Wie Trainer Viktor Skripnik eine Krise moderiert, die angeblich keine ist

„Kein Grund zur Panik“

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Laut, aber nicht zu laut: Viktor Skripnik.

Bremen - Krise! Am Samstag hatte Viktor Skripnik das böse Wort noch von sich aus benutzt. Gestern hatte er seine Meinung schon wieder geändert. „Das ist keine Krise – definitiv nicht“, sagte der Werder-Coach plötzlich.

Der Sinneswandel gehört zu offenbar seiner in der Zwischenzeit entwickelten Strategie, die angespannte Lage möglichst ruhig zu moderieren. Nach innen und nach außen. Skripnik im Ergebnistief – und wie er damit umgeht:

Sein Auftreten
Es kann schon mal knallen, wenn man mit Viktor Skripnik zu tun hat. Eine Frage, die ihm nicht passt, kann reichen, damit er ein Gespräch abrupt beendet. Derzeit reißt er sich aber zusammen. Im Umgang mit den Medien, aber auch mit der Mannschaft. Am Samstag schluckte er seine Wut weitgehend runter, ließ erst am Sonntag in der Teamsitzung Dampf ab: „Ich war schon emotional und laut. Aber nicht so laut, wie ich es nach dem Spiel gewesen wäre. Ich habe ehrlich gesagt, was mich stört. Und ich habe von den Spielern ein paar gute Antworten bekommen. Ich hoffe, dass die Mannschaft wieder wach geworden ist.“ Laut Kapitän Clemens Fritz hat Skripnik nicht nur die Probleme, sondern auch die Lösungen aufgezeigt: „Er hat eine klare Ansprache gehalten.“

Seine Linie
„Es gibt keinen Grund zur Panik“, meint der Trainer. Vielmehr sollen sich die Profis auch nach drei Niederlagen an folgenden Vorgaben orientieren: „Ruhig bleiben, sachlich bleiben, auf unsere Qualität vertrauen.“ So habe er es „meinen Jungs auch gesagt“, erklärt Skripnik. Fußballerisch fordert der Mann, der vor Saisonbeginn eine Entwicklung hin zum Spielererischen angepeilt hatte, nun wieder eine Rückbesinnung auf die einfachen Methoden. „Wir sind spielerisch schon weiter als in der vergangenen Saison“, behauptet Skripnik zwar, „aber wir haben vergessen, dass wir trotzdem kämpfen müssen.“ Darauf reagiert er heute mit dem Spezialtraining, sonst jedoch mit keinen weiteren Aktionen: „Im Umgang mit dem Team ändere ich nichts. Nach wie vor rede ich mit jedem, wir lachen zusammen, haben auch Spaß. Wir sind trotzdem Menschen miteinander.“ Und abrücken will er schon mal gar nicht von seinen Spielern: „Ich stehe vor der Mannschaft.“

Seine Erfahrung
Ein Lieblingssatz von Viktor Skripnik ist der: „Ich habe schon alles erlebt.“ Er meint sein Leben als Fußballer – als Profi in der Ukraine und später bei Werder, dann die Anfänge als Trainer. Es ist sicherlich vermessen, zu glauben, er sei vollgestopft mit Erfahrungen. Als verantwortlicher Trainer eines Profi-Teams durchsteht er gerade seine erste „unangenehme und schwierige Situation“. Alles erlebt? Nein, das sieht anders aus. Skripnik ist ein Lernender.

csa

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