Vor Duell mit FC Bayern

Der Werder-Plan: Mit der Kraft der Fans ins Finale

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Die Fans in der Ostkurve und die besondere Atmosphäre im Weserstadion sollen Werders Trumpf im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern sein.

München – Sogar der eigene Vater hatte sie gestellt, diese aus Florian Kohfeldts Sicht völlig unsinnige Frage. Welches der beiden Spiele gegen den FC Bayern er denn lieber gewinnen würde, hatte der Herr Papa wissen wollen. Kohfeldts Reaktion war in etwa diese: Stirnrunzeln, Kopfschütteln und die Aussage: „Ich will jedes Spiel gewinnen.“

Nun ist aber nach Spiel eins klar, dass das nicht mehr hinhauen wird. Werder Bremen hat in der Bundesliga mit 0:1 (0:0) beim FC Bayern verloren und damit einen – zugegeben nicht völlig unerwarteten – Rückschlag im Rennen um die internationalen Plätze erlitten. Platz acht ist vier Spieltage vor Saisonschluss der Stand. Bliebe es dabei, wäre Europa in der Liga verpasst. Was das DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch noch eine Nuance wichtiger macht, als es ohnehin schon ist.

Kohfeldt: Weserstadion „immer ein Riesenfaktor“

Die Partie ist Teil zwei des Bremen-Bayern-Doppelpacks, und niemand wird Kohfeldt im Vorfeld mehr die Frage stellen, welches Spiel er lieber gewinnen will. Es gibt ja nur noch dieses eine – und das will Kohfeldt, das will die Mannschaft unbedingt gewinnen. Dabei setzen die Bremer auf eine Kraft, die in der Vergangenheit schon vieles bewirkt hat: Es ist die Kraft des Weserstadions, die Kraft der eigenen Fans.

„Das Heimrecht ist für uns immer ein Riesenfaktor – egal wo wir in der Tabelle stehen, egal wie unsere Lage ist. Wir wissen: Am Mittwoch wird wieder eine außergewöhnliche Atmosphäre herrschen“, sagt Sportchef Frank Baumann und muss gar nicht an die weit zurückliegenden Wunder von der Weser erinnern, um sein Argument zu untermauern. Es reicht auch der Gedanke an die Green-White-Wonderwall, an „fan“tastische Unterstützung im Abstiegskampf. Auch jetzt haben Fan-Gruppen wieder dazu aufgerufen, die Stadt grün-weiß zu schmücken, um das eigene Team zu motivieren und die Bayern schon bei der Anfahrt zum Stadion zu beeindrucken.

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Kohfeldt indes glaubt, dass es seinem Team am Samstag in der Allianz-Arena bereits gelungen war, den großen Bayern wenn schon keinen Punkt abzuringen, dann doch wenigstens Respekt einzuflößen. „Ich glaube, man wird bei den Bayern niemanden finden, der sagt: Das war leicht gegen uns. Das Spiel hat mir Sicherheit die Auswirkung, dass sie mit großem Respekt nach Bremen kommen werden. Die Bayern wissen, dass es kein Selbstläufer wird.“

In München war es den Bremern gelungen, den Rekordmeister eine Stunde lang in Schach zu halten. Dann flog Milos Veljkovic vom Platz, alles änderte sich, und Niklas Süle gelang das Tor des Tages (75.). Werder stand am Ende mit der 19. Pflichtspiel-Niederlage in Folge gegen die Bayern da und hatte selbst keine offensiven Akzente gesetzt. Doch das ist weder für Florian Kohfeldt noch für Frank Baumann ein Grund, nicht an den Erfolg am Mittwoch zu glauben. „Bayern ist immer noch auf nahezu jeder Position besser besetzt als wir, aber das interessiert mich nicht, denn diesmal spielen wir in Bremen“, so der Trainer. Die Ausgangslage sei zudem „eine ganz andere“, erklärt der Manager: „Wir haben unsere Fans im Rücken, die uns nach vorne peitschen werden. Außerdem geht es in der Bundesliga zwar um jeden Punkt, in einem Spiel aber nicht um alles oder nichts. Im Pokal schon.“

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Werder muss viel häufiger Initiative ergreifen

Hopp oder top – so läuft es am Mittwoch. Ein 0:0, wie es am Samstag mit viel Glück möglich gewesen wäre, bringt dann nichts – außer der Verlängerung und dem Elfmeterschießen. Werder will und muss im eigenen Stadion mit den Fans als Motor viel häufiger die Initiative ergreifen als am Samstag. Beim 0:1 schlief das eigene Offensivspiel nach gutem Beginn beinahe völlig ein, „und es war nur noch verteidigen, verteidigen, verteidigen“, sagte Nuri Sahin, der beste Bremer Feldspieler an diesem Tag. Seine Rechnung für Mittwoch ist deshalb diese: „Wenn wir mutiger sind und nach vorne mehr machen, dann sehe ich eine große Chance für uns.“

Sahin selbst kann dabei nicht mithelfen, er fehlt wegen einer Gelb-Roten Karte aus dem Viertelfinale. Philipp Bargfrede, in München immerhin schon wieder auf der Bank, wird im Halbfinale indes wieder zur Verfügung stehen. Ein Startelf-Einsatz sei für den 30-Jährigen ebenso wie für den am Samstag noch nicht berücksichtigten Johannes Eggestein möglich, meinte Kohfeldt.

Quelle: DeichStube

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