Kommentar zur Trainerfrage bei Werder

Augsburg muss gar nicht besiegt werden

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Werder-Coach Viktor Skripnik

Ein Kommentar von Björn Knips - Hut ab, Viktor Skripnik! Wie der Coach diese Krise angeht, ist durchaus bemerkenswert. Er nimmt nicht nur erstmals und völlig zu Recht die Spieler öffentlich in die Pflicht, sondern auch sich selbst. Denn er macht das Augsburg-Spiel in knapp zwei Wochen zum Finale – zu seinem eigenen Finale. Das ist gefährlich, aber das ist auch ehrlich.

Sportredakteur Björn Knips

Sollte das Team wieder so blutleer wie in Lotte und München agieren und erneut die vermeintlich guten taktischen Vorgaben des Trainers nicht umsetzen, dann geht es so nicht weiter. Dann müsste ein neuer Trainer her. Das setzt natürlich Frank Baumann unter Druck. Der Sportchef wurde schließlich für Thomas Eichin eingesetzt, um Skripnik im Amt zu halten, zu schützen und zu stärken. Der Aufsichtsrat um dessen Chef Marco Bode wollte das so. Es war in Bremen eine ziemlich einsame Entscheidung.

Denn bei aller Unterstützung im Abstiegskampf – die Skepsis bei den Fans (und eben nicht nur bei den Medien) ist groß, dass Skripnik Werder wieder auf ruhigeren Kurs bringen kann. Das haben die Reaktionen mit den Skripnik-Raus-Rufen in Lotte deutlich gezeigt. Doch der Aufsichtsrat wird alles tun, um ein so frühes Scheitern seines Plans zu verhindern. Die Angst vor einem Gesichtsverlust ist zu groß. Dabei geht es einzig allein um Werder, um die Zukunft des Clubs.

Es wurde im Sommer viel gemacht, auch viel Geld ausgegeben, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie sie zuletzt gespielt hat. Natürlich fehlen wichtige Stützen – vor allem Max Kruse. Für den verletzten Hoffnungsträger wird zum Glück schon Ersatz gesucht. Aber auch das vorhandene Personal muss so auftreten, dass ein echter Gegner auf dem Platz steht. Es geht nicht darum, dass Augsburg aus dem Weserstadion geschossen werden muss. Nicht einmal ein Sieg ist Pflicht. Nein, die Spieler müssen beweisen, dass sie sich für ihren Trainer auch nach dessen öffentlicher Kritik noch zerreißen, dass sie seine Ideen umsetzen wollen und können.

Gelingt das, dann geht Baumann, der erst nach einem Viertel der Saison ein Zwischenfazit ziehen will, den richtigen Weg. Gelingt das nicht, muss gehandelt werden. Vielleicht macht es Skripnik dann sogar selbst – und bietet seinen Rücktritt an. Es wäre nicht das erste Mal, in der vergangenen Saison hat Werder das stets abgelehnt. Diesmal dürfte das anders sein.

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