Josh Sargent nach dem Testspiel Werder Bremen gegen den 1. FC Köln

Werder-Juwel Sargent fühlt sich „in der besten Verfassung meines Lebens“

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Für Josh Sargent hätte das Blitzturnier von Werder Bremen in Lohne nicht besser laufen können.

Lohne – Schon bemerkenswert, wie er dem Dschungel aus Abwehrbeinen entkommen war. Als Josh Sargent von Werder Bremen den Bogenlampen-Pass von Yuya Osako aus der Luft pflückte, hatte er eigentlich kaum eine Chance, mit diesem Ball auch etwas anfangen zu können. Gleich drei Abwehrspieler des 1. FC Köln umringten ihn in diesem Moment.

Doch als Sargent das Spielgerät erstmal am Fuß hatte, behielt nur er die Orientierung. Lasse Sobiech, Rafael Czichos und Jonas Hector nicht. Weshalb der junge Bremer plötzlich frei vor dem Kölner Tor stand und mit dem, was sein Trainer Florian Kohfeldt eine „unglaubliche Abschlussqualität“ nennt, das Tor zum 1:0-Sieg des SV Werder Bremen über den Bundesliga-Rückkehrer erzielte. Das Tor rettete den Bremern beim Mini-Turnier in Lohne den Tag. Und die Fans hatten nach langer Zeit endlich mal wieder einen dieser Sargent-Momente erlebt.

Werder Bremen: Josh Sargent hatte größere Pläne für den Sommer

Eigentlich hatte sich Sargent für den Sommer 2019 ganz andere, noch viel größere Momente vorgestellt. Mit der US-Nationalmannschaft beim Gold-Cup . Doch als der Kader für das Turnier bekanntgegeben worden war, erlebte der 19-Jährige die erste böse Überraschung seiner Karriere. Er gehörte nicht zum Aufgebot. „Das war sehr enttäuschend für mich. Ich dachte, dass es für mich ein großes Turnier wird, bei dem ich viel lernen kann“, erklärte Sargent in Lohne. Das Turnier ist mittlerweile schon wieder vorbei, die USA verloren das Finale gegen Mexiko und Sargent hat seinen Seelenbalast abgeworfen. Die Gedanken sind wieder positiv: „Ich hatte genug Zeit, über die Nicht-Berücksichtigung nachzudenken. Das Positive ist: So konnte ich jetzt die ganze Vorbereitung mit Werder Bremen machen. Darauf richte ich meinen Blick.“

Werder Bremen: Joash Sargent will in die Startelf

Es ist ein entschlossener Blick, denn Sargent will sich nach seinem ersten Lehrjahr bei den Profis mit zehn Bundesliga-Einsätzen und zwei Toren nicht mehr länger hinten anstellen. Sein persönliches Ziel: „Ich möchte natürlich mehr spielen in dieser Saison und werde hart dafür arbeiten, um in der Startelf zu stehen und Tore zu schießen.“

Eine für alle sichtbare Bewerbung hat Sargent mit dem Tor gegen den 1. FC Köln abgegeben. Aber auch in den Vorbereitungstagen davor hat der Rotschopf auf sich aufmerksam machen können. Zwar durfte er bei den zurückliegenden Tests immer nur im B-Team ran, war dort aber stets ein belebender Faktor. Fleißig, aktiv, zweikampffreudig. Aber noch nicht erfolgreich. Auch in Lohne spielte Sargent eine Halbzeit im verstärkten U23-Team gegen den VfL Osnabrück (0:1), kam dort aber nicht zur Geltung. „Es kamen auch nicht viele Bälle nach vorn. Wem soll ich da einen Vorwurf machen?“, meinte Kohfeldt. Er belohnte Sargent aber anschließend für eine „starke Trainingsarbeit“, ließ ihn gegen Köln als Ersatz für Niclas Füllkrug erneut für 30 Minuten ran. Mit dem bereits erwähnten Erfolg. „Er hat das heute wirklich gut gemacht“, erklärte der Coach am Ende.

Sargent selbst formulierte nach dem für ihn wie für Werder so wechselhaften Testtag einen Satz, der zu diesem Zeitpunkt der Vorbereitung überraschte. Er sei „in der besten Verfassung meines Lebens“ verkündete das Sturm-Juwel und setzte damit das nächste Ausrufezeichen hinter seine Angriffsankündigung auf mehr Startelfeinsätze für Werder Bremen: „Ich fühle mich gut und freue mich, wenn die Saison losgeht.“

Josh Sargent will mit Werder Bremen mindestens nach Europa

Es soll eine Saison werden, in der nicht nur er selbst, sondern auch Werder große Fortschritte macht. Sargent sieht bei der Benennung des Saisonziels jedenfalls keinen Grund zur vornehmen Zurückhaltung. „Hinter uns liegt eine gute Saison, in der wir Europa nur knapp verpasst haben. Das war enttäuschend. Jetzt wollen wir Europa mindestens schaffen und schielen sogar auf die Champions League“, sagte er. Damit aus diesem Traum Wirklichkeit wird, braucht es möglicherweise noch eine Vielzahl an echten Sargent-Momenten für Werder Bremen. (csa)

Unterdessen flammen Gerüchte über einen Abgang im Sturm auf: Hat der HSV Interesse an Martin Harnik von Werder Bremen? Trainer Dieter Hecking lobt den Angreifer. Und ein Leihspieler hofft auf seine Rückkehr: Niklas Schmidt will zurück zu Werder Bremen. Derweil haben wir mit einem Ex-Bremer unter anderem über seinen Abschied gesprochen: „Ich habe bei Werder sehr viele Freunde gewonnen“, sagt Florian Kainz im Interview.

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