Werder fehlen Alternativen

Eggestein und Klaassen: So kämpfen Werders Achter gegen ihr Formtief

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Davy Klaassen (mitte) und Maximilian Eggestein (li.) kämpfen bei Werder Bremen gegen das Formtief.

Bremen – Sie sind so etwas wie die Dirigenten der Mannschaft, geben im Mittelfeld den Takt vor: Davy Klaassen und Maximilian Eggestein, die beiden Achter des SV Werder Bremen. Doch irgendwie ist ihnen das starke Rhythmusgefühl der Vorsaison abhanden gekommen.

Davy Klaassen und Maxi Eggestein arbeiten gut, spielen aber eher durchwachsen. Auch deswegen quält sich Werder Bremen durch die Saison. Doch das Duo lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen – und sieht darin vor dem schwierigen Auswärtsspiel am Samstag beim FC Bayern den Schlüssel zum Erfolg.

„Du darfst dich einfach nicht verrückt machen lassen“, sagt Eggestein. Er ist zwar erst 23 Jahre alt, hat aber schon 104 Bundesligaspiele auf dem Konto. Vergangene Saison spielte er so gut, dass ihn sogar Bundestrainer Joachim Löw zur Nationalmannschaft einlud. Von dieser Form ist Eggestein aktuell weit entfernt. „Natürlich muss man sich hinterfragen“, sagt Eggestein, sieht sich dabei aber nicht allein in der Pflicht: „Ich finde es wichtig, dass wir das alle tun. Wir müssen uns mit den Sachen beschäftigen, die wir verbessern können.“

Werder Bremen: Maximilian Eggestein hinterfragt sich selbst, aber kein Aktionismus

Von Aktionismus hält er dabei nichts. Er will sich aus dem Formtief herausarbeiten. Gute Szenen wie vor knapp zwei Wochen in Wolfsburg, als er den 3:2-Siegtreffer mit einer Balleroberung am eigenen Strafraum, einem Solo und anschließendem Pass auf Milot Rashica perfekt vorbereitete, helfen natürlich dabei. Anderseits gilt es auch diese schwache Leistung beim 0:1 gegen Paderborn zu verarbeiten.

„Das war nicht gut, das tat weh“, sagt Maxi Eggestein zur Niederlage gegen den Tabellenletzten. Dabei wirkt er allerdings nicht niedergeschlagen oder gar verzweifelt. Der 23-Jährige redet ganz nüchtern darüber, streut auch mal einen kleinen Scherz ein. Er will locker bleiben und bloß nicht verkrampfen. Das wäre Gift für sein Spiel, das auch von seiner Leichtigkeit und Unbekümmertheit lebt. Der reine Kämpfer auf dem Platz ist er nicht.

Werder Bremen: Davy Klaassen ruft sein Potenzial nicht ab

Diese Rolle nimmt in Werders Startelf auch gegen den FC Bayern eher Kollege Davy Klaassen ein. Der besitzt zwar auch ein enormes spielerisches Potenzial, was er aktuell nur selten abruft, aber er kann der Mannschaft eben auch als Krieger helfen. Als Anführer, der dem Gegner in den Zweikämpfen wehtut. Diese 100 Prozent liefert der 26-Jährige eigentlich immer ab, in Sachen Einstellung ist der Vize-Kapitän stets ein Vorbild. Aber von ihm wird weitaus mehr erwartet. Er hat im Sommer 2018 nicht umsonst Werders bisherige Rekordablöse von 13,5 Millionen Euro gekostet.

Und nach einem verkorksten Jahr beim FC Everton bewies der Niederländer in seiner ersten Bremer Saison durchaus seine Klasse. Doch nach dem Wechsel von Max Kruse zu Fenerbahce Istanbul war eigentlich erwartet worden, dass Klaassen speziell offensiv noch auffälliger wird. Denn es hatte immer etwas den Anschein gehabt, dass es im Zusammenspiel mit Kruse etwas hakt, dass ihm der Kapitän irgendwie im Wege steht. Doch wirklich befreiter und auffälliger tritt Klaassen auch ohne Kruse nicht auf.

Werder Bremen fehlen auf den Achter-Positionen Alternativen

„Klar mache ich mir Gedanken über mich und meine Mannschaft“, sagt der 26-Jährige: „Aber ganz wichtig ist, dass wir zusammenbleiben und uns nicht im Stich lassen.“ Auch der Ex-Nationalspieler setzt auf die Kraft der Ruhe und hat ein einfaches Rezept: „Du musst immer das Gleiche machen, egal ob es super läuft, oder nicht.“

Bei Ajax Amsterdam hat ihm das geholfen, dort lief es für ihn bestens, bis er 2017 zum FC Everton wechselte. In der Premier League konnte sich Davy Klaassen nicht durchsetzen, es folgte 2018 der Wechsel zu Werder Bremen. Dort ist er bei Florian Kohfeldt gesetzt. Das gilt auch für Maximilian Eggestein. Sie sind die Dirigenten des Trainers auf dem Platz. Echte Alternativen gibt der Kader nach dem frühen Ausfall von Kevin Möhwald (Knieoperation) nicht her.

Natürlich könnten auch Nuri Sahin, Johannes Eggestein, Leonardo Bittencourt oder Yuya Osako als Achter spielen, aber das sind eher Optionen für Umstellungen während einer Partie, als perfekte Lösungen für die Startelf. Werder Bremen muss hoffen, dass Klaassen und Eggestein möglichst bald zurück in die Spur finden – oderim Winter auf dieser Position auf dem Transfermarkt tätig werden.

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Quelle: DeichStube

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