Werders US-Boy in aller Munde

Das feuerrote Phänomen

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Josh Sargents Stern am Bremer Himmel ging spätestens gegen Fortuna Düsseldorf mal so richtig auf.

Bremen - Erster Bundesliga-Einsatz, erster Bundesliga-Treffer – im Weserstadion wurde am Freitagabend die große Josh-Sargent-Show bejubelt. Hinterher trat Werder-Trainer Florian Kohfeldt aber vor die Kameras und Mikrofone und holte das imaginäre Lasso raus. Sein Ziel: die Erwartungen einfangen, die die Bremer Fans nun an Sargent haben.

„Der Junge wird jetzt nicht durch die Decke gehen“, sagte Kohfeldt. Es klang ein bisschen nach Tiefstapelei. Auf verlorenem Posten stand der 36-Jährige sowieso. Denn die Geschichte, die Josh Sargent mit seinem Tor zum 3:1-Endstand gegen Fortuna Düsseldorf geschrieben hat, ist viel zu gut, als dass die Begeisterung einfach mal eben so zu stoppen wäre. Nur 86 Sekunden stand er auf dem Platz, ehe ihm per Kopfball-Abstauber das erste Bundesliga-Tor seiner Karriere gelang. 

Mit 18 Jahren und 290 Tagen avancierte er zum zweitjüngsten Bremer Torschützen nach Aaron Hunt (18 Jahre, 161 Tage), zum schnellsten Tor-Debütanten im Werder-Trikot (bisher Hugo Almeida, drei Minuten im August 2006) und zum zweitjüngsten US-Profi, der jemals in der Bundesliga getroffen hat. Nur Christian Pulisic (17 Jahre, 212 Tage) war noch jünger.

Sargent vs. Pulisic?

Auf eben jenen Pulisic könnte Sargent am Samstag treffen, wenn Werder Bremen bei Borussia Dortmund antritt. Dass Sargent dann aber tatsächlich dabei sein wird, ist keinesfalls sicher. „Ich kann nur um Geduld werben“, sagte Kohfeldt. Übersetzt heißt das: Sargent ist trotz des Tores kein sicherer Kader-Kandidat für die restlichen Spiele bis zur Winterpause. Der Coach: „Kann sein, dass Josh in Dortmund dabei ist. Die Welt würde aber auch nicht untergehen, wenn nicht.“

Kohfeldt müsste, um Platz für Mittelstürmer Sargent zu schaffen, einen aus dem Trio Pizarro, Harnik, Osako opfern – ob er den Mut und die Überzeugung dafür hat? Irgendwann ganz sicher, aber aktuell verpflichtet er sich selbst noch zur Vorsicht und Zurückhaltung – gleichwohl sagt er: „Ich glaube total an den Jungen.“

Josh Sargent ist nach seiner doppelten Bundesliga-Premiere in aller Munde.

Wer nicht? Josh Sargent ist, seit er zu Jahresbeginn zu Werder kam, ein kleines Phänomen. Er schoss in Liga vier bei der U 23 genauso seine Tore wie als Newcomer im US-Nationalteam. In dem Jungen mit den feuerroten Haaren sehen alle den Werder-Star der Zukunft. Die meisten können diese Vision zügellos genießen, Florian Kohfeldt aber hat die Aufgabe, sie auch umzusetzen. Um Sargent auf diesem Weg nicht zu verbrennen, hat er beinahe ein halbes Fußball-Jahr lang gezögert, bis er ihn tatsächlich in den Profi-Kader berufen hat. 

Nach dem märchenhaften Debüt zog er den Teenager aber sofort wieder aus dem Rampenlicht. Kein Auftritt vor Medienvertretern, kein Interview – der Junge, auf den Minuten vorher noch alle geschaut hatten, wurde nach dem Abpfiff plötzlich unsichtbar. „Da bitte ich um Verständnis, da ist heute einfach zu viel in ihm drin“, begründete Kohfeldt.

Blick ins Archiv: Werder-Talent Sargent in der Analyse 

Teamkollegen voll des Lobes

Während das US-Talent selbst also nicht sprechen durfte, redeten die Kollegen über ihn. Nur Gutes übrigens. Und alle sind der Meinung, dass sich die Werder-Fans – in naher oder etwas fernerer Zukunft – auf weitere Sargent-Shows freuen dürfen. „Ich glaube, dass er eine große Perspektive hat. Er ist auch ein guter Junge, hat von seinem Elternhaus viel mitbekommen. Er weiß seine Situation gut einzuschätzen“, meinte Sebastian Langkamp. 

„Josh ist ein sehr guter Typ“, sagte auch Kevin Möhwald. „Er kann uns in Zukunft vielleicht noch sehr viel helfen“, denkt Marco Friedl. Und was die Kollegen in Sargent sehen, stellt auch Kohfeldt heraus. Der Teenager kombiniere Begabung mit Charakterfestigkeit. „Josh“, sagte der Trainer, „wird nicht durchdrehen.“

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Quelle: DeichStube

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