Bundesliga-Finale

Klassenerhalt: Wie sicher ist der SV Werder Bremen schon? Ex-Stars mit Fan-Mehrheit nicht einer Meinung

Wir fragten ehemalige Profis des SV Werder Bremen. Oben v.l.n.r.: Tim Wiese, Norbert Meier, Fabian Ernst. Unten v.l.n.r.: Wolfgang Rolff, Zlatko Junuzovic, Ivan Klasnic.
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Wir fragten ehemalige Profis des SV Werder Bremen. Oben v.l.n.r.: Tim Wiese, Norbert Meier, Fabian Ernst. Unten v.l.n.r.: Wolfgang Rolff, Zlatko Junuzovic, Ivan Klasnic.

Bremen – Sieben und Acht – das sind die beiden Zahlen, die rund um Werder Bremen gerade das Denken bestimmen. Sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz bei noch acht ausstehenden Partien – und die Frage ist, ob das reichen wird für den aktuellen Tabellenzwölften, um auf der Zielgeraden der Saison nicht doch noch in Abstiegsgefahr zu geraten.

Die DeichStube hat sich bei einigen Ex-Profis umgehört und via Online-Voting auch die Fans gefragt. Herausgekommen ist ein durchaus unterschiedliches Meinungsbild. Während die „Ehemaligen“ Werder Bremen trotz des nun anstehenden harten Programms mit Spielen gegen den VfB Stuttgart, RB Leipzig und Borussia Dortmund auf der sicheren Seite wähnen, befürchtet eine kleine Mehrheit der Anhänger, dass „Sieben und Acht“ nicht nur als Summe, sondern auch in der Tabelle ganz nahe an die „16“ heranführt – und damit an die erneute Relegation.

„Wird es noch mal eng für Werder Bremen“ – das war die Frage, die die DeichStube gestellt hat. Binnen eines Tages stimmten knapp 6.000 User ab – mit diesem Zwischenergebnis am Dienstag, 18.00 Uhr: 48,04 Prozent sagen „Nein, Werder wird mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben“. 51,96 Prozent glauben dagegen: „Ja, Werder rutscht noch unten rein.“ Ein kleines Plus für die Skeptiker.

Wird es noch mal eng für Werder Bremen? Das sagen Ex-Profis

Ganz anders das Meinungsbild bei den Bremer Ex-Profis. Zwar ist die Umfrage unter ihnen mangels Befragten weit weniger repräsentativ, aber bis auf einen sagen alle, dass Werder Bremen in der restlichen Saison nicht mehr in Gefahr geraten wird. Wolfgang Rolff, der ehemalige Co-Trainer, ist der eine, der Vorsicht walten lässt. Hier die Meinungen der Männer mit grün-weißer Vergangenheit:

Zlatko Junuzovic, 198 Spiele für Werder Bremen, ehemaliger Kapitän:

„Mein Gefühl sagt mir, dass für Werder Bremen nichts mehr anbrennen wird, weil sie noch punkten werden. Die Ausgangsposition ist doch super. Werder sollte sich erst gar nicht mit dem Was-wäre-wenn beschäftigen und kann selbstbewusst nach Stuttgart fahren, um dort auf Sieg zu spielen.“

Ivan Klasnic, 205 Spiele im Trikot des SV Werder Bremen, 77 Tore, Double-Sieger 2004:

„Ich glaube nicht mehr an eine Rückkehr der Abstiegsgefahr, weil Werder Bremen in dieser Saison deutlich besser auftritt als in der vergangenen. Die Mannschaft gewinnt auch mal überraschend ein Spiel – wie gegen Frankfurt: Ich denke: Gegen Stuttgart, Leipzig und Dortmund sind vier Punkte drin. Und dann ist Werder durch mit dem Thema.“

Wolfgang Rolff, von 2004 bis 2013 Co-Trainer bei Werder Bremen:

„Wenn Werder Bremen endlich offensiver spielt, dann bleiben sie auch definitiv drin. Ansonsten wird es ein Glücksspiel, denn es ist sehr gefährlich, sich nur hinten reinzustellen und auf den einen Konter zu hoffen. Und gute Konter habe ich in dieser Saison wirklich nur selten gesehen. Ich verstehe nicht, warum Florian Kohfeldt nicht mehr seinen Offensiv-Fußball spielen lässt. Mit so vielen guten Angreifern wie Füllkrug, Selke, Rashica, Osako, Bittencourt oder auch Sargent musst du anders spielen. Aber es wird immer erst Druck gemacht, wenn die Mannschaft zurückliegt.“

Tim Wiese, 266 Partien als Torhüter des SV Werder Bremen:

„Da passiert nichts mehr! Werder gerät nicht wieder unter ernsthaften Druck, weil die Konkurrenz im Abstiegskampf einfach zu schlecht ist. Schalke ist schon abgestiegen, Bielefeld, Köln und Hertha werden auch keine Bäume ausreißen. Werder Bremen wird noch den einen oder anderen Punkt holen und kann sich entspannen.“

Fabian Ernst, 195mal für Werder Bremen aktiv, Double-Sieger 2004:

„Klar, es ist immer unberechenbar, was unten in der Tabelle passiert. Aber Schalke ist schon weg, Bielefeld ist nicht konstant genug und Mainz halte ich trotz des Aufschwungs gerade im Angriff für nicht gut genug. Werder hat seinen Fußball in dieser Saison etwas angepasst und zeigt dabei konstante Leistungen. Man musste eigentlich nie mit dem Kopf schütteln und denken: Was ist denn dort jetzt los? Bei Werder Bremen ist ein Fahrplan zu erkennen, deswegen werden sie es auch schaffen.“

Norbert Meier, 1988 Meister mit Werder Bremen:

„Die Situation ist viel komfortabler als im letzten Jahr. Die Mannschaft ist durch dieses prägende Erlebnis der Relegation zusammengewachsen und stabiler geworden. Ich glaube nicht, dass Werder noch mal in Gefahr gerät. Angesichts der vergangenen Saison ist es normal, dass die Alarmglocken etwas früher läuten. Aber man sollte nicht gleich in Panik verfallen.“ (kni/tst/csa)

Werder Bremen live im TV und im Live-Stream gegen den VfB Stuttgart am Ostersonntag – alle Infos zur TV-Übertragung gibt es hier!

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