Werder Bremen sucht neuen Kaderplaner

Steidten-Nachfolge: Erst die Struktur, dann Clemens Fritz?

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Clemens Fritz ist bei Werder Bremen ein Kandidat für die Nachfolge von Kaderplaner Tim Steidten.

Bremen - Eines ist sicher: Langweilig wird es Clemens Fritz in der kommenden Spielzeit nicht werden. Als „Auszubildender“ im Management von Werder Bremen hat der Ehrenspielführer die Aufgabe übertragen bekommen, sich um die verliehenen Spieler zu kümmern.

Kontakt pflegen, Entwicklungen dokumentieren, Leistungsstände überprüfen – weil Werder Bremen für die kommende Saison bereits sechs Spieler verliehen hat und in Luca Plogmann sowie Felix Beijmo wohl noch zwei weitere dazukommen, wird Clemens Fritz gut zu tun haben. Und vielleicht kommen sogar noch Aufgaben ganz anderer Art auf ihn zu. Denn nach dem Abgang von Tim Steidten (zu Bayer Leverkusen) muss Werder den bisher von dem 40-Jährigen verantworteten Bereich Scouting und Kaderplanung neu aufstellen. Fritz könnte dabei eine Hauptrolle zukommen, Geschäftsführer Frank Baumann hat aber auch andere Gedanken.

Es ist naheliegend, bei der Neubesetzung des Postens an Clemens Fritz zu denken. Der 38-Jährige ist eine Werder-Figur der vergangenen zehn Jahre, ein smarter, intelligenter Typ, zudem beliebt in der Branche. Der ehemalige Mitspieler sei als Lösung „auch nicht komplett ausgeschlossen“, sagt Baumann, erinnerte jedoch daran, dass das Trainee-Programm noch neun Monate läuft. Mit anderen Worten: Fritz geht noch durch die Lehrzeit, eine Abteilungsleitung käme möglicherweise etwas früh.

Werder Bremen und die Frage nach der Nachfolge von Tim Steidten

Noch steht bei Werder auch die Frage, wie die Abteilung überhaupt strukturiert werden soll. Bislang teilten sich Steidten, Chefscout Sebastian Hartung und Justiziar Tarek Brauer die Aufgaben der Spielersuche, Transferanbahnung sowie der Vertragsgestaltung. Alles unter der Federführung von Frank Baumann. Der Sportchef fragt sich nun, ob ein Steidten-Nachfolger überhaupt reicht oder ob es nicht doch besser zwei sein sollten. „Ich brauche die Unterstützung aus der Abteilung. Das kann eine Person sein, muss es aber nicht. Ich muss mir noch in Ruhe überlegen, was nötig ist“, erklärt der Ex-Nationalspieler.

Denkbar ist eine Kraft für die sportliche Expertise und die Leitung der Scouting-Abteilung zu installieren. Und eine weitere für Beraterkontakte, Verhandlungen und weitere geschäftliche Aspekte. In England pflegen viele Clubs längst dieses Modell, und auch Baumann will darüber nachdenken. Namen wie der von Clemens Fritz spielen dabei zunächst keine Rolle. „Erstmal müssen wir uns klar werden, welche Strukturen es sein sollen, dann kommen die Personalentscheidungen“, so Baumann. In der laufenden Transferperiode etwas über das Knie zu brechen, wäre nicht klug, weil nicht nötig. Baumann: „Aktuell planen wir Transfers nur in einer überschaubaren Anzahl. Die Abwicklungen bekommen wir gut gestemmt.“

Unterdessen soll der Wechsel von Max Kruse zu Fenerbahce so gut wie fix sein. Fix ist definitiv, dass Milot Rashica und Claudio Pizarro bei Werder Bremen neue Rückennummern bekommen werden.

(csa)

Letzte Meldung vom 7. Juni 2019

Wird Clemens Fritz bei Werder der Steidten-Nachfolger? Das sagt Frank Baumann

Schon seit einigen Tagen ist er nicht mehr für Werder tätig, am Donnerstag wurde nun auch der Vertrag von Tim Steidten aufgelöst. Der Kaderplaner wechselt auf eigenen Wunsch zu Bayer Leverkusen, hat dort ein lukratives Angebot angenommen. Wer wird sein Nachfolger bei Werder Bremen? Ex-Profi Clemens Fritz gilt als heißer Kandidat. Sportchef Frank Baumann erklärt im Gespräch mit der DeichStube seine Pläne.

