Nach erstem Bundesliga-Tor

Belfodil ist stolz auf sich

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Ishak Belfoldil erzielte beim 2:2 gegen Mainz 05 seinen ersten Bundesliga-Treffer.

Bremen - Erstes Tor in der Bundesliga, dazu seine bisher beste Leistung im Werder-Trikot: Für Ishak Belfodil war der Samstagnachmittag im Bremer Weserstadion eigentlich ein rundum gelungener - wenn da nur dieses blöde Ergebnis nicht gewesen wäre.

In der letzten Sekunde hatte Werder Bremen den sicher geglaubten Sieg gegen Mainz 05 noch aus der Hand gegeben. Und so kam es, dass sich der Algerier nach dem 2:2 vor den Journalisten eher geknickt, denn zufrieden gab. Zu einem Thema äußerte sich Belfodil allerdings enorm selbstbewusst: Als es um die Frage nach seiner Zukunft bei Werder ging.

Da Trainer Florian Kohfeldt in den vergangenen Wochen kaum auf den Algerier gesetzt hatte, waren bereits Gerüchte aufgetaucht, Belfodil könne womöglich schon im Winter nach Lüttich zurückkehren. Werders Sportchef Frank Baumann hat dem bereits widersprochen. Nach dem Mainz-Spiel tat es nun auch Belfodil selbst: „Ich kenne diese Gerüchte nicht. Ich bin hier, um zu spielen und um mein Bestes für Werder zu geben.“

Belfodil: „Ein schönes Gefühl“

Dass er dazu unter Kohfeldt bisher kaum Gelegenheit bekam, wertet der Angreifer nicht als Zeichen mangelnder Wertschätzung: „Es liegt sicher nicht an meinen Qualitäten, denn auf die zählt das Trainerteam.“ Vielmehr sei es normal, dass Spieler in der schwierigen sportlichen Phase, in der sich Werder befindet, auch mal zurückstecken müssen. „Fußball ist ein Mannschaftssport. Da kommt so etwas eben vor“, sagte Belfodil.

Vor dem Mainz-Spiel hatte er von den kurzfristigen Ausfällen von Max Kruse (Adduktorenprobleme) und Zlatko Junuzovic (muskuläre Probleme in der Wade) profitiert - es war eine plötzliche Chance, die der 1,91-Meter-Mann genutzt hat. „Es ist ein schönes Gefühl, das erste Tor in der Bundesliga zu schießen“, sagte Belfodil, der Werder in der 17. Minute per Kopfball mit 2:0 in Führung gebracht hatte. „So sollte es immer sein, genau das ist ja das Ziel eines jeden Stürmers.“

Einzelkritik: Mit Bargfrede ist Werder besser

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Bekam in Hälfte eins lange gar nichts zu tun, ehe er plötzlich zweimal im Mittelpunkt stand: Erst mit Unsicherheit bei einer gegnerischen Flanke (25.), dann mit starkem Reflex gegen De Blasis (34.). Bei den Gegentoren ohne Abwehrchance (70.). Note 3 © Gumz
Robert Bauer
Robert Bauer: Der 22-Jährige stand erstmals unter Trainer Kohfeldt in der Startelf. Ihm war die fehlende Praxis in der Anfangsphase anzumerken. Fand hinten rechts in der Viererkette nach und nach besser ins Spiel. Beim Mainzer Anschlusstreffer hätte er aber gerne aktiver sein können, statt nur zuzugucken. Note 4 © