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Ex-Profi Jurica Vranjes: „Werder hat keine Krise, das 1:7 war ein Ausrutscher“

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Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen.
Die DeichBlick-Kolumnisten (v. l. n. r.): Torsten Frings, Jurica Vranjes, Rollo Fuhrmann, Sebastian Prödl, Nils Petersen und Felix Kroos schreiben über den SV Werder Bremen. © DeichStube / imago images

Von Jurica Vranjes. Ich habe 90 Minuten durchgehalten und den Fernseher nicht ausgeschaltet. Ich stehe eben zu Werder Bremen, auch wenn dieses 1:7 gegen den 1. FC Köln echt hart war. Aber deshalb hat Werder doch jetzt keine Krise.

Das war ein Ausrutscher, wie er alle paar Jahre mal passiert. Zum Glück bin ich als Profi davon in der Bundesliga verschont geblieben. Aber das geht so schnell: Der Gegner trifft alles – und bei dir läuft gar nichts. Deswegen darf man doch jetzt nicht alles infrage stellen und sogar nach Neuzugängen schreien. Es ist immer noch derselbe Kader mit demselben Trainer, die gemeinsam eine wirklich gute Hinrunde hingelegt haben. Beim SC Freiburg kommt nach dem 0:6 in Wolfsburg doch auch niemand auf die Idee, Christian Streich zu kritisieren oder den Kader schlechtzureden. Die waren vor dem Spiel Tabellenzweiter. Es kann wirklich jeden erwischen!

Für Freiburg und für Werder war das eine gute Backpfeife. Und besser jetzt als am Saisonende, wenn es um alles geht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Werder Bremen das nächste Spiel gegen Union Berlin (Mittwoch, 20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) gewinnen wird. Natürlich ist das eine richtig starke Mannschaft, aber die Werder-Profis werden eine Reaktion zeigen müssen. Das können sie auch! Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie mit 15 der 18 Mannschaften in der Bundesliga mithalten kann. Natürlich kannst du jede Mannschaft durch Transfers verbessern, aber dafür brauchst du Geld – und das hat Werder nicht. Das muss man einfach auch mal akzeptieren und sich auf das vorhandene Personal konzentrieren.

DeichBlick-Kolumne von Jurica Vranjes: „Werder Bremen darf Niclas Füllkrug nicht gehen lassen“

Damit meine ich auch Niclas Füllkrug. Ihn darf Werder Bremen nicht gehen lassen, das wäre sportlich einfach zu riskant. Was bringen dir 15 Millionen Euro, wenn dir eine stressige Rückrunde und sogar der Abstieg drohen? Es wäre auf jeden Fall sehr schwer, so kurzfristig noch echten Ersatz für Füllkrug zu finden. Ich kann ja verstehen, dass er seine große Chance sieht und gerne zu einem Topclub wechseln möchte. Aber das geht auch noch im Sommer. Ich kenne ihn ein bisschen aus meiner Werder-Zeit, da hat er als junges Talent mit uns Profis trainiert. Er ist also ziemlich grün-weiß, ein echter Werder-Junge. Deshalb wäre es korrekt von ihm, wenn er mindestens bis zum Sommer bei Werder bleibt. Ich weiß, solche Gefühlsgeschichten sind im Fußball immer seltener, aber bei Werder und Füllkrug würde das schon gut passen. Sie haben gemeinsam schon so viel erlebt, das verbindet doch.

Aber wer weiß schon, was in den nächsten Tagen bis zum Transferende noch alles so passiert. Da ist alles möglich. Man stelle sich nur vor, bei Tottenham verletzt sich ein Stürmer wie Harry Kane, dann klopfen die vielleicht bei Werder Bremen wegen Niclas Füllkrug an . . . 

So seht ihr das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Union Berlin live im TV und im Livestream!

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