Die Mannschaft sei „nicht total unfit“

Krach um den „Körperstand“: Baumann beschwichtigt

GER, 1.FBL, Hamburger SV vs SV Werder Bremen
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Frank Baumann ist bemüht, das Thema Fitness kleinzuhalten.

Bremen - „Körperstand“ – das war eine dieser niedlichen Wortschöpfungen von Viktor Skripnik. Der ehemalige Werder-Trainer hatte den Begriff stets als Synonym für Fitness benutzt.

Nun hat sein Nachfolger Alexander Nouri preis gegeben, dass er mit dem „Körperstand“ der von Skripnik durch die Vorbereitung geleiteten Profis nicht zufrieden ist. Das wirft noch mehr als ohnehin schon ein schlechtes Licht auf die Arbeit des Ukrainers – und lenkt den Scheinwerfer zudem weg von Nouri. Nach zuletzt nur einem Punkt aus fünf Spielen wird nicht über seine Ausbeute, sondern über zurückgelegte Kilometer und Anzahl der Sprints diskutiert. Frank Baumann könnte das recht sein, ist es aber nicht.

Denn es ist eine gefährliche Debatte, die Nouri angestoßen hat. Sie liefert den Spielern gewissermaßen die General-Entschuldigung für schlechte Leistungen. Motto: ,Der Trainer hat’s selbst gesagt, wir sind nicht fit genug.’ „Die Spieler sind aber mit in der Verantwortung und haben deswegen kein Alibi. Das ist ein ganz wichtiger Punkt“, mahnt Sportchef Baumann. Er ist bemüht, das Thema Fitness kleinzuhalten und macht es nur zu einem Grund von vielen, warum es bei Werder nicht läuft: „Es ist doch nur ein Erklärungsansatz, weshalb wir da stehen, wo wir stehen.“

Grundsätzlich ist aber die Frage erlaubt, was falsch gelaufen ist bei Werder, dass der neue Trainer die Arbeit des alten kritisiert. Und noch im Dienst stehende Athletiktrainer wie Axel Dörrfuß und Günther Stoxreiter gleich mit. Die beiden sind durch Nouris recht schonungslose Erklärung („Unsere Analysen zeigen, dass wir uns im Fitnessbereich weiterentwickeln müssen“) deutlich in ihrer Reputation beschädigt.

Eigentlich ist da das Zerwürfnis nicht mehr fern. Baumann glaubt allerdings, dass Nouri „niemanden in die Pfanne gehauen“ habe und spricht den Fitnesscoaches das Vertrauen aus: „Das Konzept und die Philosophie ist bestimmt nicht gescheitert.“ Der Sportchef argumentiert für das Duo. Sie hätten im Sommer in Sachen Grundlagentraining „nur den Rahmen vorgegeben“.

Nouri weiß: So geht's nicht

Baumann hatte zu Saisonbeginn hinsichtlich der Trainingsphilosophie auf einer Linie mit Leistungsdiagnostiker Dörrfuß und Stoxreiter gelegen. Sie verfolgten das Modell nach Raymond Verheijen, das kein knüppelhartes Grundlagentraining, sondern viele Spielformen vorsieht. Nouri sieht darin rückblickend offenbar einen Fehler.

Er hat Daten gecheckt, abgeglichen und festgestellt: So geht’s nicht! „Er würde in diesem Bereich anders arbeiten“, bestätigt Baumann. Aber nicht grundlegend anders. Schon gar nicht jetzt im laufenden Betrieb, das zu tun, wäre grober Unfug. Es geht nur um Modifikationen, „um gewisse Umfänge“, so Baumann: „Es ist ja nicht so, dass die Mannschaft total unfit ist. Oder die Spielerwerte komplett auffällig sind.“

Auf mehr Klassik als Moderne bei der Grundlagenarbeit können sich die Werder-Profis bei der am 3. Januar beginnenden Vorbereitung auf die Rückrunde aber einstellen. Dann kann Alexander Nouri, der das Team nach dem dritten Spieltag übernommen und somit seit Mitte September das Sagen hat, seinen Stil durchbringen. Aktuell lässt sich nur leicht an den Fitnessschrauben drehen. Eine Änderung gibt es bereits: Seit einigen Wochen findet an Tagen mit zwei Trainingseinheiten die erste immer komplett im Fitnessraum statt. csa

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