Pavlenka und Casteels die besten Liga-Torhüter

Trotz Abstiegskampf an der Spitze

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Die beiden besten Torhüter der Bundesliga: Kein anderer Stammkeeper wehrt prozentual mehr Torschüsse ab als Werders Jiri Pavlenka (links) und Wolfsburgs Koen Casteels.

Bremen/Wolfsburg - Wenn Werder Bremen am Sonntag den VfL Wolfsburg im Weserstadion empfängt, ist es das Kellerduell zwischen dem Bundesliga-15. und 13. – Abstiegskampf pur, könnte man auch sagen.

Und dennoch werden zwei Männer dabei sein, die an der Spitze stehen: Jiri Pavlenka und Koen Casteels. Werders und Wolfsburgs Torhüter sind aktuell die beiden besten in der Bundesliga – Pavlenka wehrte stolze 77,2 Prozent der Schüsse auf sein Tor ab, Casteels bringt es auf 76 Prozent. „Natürlich ist dieser Wert ein Indiz dafür, dass sich meine persönliche Bilanz bisher gut liest“, sagt der Wolfsburger, betont aber auch: „Statistiken und Prozentzahlen sagen nicht alles aus.“ Genau wie Pavlenka ist Casteels kein Freund großer Ansagen – im Gegenteil: Vor seiner Rückkehr zu seinem Ex-Verein Werder lobt er lieber den Mann, der beim Gegner zwischen den Pfosten steht.

Sechs Bundesligaspiele, mehr waren es gar nicht, die Koen Casteels in seiner Laufbahn für die Bremer bestritten hat. Im Winter 2015 lieh Werders damaliger Sportchef Thomas Eichin den Belgier vom VfL Wolfsburg aus, der Casteels seinerseits gerade erst aus Hoffenheim geholt hatte. Nach einem halben Jahr ging es für den Keeper zurück in die Autostadt. „Ich war nur kurz in Bremen, aber es hat mir dort gut gefallen. Ich komme immer wieder gerne zurück“, sagt Casteels und begründet auch, warum das so ist.

Casteels lobt Werder-Fans

„Das Stadion ist sehr schön, und die Fans sind leidenschaftlich und laut. Vor dieser Kulisse spiele ich immer gerne.“ Auch bei Werder haben sie den 25-Jährigen in bester Erinnerung behalten. Im Sommer hätte ihn Sportchef Frank Baumann gerne an die Weser zurückgeholt. Erst als sich der Transfer nicht realisieren ließ, schwenkte Werder auf Pavlenka um. Inzwischen steht fest, dass der Tscheche mehr als nun ein Plan B ist. Das lässt sich an seinen Werten ablesen – Werders Ex-Torhüter Tim Wiese sieht es aber auch so. 

„Ich gebe nichts auf Statistiken. Ein Torwart muss konstant gut halten, und Pavlenka spielt eine solide Saison“, sagt Wiese über den 1,96-Meter-Mann, den er genau wie Casteels (1,97 Meter) in die Kategorie „langer Schlacks“ einordnet. „Richtige Killer sind beide aber nicht. Die gibt es heute in der Bundesliga nicht mehr“, sagt Wiese. Dass er einer der letzten dieser Killer gewesen sei, sagt er nicht. Es schwingt aber irgendwie mit. Generell hat Wiese seinen eigenen Torhüter-Richtwert: „Mindestens acht bis zehn Punkte muss ein Torwart seinem Team pro Saison retten.“ Vor allem im Abstiegskampf sei das alternativlos. „Sonst wird es eng“, warnt der 36-Jährige.

Burdenski: Vander hat großen Anteil an Pavlenkas Form

Bisher konnten sich Werder und Wolfsburg auf ihre Schlussmänner verlassen, was auch Dieter Burdenski nicht entgangen ist. „Sie sind beide gut, aber das brauchen die Mannschaften in ihrer Lage auch“, sagt die Bremer Torwart-Legende. An Pavlenkas guten Auftritten spricht der 67-Jährige dem Bremer Torwarttrainer Christian Vander einen großen Anteil zu: „Er leistet super Arbeit.“ Am Sonntag, da ist sich Burdenski sicher, wird Casteels mehr zu tun bekommen: „Wolfsburg wird sich hinten reinstellen. Da kann er sich mehr auszeichnen als der Mann gegenüber.“

Diesen Mann kannte Casteels vor ein paar Monaten übrigens noch gar nicht. „Bevor er nach Bremen gekommen ist, wusste ich nicht, wer er ist“, sagt der Wolfsburger – und ergänzt: „Jetzt habe ich schon einige Spiele von ihm gesehen. Er ist ein sehr guter Torwart.“ Statistisch gesehen momentan sogar der Beste in der Bundesliga. Casteels würde das am Sonntagabend gerne ändern.

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Quelle: DeichStube

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