Werder-Talent im Wartestand

Mbom in Südafrika: Viel lernen und die Bälle tragen

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Jean-Manuel Mbom befindet sich beim SV Werder weiterhin in der Lernphase.

Johannesburg – Die Flugbahn war perfekt. Butterweich segelte die Kugel in hohem Bogen über den Trainingsplatz von Johannesburg, sodass Jean-Manuel Mbom schon zwei kurze Schritte genügten, um die Flanke von Philipp Bargfrede mit dem Ballnetz aufzufangen.

Danach warf er sich den großen Sack über die Schulter und ging quer über den Platz – kurz vor dem Feierabend hatte er noch die anderen Bälle einzusammeln, das gehört nun mal zu den Aufgaben eines Jungprofis. 

18 Jahre alt ist dieser Jean-Manuel Mbom, bei Werder sehen sie ihn als großes Versprechen für die Zukunft, deswegen durfte er auch erneut mit ins Trainingslager - diesmal nach Südafrika statt wie im Sommer nach Österreich. Vom ersten Einsatz in der Bundesliga ist der Mittelfeldspieler allerdings noch ein ordentliches Stück weit entfernt.

Mbom noch kein Kandidat für die Bundesliga

„Manu steckt nach wie vor im Lernprozess. Er ist sicher kein Kandidat, der in naher Zukunft regelmäßig im Bundesliga-Kader stehen wird“, sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem abgebrochenen Testspiel gegen die Kaizer Chiefs, bei dem Mbom überraschend in der Startelf gestanden hatte. Im Bremer Mittelfeld agierte er als Sechser vor der Abwehr, flankiert von Kevin Möhwald und Johannes Eggestein auf den Halbpositionen. 

„Wir wollten gewisse Blöcke zusammen sehen“, erklärte Kohfeldt, der in der zweiten Hälfte eigentlich die A-Besetzung mit Nuri Sahin, Maximilian Eggestein und Davy Klaassen im Zentrum hatte aufbieten wollte. Der Spielabbruch verhinderte das. Mbom hatte zuvor allerdings etwa 40 Minuten Zeit, um auf sich aufmerksam zu machen, was ihm in Ansätzen gelang. Genau wie alle Bremer hatte auch der U19-Nationalspieler (fünf Länderspiele) Schwierigkeiten, sich auf die Bedingungen im FNB-Stadion einzustellen. 

„Er hatte große Probleme mit der Ballkontrolle, sein Spiel gegen den Ball war aber ordentlich“, sagte Kohfeldt, der die Erwartungshaltung an den gebürtigen Göttinger nicht zu groß werden lassen will: „Er ist immer noch A-Jugendlicher. Das darf man nicht vergessen. Manu muss weiter in den Herrenfußball hereinwachsen.“ Vor allem Schnelligkeit und Passqualität seien dabei wichtige Themen. 

„Körperlich bringt er alle Voraussetzungen mit, aber er muss lernen, dass er nicht mehr alles mit körperlichem Einsatz ausbügeln kann“, betonte der Coach. Während seiner Zeit als Jugendspieler war Mbom stets einer der kräftigsten und athletischten Spieler auf dem Platz, was ihm einen großen Vorteil verschaffte und dazu verhalf, sich ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu spielen. 

Verfolgt das Werder-Trainingslager in Südafrika in unserem Ticker!

Fritz-Walter-Medaille in Silber

2017 erhielt der 1,79-Meter-Mann die Fritz-Walter-Medaille in Silber, eine große Auszeichnung für einen Jugendspieler. Auch Spieler wie Mario Götze (2009), Emre Can (2011) und Julian Brandt (2013) haben mal eine Fritz-Walter-Medaille bekommen. Mbom hatte Werders U17 in der Saison 2016/2017 als Kapitän ins Finale um die Deutsche Meisterschaft geführt. 18 Tore in 20 Einsätzen lautete seine beachtliche Bilanz. 

Aktuell kommt er bei Werder in der U23 zum Einsatz, in der Regionalliga Nord hat er unter Trainer Sven Hübscher 14 Spiele absolviert, in denen ihm eine Vorlage gelang. „Diese Einsätze sind für ihn enorm wichtig“, weiß Kohfeldt. Weil sie Erfahrung bringen, auch Selbstvertrauen – und weil sie ein entscheidender Schritt auf dem Weg hin zum gestandenen Profi sind. Das Ballnetz wird Mbom schließlich nicht für immer tragen wollen.

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Quelle: DeichStube

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