„Es ist schade, dass Tim uns verlässt“, betont Baumann gleich zu Beginn und lobt die Arbeit des 40-Jährigen: „Tim hat ein sehr gutes Angebot bekommen und sich für diesen Weg entschieden. Da wollten wir ihm keine Steine in den Weg legen.“ Werder Bremen erteilte recht schnell die Freigabe, eine Ablösesumme wie bei Spielern oder Trainern wird nicht fällig. Dafür ist die Personalie dann doch nicht entscheidend genug.

Tim Steidten hatte großen Einfluss auf die Transfers von Werder Bremen

Wenngleich: Steidten war nicht nur der Kaderplaner, sondern auch der Chef der Scouting- und der Analyse-Abteilung. Er hatte großen Einfluss auf die Transfers der Bremer, bereitete diese mit seinem Team vor und hielt auch Kontakt zu den Beratern. Steidten galt als rechte Hand von Baumann. „Tim hat mir viel Arbeit abgenommen“, sagt Baumann: „Aber die Gesamtverantwortung und die Entscheidung für jeden Transfer liegt natürlich beim Trainer und mir.“ Damit stellt der Sportchef unmissverständlich klar: Es geht auch ohne Steidten.

Werder Bremen hat laut Baumann kein Problem in dieser Saison

Werder Bremen habe kein Problem in der aktuellen Transferphase, alle Vorbereitungen seien getroffen, so Baumann. Personal sei auch ausreichend vorhanden – wie zum Beispiel Chefscout Sebastian Hartung. Auch Clemens Fritz könnte noch mehr eingebunden werden. Der Ehrenspielführer absolviert gerade ein Trainee-Programm bei Werder und hat bereits eine Sonderaufgabe: Der Ex-Profi kümmert sich um die verliehenen Spieler. Er kennt sich im Bereich Scouting und Transfers also schon aus – und das will der Club noch weiter intensivieren. „Clemens war ohnehin dafür vorgesehen, in der kommenden Saison in diesem Bereich noch mehr zu machen.“

Und auf die Frage, ob Fritz ein Kandidat für die Steidten-Nachfolge ist, meinte Baumann: „Wir müssen zuerst entscheiden, wie wir uns grundsätzlich in diesem Bereich aufstellen wollen. Clemens ist schon jemand, den wir auch weiter entwickeln und mit in unsere Überlegungen einbeziehen.“ Baumann denkt dabei an eine Umstrukturierung, will diskutieren, ob es den Kaderplaner an sich so noch geben muss. Ein Prozess, der nicht in den nächsten Tagen abgeschlossen sein wird. Baumann rechnet dabei mit einer endgültigen Lösung frühestens zum Start der neuen Bundesliga-Saison Mitte August. „Wir haben da keine Eile, weil wir für diese Transferphase gut aufgestellt sind“.

Werder Bremen hat auch den Abgang Rouven Schröder zum FSV Mainz 05 überlebt

Baumann erinnert dabei auch an die Personalie Rouven Schröder. Der war ab 2013 in ähnlicher Funktion wie Steidten für Werder tätig und verabschiedete sich dann Richtung FSV Mainz 05. Das habe Werder auch überlebt – und zwar mit einer internen Lösung, die Steidten hieß. Der ehemalige Jugendspieler des SV Werder Bremen machte anschließend einen richtig guten Job. Aber natürlich lief nicht immer alles glatt, es gab durchaus Differenzen. Die Tatsache, dass Steidten seinen Herzensclub verlässt, sagt ebenso viel über das Verhältnis aus wie der am Ende doch geringe Widerstand Werders. Es deutet auf einen guten Zeitpunkt hin, dass sich die Wege trennen, sich beide Seiten neu orientieren können.

Werder Bremen-Sportchef freut nicht, dass Steidten die Bremer Ideen kennt

Baumann freut es allerdings nicht, „dass Tim viel Wissen mitnimmt“. Aber Bayer Leverkusen wäre mit seiner großen Scoutingabteilung ohnehin sehr gut informiert. Und Vertragsinhalte inklusive möglicher Ausstiegsklauseln seien auch über die Berater in Erfahrung zu bringen. Der Schaden halte sich also in Grenzen – und am Ende gibt es noch ein paar nette Worte des Sportchefs: „Für seine neue Aufgabe wünschen wir Tim viel Erfolg.“

(kni)

Quelle: DeichStube

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