Angreifer spielt nicht mehr

Eine Halbserie ohne Startelf-Einsatz - und für Johannes Eggestein ist keine Besserung in Sicht

Johannes Eggestein hat in der Rückrunde noch gar nicht für Werder Bremen gespielt.
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Johannes Eggestein hat in der Rückrunde noch gar nicht für Werder Bremen gespielt.

Seit einer Halbserie ist Johannes Eggestein ohne Startelf-Einsatz beim SV Werder Bremen, seit der Winterpause hat er gar nicht mehr gespielt. Trainer Florian Kohfeldt erklärt den Grund.

Bremen – Die Trainingsübung war so simpel und sollte von Profis, deren Job der Fußball ist, eigentlich im Schlaf ausgeführt werden können. Vier Angreifer treffen auf drei Abwehrspieler und sollen diese mit Tempo und präzisen Pässen ausspielen – vor diese Aufgabe stellte Florian Kohfeldt, Trainer des SV Werder Bremen, seine Angreifer in der Einheit am Mittwoch immer wieder. Aber: Es klappte kaum.

Pässe ins Nichts oder in den Fuß des Gegenspielers, kaum clevere Überzahlaktionen, schlechte Laufwege – schön anzusehen war das nicht. Dennoch behielt Kohfeldt die Nerven. Mal tadelte er, wurde laut, erklärte und gestikulierte. Mal lobte er. Und ja, er beschäftigte sich auch intensiv mit einem Spieler, bei dem man zuletzt den Eindruck haben konnte, dass er Kohfeldt mal die Autoreifen zerstochen oder sich ähnliche Vergehen geleistet haben musste. Es geht um Johannes Eggestein, den Kohfeldt seit der Winterpause links liegen lässt.

Werder Bremen: Johannes Eggestein überzeugt im Training nicht genug

Der letzte Startelf-Einsatz des 21-Jährigen datiert vom fünften Spieltag, damals traf Werder Bremen auf RB Leipzig und verlor 0:3. Zuletzt auf dem Platz stand der jüngere Eggestein-Bruder beim Hinrundenfinale gegen den 1. FC Köln. Seitdem ist „Jojo“ raus und spielt trotz der Flaute in der Offensive keine Rolle mehr beim SV Werder. „Rein sportliche Gründe“ hätten ihn dazu bewogen, auf den U21-Nationalspieler zu verzichten, wiederholt Florian Kohfeldt eine vor kurzem schon einmal getroffene Aussage. Und nein, Eggestein habe „nichts verbrochen. Was Professionalität, Verhalten und den Umgang miteinander angeht, ist Jojo absolut top.“

Aber Eggestein, das lässt Kohfeldt durchblicken, zeige im Training eben nicht, was er zeigen müsste, um in der Bundesliga berücksichtigt zu werden: „Er versucht das, und es wird auch besser. Das Grundprinzip ist, dass er sich anbieten muss.“

Johannes Eggestein: Letzter Startelf-Einsatz gegen RB Leipzig

Wobei: Das Training am Mittwoch mit der Vier-gegen-drei-Übung lieferte keinen erkennbaren Grund, weshalb Johannes Eggestein gegenüber anderen zwingend das Nachsehen haben müsste. Wirklich gut gemacht hat es bei den 20 bis 30 Versuchen keiner. Und: Eggestein, der die Rolle des anlaufenden Mittelfeldspielers übernahm, traf sogar, erzielte im Zuge der Übung das eine von nur zwei Toren. Als später das vermeintliche A-Team gegen die Reservisten antrat, gehörte Johannes Eggestein jedoch wieder zur B-Auswahl. Was nicht darauf hindeutet, dass er am Samstag gegen RB Leipzig – also eine Halbserie nach dem letzten Einsatz von Beginn an – wieder in der Startelf stehen sollte.

