Torwartwechsel soll Stabilität bringen

Drobny wieder drin – und bei Wiedwald riecht’s nach Abschied

Jaroslav Drobny ist zurück im Tor von Werder Bremen.
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Jaroslav Drobny ist zurück im Tor von Werder Bremen.

Bremen - Jaroslav Drobny ist wieder die Nummer eins bei Werder - und soll es für den Rest der Saison auch bleiben. Bei Felix Wiedwald sieht es indes nach Abschied im Sommer aus.

Er wird zufrieden sein, denn er ist wieder die Nummer eins bei Werder. Doch wie sich das Comeback im Bremer Tor anfühlt, verrät Jaroslav Drobny nicht. Nach dem 2:2 im Nordderby verschwand er am Samstagabend im Volksparkstadion erst mal in der Kabine seines ehemaligen Clubs Hamburger SV. Sein neongelbes Trikot in der Hand. Die Medienvertreter ignorierte der Tscheche – und gestern ließ er über seinen Verein mal wieder ausrichten: Keine Lust auf Gespräche mit der Presse.

Dafür redeten andere. Trainer Alexander Nouri nannte „die Ausstrahlung, die große Erfahrung und die Persönlichkeit“ als Gründe, warum er künftig wieder auf Drobny und nicht mehr auf Felix Wiedwald vertraut: „Wir haben uns für ,Jaro’ entschieden, um mehr Stabilität von hinten raus zu bekommen.“ Sportchef Frank Baumann verspürt „einen Tick mehr Sicherheit“, wenn die Bremer Nummer 33 im Tor steht.

Drobny, der im Mannschaftskreis ein sehr lockerer Typ sein soll, genießt hohes Ansehen im Team. Dass sich die Mitspieler in einer Abstimmung für ihn ausgesprochen haben (wie „Sky“ berichtete), stritten Kapitän Clemens Fritz („Blödsinn, Humbug, lächerlich“) und Baumann („völliger Quatsch, komplett hirnrissig“) energisch ab. Durchaus vorstellbar ist allerdings, dass Nouri vor seiner Entscheidung in die Mannschaft hineingehorcht und die Meinung der Führungsspieler eingeholt hat.

Sportlich war Drobnys Rückkehr durchwachsen

Sportlich war die Rückkehr Drobnys nach seinen Handbrüchen ziemlich durchwachsen. Er schoss den Ball (unter anderem kurz vor dem frühen 0:1) mehrfach unbedrängt ins Aus. Das war noch auffälliger als bei Wiedwald, der fußballerisch ebenfalls große Defizite hat. Nouri wollte sich der Kritik jedoch nicht anschließen, lobte stattdessen Drobnys Parade beim Schuss von Filip Kostic („Den Ball haben wir schon drin gesehen“) und urteilte: „Er tut der Mannschaft gut und hat uns heute geholfen. Die anderen Dinge kommen mit dem Rhythmus.“

Der ganz große Verlierer ist einmal mehr Wiedwald. „Ich habe es Felix natürlich in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Er hat es professionell aufgenommen, als Teamplayer“, sagte Nouri: „Dass er enttäuscht ist, ist klar.“ Für Wiedwald, der zu Beginn der Saison noch Stammtorwart gewesen und dann von Ex-Coach Viktor Skripnik zum ersten Mal „rasiert“ worden war, ist die erneute Verbannung auf die Bank ein heftiger Niederschlag.

Mehr noch: Der 26-Jährige (spielte insgesamt acht Mal) wird nun wohl nicht mehr auf die 20 Pflichtspieleinsätze kommen, die angeblich zu einer automatischen Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags führen. Die Zeit des in Achim aufgewachsenen Keepers bei „seinem“ SV Werder scheint 2017 abzulaufen. Weil Drobny mit seinen inzwischen 37 Jahren aber auch nicht der Tormann der Zukunft bei Werder ist, wäre es wenig verwunderlich, wenn sich der Verein schon jetzt intensiver nach einer neuen Nummer eins für die kommende Saison umsieht. mr

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