Keine Kollektivstrafe für Bremer Ultras

Köln kopieren? Das ist nicht der Werder-Weg

Bremen - Nein, wie der 1. FC Köln will und kann der SV Werder nicht vorgehen. Während der rheinische Bundesligist nach dem Platzsturm einiger Anhänger in Mönchengladbach einen ganzen Fan-Club mit Stadionverbot und Dauerkartenentzug bestrafte, wird Werder bei der Aufarbeitung der Vorfälle des Samstagabends differenzierter reagieren.

„Wir wollen grundsätzlich täterorientiert handeln und werden uns die nächsten Schritte genau überlegen“, sagt Dr. Hubertus Hess-Grunewald, für die Fanarbeit zuständiger Geschäftsführer bei Werder. Die knapp 50 Randalierer, die nach dem 3:2 gegen den FC Augsburg ohne erkennbaren Grund friedliche gegnerische Fans und nicht-uniformierte Polizisten angegriffen hatten, müssen aber mit harten Maßnahmen seitens des SV Werder rechnen – sofern sie denn identifiziert werden.

Das sei aber erstmal „Sache der Polizei“, so Hess-Grunewald: „Stand jetzt wissen wir noch gar nicht, wer alles zu der Gruppe der Angreifer gehört.“ Laut Mitteilung der Polizei seien einige Angreifer erkannt worden, ein mutmaßlich Beteiligter wurde noch am Samstag vorläufig festgenommen. Heute wird mit der Aufarbeitung des für Bremer Verhältnisse absolut ungewöhnlichen Vorfalls begonnen. Hess-Grunewald trifft sich am Morgen mit Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sowie mit Führungskräften der Polizei. Zeitnah soll auch eine Diskussionsrunde mit allen interessierten Fans organisiert werden.

Hess-Grunewald: „Wir hoffen auf ein breites Spektrum an Fans. Wir wollen niemanden ausschließen.“ Auch nicht die diversen UItra-Gruppierungen. Wie sich der Überfall auf die Debatte um die Stärke der Polizeipräsenz bei Heimspielen und die Übernahme der entstehenden Kosten auswirkt, bleibt abzuwarten. „Eine Belastung für die Gespräche ist es in jedem Fall“, meint Hess-Grunewald und schließt negative Folgen für Werder nicht aus.
csa

Rubriklistenbild: © dpa

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