37-Jähriger springt für Zetterer ein

Drobny wird schon früh gebraucht

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Jaroslav Drobny springt gegen 1899 Hoffenheim als Ersatztorwart für Michael Zetterer ein.

Bremen - Beim Bundesliga-Auftakt gegen 1899 Hoffenheim steht Jaroslav Drobny nochmal im Kader. Bei Werder Bremen wird er mittlerweile aber eigentlich in anderer Rolle gebraucht.

Jaroslav Drobny war eigentlich schon an dem Mann vorbeigegangen, ehe er abrupt abstoppte, kehrt machte und ihm seine große Pranke hinhielt. Der Mann zögerte kurz. Dann verstand er und stieß seine Faust betont vorsichtig gegen die Drobnys, die so kurz vor dem Training bereits in einem dick gepolsterten Handschuh steckte. Eine kurze, lässige Begrüßung, mit der Drobny dem Mann Respekt zollen wollte, Respekt für dessen Spruch.

„Drobo!“, hatte der Mann kurz zuvor gerufen, „du bist der beste Spieler, den Werder hat.“ Die Pointe kam, als Drobny schon ein paar Meter weiter war: „Weil du mal beim HSV gespielt hast.“ Werders Torhüter schüttelte den Kopf, musste schmunzeln, drehte um. Einen guten Scherz, den weiß der 37-Jährige eben zu schätzen – und genau an diesem Punkt knüpft die kleine Anekdote aus dem Trainingslager in Schneverdingen an die Rolle an, die Drobny seit dieser Saison innerhalb des Bremer Profi-Kaders einnimmt.

Drobny - Klimaanlage für das Mannschaftsgefüge

Auf dem Papier ist der Tscheche dritter Torhüter. Im Alltag geht es bei ihm aber längst nicht mehr nur darum, Bälle zu halten und die Vorderleute zu dirigieren. Drobny ist bei Werder die Klimaanlage für das Mannschaftsgefüge, ist Wortführer, Anlaufstation und Stimmungsmacher in Personalunion. Werders Sportchef Frank Baumann sagt es so: „Drobo ist für die Stimmung im Team sehr wichtig.“

Nicht zuletzt deswegen haben sich die Bremer im Sommer dazu entschieden, den Vertrag des Keepers um ein Jahr bis 2018 zu verlängern – mit dem klar definierten Aufgabenprofil als „Backup-Torhüter“, als Stütze und Ansprechpartner für die Kollegen, von denen schon viele die Bedeutung Drobnys hervorgehoben haben. Aber auch sportlich wird der Tscheche noch gebraucht. Weil Ersatztorhüter Michael Zetterer mit einer Bindehautentzündung ausfällt, reist Drobny mit zum Bundesliga-Auftakt gegen Hoffenheim.

Exakt 200 Spiele hat der Schlussmann in der Bundesliga absolviert. Werders neue Nummer eins Jiri Pavlenka und Zetterer bringen es gemeinsam auf – null. Da kann es nur hilfreich sein, wenn im Hintergrund ein Mann mit Tipps und Antworten parat steht. Das gilt vor allem für Pavlenka, ebenfalls ein Tscheche, bei dessen Integration Drobny wichtige Arbeit leistet. Der neue Keeper spricht kein Deutsch, nur wenig Englisch – und ist froh, sich mit seinen Landsleuten Drobny und Theodor Gebre Selassie in der Heimatsprache austauschen zu können.

Wer Jaroslav Drobny im Training mit den anderen beiden Torhütern beobachtet, bekommt allerdings nicht das Gefühl, dass es für den 1,92-Meter-Mann nur darum geht, die Mitspieler gut aussehen zu lassen. „Er ist sehr ehrgeizig und will spielen“, weiß Baumann – und betont: „Seine wichtigste Aufgabe ist es ja auch, den Konkurrenzkampf anzuheizen.“

Dass der dritte Torhüter plötzlich doch mehr Einsatzzeiten fordert, glaubt Baumann nicht: „Nein, da wird es eine keine Probleme geben.“ Den Eindruck, dass Drobny mit seiner neuen Rolle irgendein Problem hat, vermittelt er in der Tat nicht. Der Mann aus dem Trainingslager in Schneverdingen kann es bestätigen.

Quelle: DeichStube

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