Claudio reinzuschmeißen“, so Skripnik. 

csa

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