Kommentar zur Kruse-Verpflichtung

Top-Transfer mit Risiko

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Max Kruse

Ein Kommentar von Malte Rehnert. Hut ab vor Sportchef Frank Baumann und Werder Bremen! Mit der Verpflichtung von Max Kruse ist dem Club ein echter Coup gelungen.

Sportredakteur Malte Rehnert

Fußballerisch sorgt der 28-Jährige für einen ordentlichen Qualitätssprung beim Fast-Absteiger der Vorsaison. Er ist in der Offensive vielseitig einsetzbar, kann in der Spitze oder dahinter oder sogar auf den Außenpositionen spielen. Ein Allrounder mit Klasse, der die Bremer Torgefahr – das größte Manko der bisherigen Vorbereitung – erheblich erhöhen wird. Gut und wichtig.

Allerdings „glänzte“ Kruse in der Vergangenheit auch mehrfach abseits des Platzes, da machte der Max gerne mal Mätzchen. Seine Einstellung zum Beruf lässt zu wünschen übrig, schimpfen Kritiker. Vor allem in Wolfsburg.

Genau hier müssen Werder und auch Kruse selbst ansetzen. Der Fußball-Profi muss wieder ein solcher werden. Und der Verein muss die richtige Balance finden, muss streng sein – aber eben auch nicht zu streng. Wie damals bei Ailton. Baumann hat gerade erst anschaulich erklärt, wie Werder es mit seinem früheren Teamkollegen gemacht hat. Der Brasilianer war ebenfalls kein pflegeleichter Stürmer, ebenfalls der Typ Lebemann mit Hang zur Laissez-faire-Einstellung. „Hätten wir ihn komplett eingesperrt, hätte er niemals seine ganze Stärke ausspielen können“, sagte Baumann über Ailton. Das Konzept mit der etwas lockereren, aber nicht zu langen Leine funktionierte hervorragend. Ailton schoss Werder 2004 zum Double.

Es gibt aber auch andere Fälle, in denen die Bremer kapitulierten. Paradebeispiele sind der Brasilianer Carlos Alberto und auch Marko Arnautovic. Den extravaganten Österreicher bekamen sie nicht auf Kurs, er ging 2013 nach einer ganzen Reihe von Vorfällen und Skandälchen zu Stoke City.

Vor allem Baumann und auch Trainer Viktor Skripnik sind nun gefordert, damit aus Kruse ein Ailton wird – und kein Alberto oder Arnautovic.

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