Werder-Keeper bei der Nationalmannschaft

Werder-Ärger über tschechischen Verband: „Unnötiges Risiko“ mit Torwart Jiri Pavlenka

Der Coach des SV Werder Bremen, Florian Kohfeldt, ärgert sich wegen der Länderspielreise von Keeper Jiri Pavlenka.
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Der Coach des SV Werder Bremen, Florian Kohfeldt, ärgert sich wegen der Länderspielreise von Keeper Jiri Pavlenka.

Bremen – Dass der Länderspiel-Dreierpack gegen Estland, Belgien und Wales für Jiri Pavlenka normal verlaufen wäre, lässt sich nun wirklich nicht behaupten. Es war organisatorisch, reisetechnisch und schließlich auch sportlich ein unbefriedigendes Hin und Her für den tschechischen Auswahltorhüter. Und in Bremen verfolgten die Verantwortlichen des SV Werder Bremen die Abläufe letztlich mit einiger Verärgerung.

Besonders, dass Jiri Pavlenka nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr nach Bremen nach Wales fliegen musste, um dort dann im WM-Qualifikationsspiel gar nicht zum Einsatz zu kommen, bezeichnete Trainer Florian Kohfeldt als „unnötiges Risiko in einer sehr speziellen Situation“. Was der Bremer Coach meinte: Nachdem Pavlenka im ersten Teil der tschechischen Trilogie im Tor gestanden hatte und mit Tschechien im polnischen Lublin einen standesgemäßen 6:2-Erfolg über Estland gefeiert hatte, hätte er wohl auch den zweiten Part bestreiten dürfen. Wegen einer Rechtsunsicherheit hinsichtlich einer späteren Quarantäne stellte Werder Bremen den Keeper jedoch nicht für die Partie in Prag gegen Belgien (1:1) ab.

Dabei war Tschechien kurz zuvor von der Liste der Virusvarientangebiete gestrichen worden. Die Zeit reichte aber nicht, alle offenen Fragen zu klären. Jiri Pavlenka kehrte also zum SV Werder Bremen zurück, um Tage später seinem Nationalteam ins walisische Cardiff hinterherzufliegen, wo Spiel Nummer drei anstand. Sicherlich mit der Erwartung, dort wieder zu spielen. Auch Kohfeldt dachte so, weil: Welchen Sinn hätte es sonst gemacht, einen bestehenden Kader durch Pavlenka zu ergänzen? Doch Pavlenka spielte nicht, Tomas Vaclik (FCSevilla) bekam den Vorzug, festigte trotz der 0:1-Niederlage wieder seinen zuletzt etwas wackeligen Status als Stammkraft im tschechischen Tor. Kohfeldt: „Als ich die Aufstellung gesehen habe, habe ich mich schon gewundert, dass Jiri nach Wales reisen musste. Ihn einfliegen zu lassen und dann auf die Bank zu setzen, war ein unnötiges Risiko.“

Werder Bremen: Erster Coronatest von Jiri Pavlenka negativ

Laut ersten Tests ist Jiri Pavlenka zwar (wie alle anderen Bremer Nationalspieler) Corona-frei geblieben, dennoch hätten die Chefs des SV Werder Bremen eine andere Absprache mit dem tschechischen Nationaltrainer Jaroslav Silhavy erwartet. „Ich bin ehrlich: Ich hätte mir einen anderen Austausch gewünscht“, meint Kohfeldt. Sportchef Frank Baumann pflichtet bei: „Was Florian zur sportlichen Entscheidung gesagt hat, kann ich nur unterstreichen. Wenn man einen sehr großen Kader nominiert und ein Spieler dann nicht zum Einsatz kommt, ist das unnötig.“ Aber das, so schränkte es Kohfeldt ein, sei „die Sicht eines Clubs“. Pavlenka selbst hat sich überhaupt nicht über die Wales-Reise beschwert. „Für ihn ist es immer eine Ehre, für sein Land da zu sein“, so Kohfeldt. (csa)

Auch interessant: Verfolgt das Gastspiel des SV Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart im Liveticker der DeichStube! Und: Transfers und neue Verträge: Werder Bremen bittet um Geduld!

Zur letzten Meldung vom 30. März 2021:

Weichenstellung in Wales: Werder Bremen-Keeper Jiri Pavlenka auf dem Weg zur tschechischen Nummer eins

Bremen/Cardiff – Am Sonntagmorgen flog Jiri Pavlenka noch auf einem der Trainingsplätze am Weserstadion den Bällen hinterher, am Montagmorgen flog er dann nach Wales. Und im Gepäck hatte der Torhüter des SV Werder Bremen die Hoffnung, dass ihn das verpasste WM-Qualifikationsspiel gegen Belgien am Samstag auf seinem Weg zur Nummer eins in der tschechischen Nationalmannschaft nicht zurückgeworfen hat. Allerdings muss er genau das befürchten.

Die Hierarchie im tschechischen Tor war lange eindeutig. Tomas Vaclik (32) vom FC Sevilla war die erste Wahl, Jiri Pavlenka (28) der Herausforderer. Doch in diesem Frühjahr scheinen sich die Verhältnisse zu drehen. Weil Vaclik in Spanien in Folge einer Knieverletzung kaum noch spielt und im Club hinter dem marokkanischen Nationalkeeper Bono zurückstehen muss, bietet sich Pavlenka die Chance, an dem Konkurrenten vorbeizuziehen. Beim ersten WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen Estland (6:2) stand der Keeper des SV Werder Bremen dann auch zwischen den Pfosten, Vaclik saß auf der Bank.

Werder Bremen stoppte Jiri Pavlenkas Trip nach Prag

Eine Wachablösung war das zwar noch nicht, aber immerhin ein Hinweis darauf, dass sie bevorstehen könnte. Und Pavlenka hätte seine Position festigen können, wenn er auch Partie Nummer zwei der aktuellen Länderspielphase hätte bestreiten können. Wegen der für ihn zu spät gelockerten Quarantäne-Maßnahmen bei Reisen nach Tschechien verpasste er aber am Samstag die Begegnung mit dem Weltranglistenersten Belgien. Statt in Prag zu spielen, trainierte er am Wochenende in Bremen mit dem Torwarttrainer von Werder Bremen, Christian Vander.

Werder Bremen: Jiri Pavlenka bald Nummer eins im Tschechischen Tor?

Vaclik kehrte dagegen zurück ins tschechische Tor und brachte sich mit einer starken Leistung nicht nur für das Match am Dienstag in Cardiff gegen Wales sondern auch für die EM im Sommer wieder in Position. „Sport.cz“ attestierte dem Spanien-Legionär nach dem überraschenden 1:1 gegen Belgien „eine großartige Leistung“. Doch der 32-Jährige weiß, dass er nicht mehr konkurrenzlos ist. Zum Duell mit Pavlenka sagte er tschechischen Medien: „Wir werden sehen, was sich die Trainer für Wales einfallen lassen. Und wir werden sehen, was im Sommer passiert.“ So klingt keiner, der sich seiner Sache sicher ist. Sollte Jiri Pavlenka in Cardiff erneut den Vorzug bekommen, wäre das für den Schlussmann von Werder Bremen fraglos ein großer Schritt Richtung Stammplatz im Tschechen-Tor. (csa) Auch Interessant: Werder Bremen auf dem Transfermarkt: Baumanns Blick muss sich weiten. Zurück im Nationalteam: Stefanos Kapino macht sich für Werder Bremen hübsch.

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