Kommentar zu Di Santos Wechsel zu Schalke

Ein Abschied mit vielen Misstönen

Ein Kommentar von Malte Rehnert. Franco Di Santo ist jetzt ein Schalker – und die Werder-Fans sind bitter enttäuscht, viele sogar richtig wütend. Zu Recht! Denn der Argentinier hat sie alle an der Nase herumgeführt.

Er kündigte mehrfach eine schnelle Entscheidung an und wartete dann doch lange ab. Er versicherte öffentlich, bei Werder bleiben zu wollen – und dass man in den Verhandlungen sehr nah beieinander sei. Fans und auch Mitspieler hatten entsprechend den Eindruck, dass er bleibt.

Sportredakteur Malte Rehnert

Offenbar war das aber alles nur eine Hinhaltetaktik. Von Schalke kam nun aber das Angebot, auf das der 26-Jährige offenbar die ganze Zeit gewartet hat. Mit seinem Vorgehen hat der in Bremen bis dato sehr beliebte Di Santo viele Sympathien verspielt. Seine Abschiedszeilen in den sozialen Netzwerken können da auch nichts mehr retten – zumal sie so wirken, als hätte sie jemand anderes schnell für ihn zusammengeschrieben.

Hätte Di Santo Werder und den Fans in den vergangenen Monaten nicht so große Hoffnungen gemacht, wäre alles okay gewesen. Denn der Abgang zu Schalke ist ihm – ganz nüchtern und sportlich betrachtet – nicht zu verdenken. Die Königsblauen haben höhere Ziele und Ansprüche, spielen international, wenn auch nur in der Europa League, und bieten finanziell das fettere Paket. All das sind gute Argumente für einen Wechsel – wie dieser zustande kam, wirft jedoch ein schlechtes Licht auf Di Santo.

Rubriklistenbild: © nph

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