Werder rechnet heute mit einem hochmotivierten Testspielgegner

Kein „Spaziergang“ gegen den Kosovo – und Yildirim kehrt zurück

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Der Kosovarer Faton Toski freut sich auf das Duell mit Werder.

Bremen - Dieses Testspiel ist alles andere als gewöhnlich. Heute Abend (18.30 Uhr) tritt Werder im Stadion am Heideweg in Nordhorn gegen die Nationalmannschaft des Kosovo an. Die Republik aus dem Südosten Europas ist seit 2008 unabhängig – und ihre Fußballer dürfen erst seit dem vergangenen Jahr offizielle Länderspiele bestreiten. Die Ergebnisse seither: ein 0:0 gegen Haiti, ein 1:6 gegen die Türkei, ein 1:3 gegen den Senegal und ein 1:0 gegen den Oman. Am Dienstag trat das Team dann bei Bundesligist Eintracht Frankfurt an und holte gegen die Mannschaft von Coach Thomas Schaaf immerhin ein 0:0. Für den Kosovo war die Nullnummer gegen die B-Elf der Eintracht eine Riesengeschichte. „Für uns ist das viel mehr als nur ein Freundschaftsspiel. Wir pushen uns da richtig hoch“, sagte Faton Toski (28) vom Zweitligisten FSV Frankfurt hinterher.

Offiziell anerkannt ist die kosovarische Auswahl bisher weder von der Uefa noch von der Fifa. „Wir hoffen, dass sich das bald ändert“, meinte Toski: „Unser Ziel ist es, diesen Status im nächsten Jahr zu erreichen und an der WM-Qualifikation für Russland 2018 teil-zunehmen.“ Sollte dieser Wunsch in Erfüllung gehen, dürfte vor Anpfiff auch die Hymne gespielt, das Trikot mit dem Staatswappen versehen und die Flagge gehisst werden. Das alles ist noch verboten, weil die Verhandlungen mit Fifa-Boss Sepp Blatter und Uefa-Chef Michel Platini noch keine Ergebnisse gebracht haben.

Bekannteste Namen im Team des Kosovo neben Toski sind Enis Alushi (St. Pauli), Fanol Perdedaj (Energie Cottbus), Donis Avdijaj (von Schalke an Sturm Graz ausgeliehen) und Albert Bunjaku (ehemals Kaiserslautern und Nürnberg). Es gibt auch größere Stars mit kosovarischen Wurzeln, die jedoch für andere Länder auflaufen – etwa Xherdan Shaqiri (Inter Mailand), Valon Behrami (Hamburger SV) und Granit Xhaka (Gladbach), die alle für die Schweiz spielen.

Werder-Coach Viktor Skripnik weiß, dass das Kosovo-Team in Frankfurt ordentlich zur Sache gegangen ist – und er rechnet deshalb heute „nicht mit einem Spaziergang. Die haben vernünftige Leute. Und das 0:0 zeigt, dass da Qualität vorhanden ist.“ Für Werder gelte es, auch ohne Pflichtspiel „im Rhythmus zu bleiben. Das ist wichtig“, meint Skripnik, der ein paar Stammkräfte schonen und mehrere U23-Akteure mitnehmen wird – zum Beispiel Torben Rehfeldt oder Marcel Hilßner. Sein Comeback nach langer Verletzung gibt Özkan Yildirim. Skripnik kündigte an: „Ich freue mich, dass er wieder da ist. Er wird einige Minuten bekommen.“ Alejandro Galvez, Julian von Haacke und Melvyn Lorenzen sind noch nicht im Kader.

mr

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