Werders bemerkenswerte Mentalität gegen Dortmund

Kohfeldt, Borowski und das Erziehungsziel

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Werder-Trainer Florian Kohfeldt möchte seiner Mannschaft mehr und mehr das vermitteln, was Co-Trainer Tim Borowski (r.) als Spieler ausstrahlte: „Positive Arroganz.“

Bremen – Gut möglich, dass es der Tim-Borowski-Einfluss war, der Werder Bremen gegen Borussia Dortmund wieder stark gemacht hat.

Nach dem 2:2 zwischen beiden Teams sprach SVW-Trainer Florian Kohfeldt am Samstag jedenfalls viel über die Mentalität seines Teams. Die war einmal mehr bemerkenswert stark gewesen, und Kohfeldt brachte diese Qualität in Zusammenhang mit Tim Borowski, seinen Co-Trainer. Der hat zwölf Jahre als Profi in der Bundesliga verbracht, war Nationalspieler, hatte die WM 2006 gespielt. Und er war immer ein Spieler, der auf dem Platz etwas ausstrahlte, was Kohfeldt der aktuellen Bremer Spielergeneration gerne mehr und mehr vermitteln möchte: „Positive Arroganz.“

Borowski sei „so ein Typ gewesen“, meinte Kohfeldt. Das wirkte auf dem Platz mitunter provozierend auf den Gegner, hatte nach innen aber die Wirkung, dass dem eigenen Team kein Kontrahent zu groß erschien, und man es wagte, es mit jedem aufzunehmen. „Da wollen wir die Jungs ein bisschen hinerziehen“, sagte Kohfeldt nach dem Dortmund-Spiel, in dem Werder die Borowski-Tugenden erst nach der Pause gezeigt hatte.

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Comeback gegen BVB mit Langzeitwirkung?

Das reichte noch zum Ausgleich gegen den Tabellenzweiten, aber nicht mehr zum Sieg. In der ersten Halbzeit schleppten die Bremer noch den Respekt vor dem BVB und das schlechte Gefühl aus zuvor drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge mit sich herum. Normalerweise sind das keine Zutaten, um nach einem 0:2 nochmal zurückzukommen. Werder kann es aber. „Das“, meinte Kohfeldt, „macht mich stolz. Das wird uns auch über die Saison hinaus tragen.“

Vielleicht ist dieser erneute Beweis, dass Werder mithalten kann mit den ganz Großen, in der Langzeitwirkung auch mehr wert, als dass der eine Punkt kurzfristig im Endspurt um die Europa-League-Plätze hilft. Oder wie Kohfeldt es ausdrückte: „Weil wir etwas geschafft haben, ist unsere mentale Ausgangslage besser geworden, unsere tabellarische Situation aber nicht.“

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Werder braucht die positive Borowski-Arroganz

Mit der Aufholjagd gegen Borussia Dortmund sowie den knappen Niederlagen gegen den FC Bayern in Liga (0:1) und DFB-Pokal (2:3) hat Werder demonstriert, wie nahe die Mannschaft den Spitzenteams schon ist. Das 1:4 zwischendrin gegen Fortuna Düsseldorf hat aber auch aufgedeckt, was passiert, wenn es im Kopf nicht stimmt, wenn die Mentalität nicht da ist.

Stärke haben, Stärke zeigen – das ist nun das Ziel für die Zukunft, vor allem aber für die beiden finalen Saisonspiele am Samstag bei 1899 Hoffenheim und am letzten Spieltag daheim gegen RB Leipzig. Dann braucht Werder die positive Borowski-Arroganz von Anfang an und jeweils über 90 Minuten, um irgendwie noch auf den aktuell fünf Punkte entfernten Platz sieben zu klettern. Kohfeldt: „Ich freue mich riesig auf diese Spiele. Diese Gier, dieses Immer-gewinnen-Wollen, müssen wir dann haben. Aber das haben wir.“ Nicht zuletzt auch wegen Tim Borowski.

Quelle: DeichStube

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