Ist Bode allein zu wenig?

Born für mehr Fußball-Kompetenz im Aufsichtsrat

GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
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Jürgen Born

Bremen - Am Nachmittag ging es wieder in die Werder-Halle – wie an jedem Mittwoch: Dann spielt Jürgen Born mit seinen Freunden Fußball. Auch noch mit 76 Jahren. „Das macht wirklich Spaß“, schwärmt der ehemalige Werder-Boss. Weniger Spaß macht ihm dagegen gerade sein Verein.

Das gilt nicht fürs Sportliche, schließlich läuft es in der Bundesliga endlich besser. Nein, Born wundert sich über die geplanten Änderungen im Aufsichtsrat und die Art und Weise, wie der Verein diese Änderungen umsetzt. „Ich würde mir mal wieder eine echte Wahl wünschen“, merkt Born mit Blick auf die Mitgliederversammlung am 21. November an. Dann müssen vier Aufsichtsratsmitglieder neu gewählt werden. Es wurden vom Wahlausschuss bisher nur vier Kandidaten vorgeschlagen. Da bleibt für die Mitglieder eigentlich nur noch ein Abnicken. Zudem macht der Wahlausschuss bis zum Tag der Mitgliederversammlung ein großes Geheimnis aus den Kandidaten. Das verhindert vom Grundsatz her eine wichtige Diskussion unter den Mitgliedern.

Immerhin sind die Namen der Auserwählten inzwischen durchgesickert. Neben dem zur Wiederwahl stehenden Aufsichtsratschef Marco Bode soll ein neues Trio in das Kontrollgremium einziehen: Kurt Zech, Thomas Krohne und Andreas Hoetzel (wir berichteten). Für sie müssen Willi Lemke, Hans Schulz und Werner Brinker weichen. „Es liegt mir fern, zu einzelnen Personen Stellung zu nehmen“, sagt Born. Das ist ihm ganz wichtig. Er will in der Öffentlichkeit niemanden gut oder schlecht reden.

Kritik übt er an der strukturellen Zusammenstellung des Gremiums. „Man darf nicht vergessen, dass es sich um den Aufsichtsrat einer Fußball-Kapitalgesellschaft handelt. Das Kerngeschäft ist also der Berufsfußball“, sagt Born und fordert: „Diese Kernkompetenz muss im Aufsichtsrat ausreichend vorhanden sein.“ Bislang deckten diesen Bereich die Ex-Profis Marco Bode und Hans Schulz ab. „Das war ausreichend. Wenn das nun auf eine Person reduziert wird, halte ich das aber für bedenklich“, sagt Born und nennt auch einen Grund für seine Skepsis: „Der Aufsichtsrat muss zum Beispiel den Geschäftsführer Sport, also unseren wichtigsten Mann für den Fußball, suchen und einstellen. Dafür muss man sich im Profifußball aber auskennen.“

Für Schulz ist aktuell kein Ersatz aus dem Fußball vorgesehen. Zech und Krohne sind erfolgreiche Unternehmer, kommen also aus der Wirtschaft – und sind Werder und dem Fußball als Fans verbunden. Letzteres gilt auch für Hoetzel, den Kommunikationschef der BLG. Vom Verein werden erneut Axel Plaat als Schatzmeister und Marco Fuchs (OHB) als weiterer Unternehmer in den Aufsichtsrat direkt entsendet und machen damit das sechsköpfige Gremium komplett. Eine große Vergangenheit im Fußball haben auch sie nicht.

Für Born ist „Unternehmensführungskompetenz sehr wichtig, aber die Relation im Aufsichtsrat muss stimmen“. Er wünscht sich ein Umdenken und macht dabei einen Vorschlag: „Warum richten wir nicht endlich einen Beirat ein, wie es immer mal wieder geplant war und bei anderen Vereinen längst üblich ist? Das wäre eine zusätzliche Möglichkeit, wichtige Personen für Werder zu gewinnen.“ Aus diesem Beirat könnten zusätzliche Impulse für die Clubführung kommen sowie auch künftige Kandidaten für den Aufsichtsrat erwachsen. „Es würde alles etwas transparenter – und Werder kann davon doch nur profitieren“, glaubt Born, der sich auch über sieben Jahre nach seinem Ausscheiden als Werder-Boss gedanklich fast täglich mit seinem Verein beschäftigt. Dazu zählt auch der Schnack nach 90 Minuten Fußball mit den Freunden in der Werder-Halle. kni

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