Tatsächlich haben im Angriff Milot Rashica, Josh Sargent und sogar Nick Woltemade die Nase vorn. Im Mittelfeld plant Kohfeldt eisern weiter mit Davy Klaassen und Maxi Eggestein sowie – je nach System – mit Leonardo Bittencourt. Wie weit Eggestein II weg ist, verrät Kohfeldt nicht. Seine allgemein gehaltene Bewertung: „Jojo ist gegen Leipzig im Kader – und das wäre er nicht, wenn ich es nicht grundsätzlich im Kopf hätte, ihn spielen zu lassen.“ (csa)

Zur letzten Meldung vom 27. Januar 2020:

Werder-Coach Kohfeldt erklärt: Darum spielt Jojo Eggestein nicht mehr

Bremen – Werder Bremen trifft das Tor nicht mehr – zumindest nicht mehr das gegnerische. Und Chancen sind auch Mangelware. Doch einer, der einstmals für ganz viele Tore stand, ist trotzdem außen vor. Johannes Eggestein war bei der 0:3-Heimpleite gegen 1899 Hoffenheim wieder einmal nur auf der Bank.

Nach dem Spiel des SV Werder Bremen erklärte Trainer Florian Kohfeldt, warum er dem 21-jährigen Johannes Eggestein aktuell nicht vertraut.„,Jojo' und ich haben die Woche noch einmal geredet. Wir haben beide festgestellt, dass bei ihm alle Basisfaktoren besser geworden sind. Er ist taktisch besser geworden, er ist athletisch besser geworden und schließt im Training gut ab“, berichtete Kohfeldt: „Aber immer, wenn er in die Spiele reinkommt, fehlt dieser Schuss Intuition und Freiheit. Vielleicht denkt er zu viel. Er trifft zu viele kleine falsche Entscheidungen.“ 

Damit dürfte Kohfeldt vor allem die Einwechslungen gegen Mainz (0:5) und Köln (0:1) gemeint haben, als der Angreifer quasi wirkungslos geblieben war. Den vor der Saison erhofften Startplatz hatte Johannes Eggestein da schon längst verloren gehabt. Vier Spiele lang war er – abgesehen von der Gelb-Rot-Sperre gegen Augsburg – als Startelf-Spieler gesetzt gewesen, hatte auch gleich beim Saisonauftakt gegen Düsseldorf (1:3) getroffen. Doch danach durfte er maximal noch als Joker ran – im neuen Jahr dann gar nicht mehr.

Werder Bremen: Die Torgefahr von Johannes Eggestein ist futsch

Dabei könnte die Offensive von Werder Bremen frischen Wind durchaus gebrauchen. Und in der Jugend war der jüngere der Eggestein-Brüder ein echter Torjäger, der alles in Grund und Boden geschossen hat. In 51 Spielen der U17-Bundesliga traf er 41 Mal, in 30 Partien der U19-Bundesliga 40 Mal. Doch mit dem Wechsel in den Herren-Bereich verschwand plötzlich Eggesteins Torgefahr. In 80 Pflichtspielen (Bundesliga, DFB-Pokal, 3. Liga) gelangen ihm gerade einmal neun Treffer. Allerdings hat ihn Kohfeldt inzwischen auch zum offensiven Achter umfunktioniert, lässt ihn nur noch äußerst selten im Sturmzentrum ran.

Dabei hatte er einst Eggesteins besonderen Torinstinkt im Strafraum gelobt, später dann aber dessen fehlendes Durchsetzungsvermögen bemängelt, um überhaupt in die Gefahrenzone zu gelangen. Inzwischen scheint es so, als hänge Eggestein in der Luft, als wisse er selbst nicht mehr, wo sein bester Platz auf dem Feld ist.

Werder Bremen: Johannes Eggestein strotzt nicht gerade vor Selbstvertrauen

„,Jojo' arbeitet hart, ich kann im null vorwerfen“, betonte Kohfeldt und fügte noch an: „Ich habe ihm gesagt: Irgendwann stelle ich dich einfach mal wieder mal auf.“ Die Frage ist nur, wann. Johannes Eggestein strotzt nicht gerade vor Selbstvertrauen, nachdem er in den ersten beiden Spielen des Jahres nur auf der Bank gesessen hat. Und es ist kein Geheimnis, dass Werder Bremen sich für die Offensive unbedingt noch verstärken will. Die Konkurrenz dürfte also noch größer werden. (kni/dco)

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Quelle: DeichStube

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