Ex-Kapitän geht in die Türkei

Kommentar zum Kruse-Wechsel zu Fenerbahce: Für Werder ist das gut

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Max Kruse hat Werder Bremen verlassen. Der Ex-Kapitän wechselt zu Fenerbahce Istanbul.

Ein Kommentar von Björn Knips. Jetzt also Fenerbahce Istanbul. Klingt nicht nach dem Hauptgewinn für Max Kruse. Eine Niete ist das aber auch nicht. Die Verantwortlichen bei Werder Bremen können sich jedenfalls genüsslich zurücklehnen.

Ihnen droht an dieser Front kein Ungemach mehr, das Thema Rückkehr hat sich erledigt. Und nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Kruse für einen anderen Bundesligisten groß aufgespielt und Werder womöglich im Alleingang besiegt hätte. Dann wäre aus der mutigen und nachvollziehbaren Bremer Entscheidung, auf Kruses Forderungen nicht einzugehen und ihn ziehen zu lassen, schnell eine falsche geworden. Gepaart mit womöglich eigenen sportlichen Problemen hätte das schon Sprengkraft besessen.

Nun kann Kruse ruhig in Istanbul eine Leistungsexplosion nach der anderen zeigen, Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt muss das nicht kümmern. Ihnen war wichtig, dass sich die Mannschaft immer unabhängiger vom Spielmacher Kruse macht. Seine Sonderrolle der vergangenen drei Spielzeiten hätte der inzwischen schon 31-Jährige sehr wahrscheinlich verloren.

Wechsel von Max Kruse zu Fenerbahce nachvollziehbar

Bei Fenerbahce hat er sich genau diesen Ausnahmestatus wieder gesichert. So wie damals, als er aus Wolfsburg nach Bremen kam. Kruse braucht das. Er funktioniert am besten, wenn das Spiel auf ihn zugeschnitten ist. Das macht aber längst nicht jeder Club – und nur äußerst selten ein Topclub, zu dem er vielleicht lieber gegangen wäre. Deswegen ist der Wechsel von Max Kruse zu Fenerbahce durchaus nachvollziehbar.

Der Verein hat viel Tradition, kann es zurück nach Europa schaffen. Dazu ist Istanbul als Stadt mehr als reizvoll. Und die politische Situation in der Türkei wird einen Kruse kaum kümmern. Dafür wird er schließlich fürstlich entlohnt. Und das ist nun einmal jedem Fußballer wichtig. Übrigens auch denen, die bei Werder spielen.

Max Kruse hat seinen Vertrag bei Werder Bremen erfüllt

Einige Fans haben die Angewohnheit, Spieler, die den Club verlassen, sofort als Söldner zu beschimpfen, um gleichzeitig Spieler, die kommen, als Heilsbringer zu feiern. Dass diese auch einen Verein verlassen haben, wird gerne vergessen. Deswegen ist dieses Schwarz-weiß-Denken Unsinn.

Max Kruse hat seinen Vertrag bei Werder erfüllt. Welche Spieler machen das heute noch? Die Chance, ein Gesicht des Vereins zu werden, hat er ausgeschlagen. Das ist nichts für ihn – und es hätte auch einfach nicht gepasst. Kruse ist ein eigenwilliger Wanderer, der Spuren hinterlässt, mehr aber auch nicht.

Und was sagt sein Ex-Club? Hier gibt es Stimmen und Reaktionen von Werder Bremen zum Wechsel von Max Kruse zu Fenerbahce Istanbul. Eine weitere Meinung kommt von Fabian Ernst: Der Ex-Werder-Bremen Profi schwärmt von der Türkei, warnt aber auch Max Kruse nach dessen Wechsel.

Quelle: DeichStube

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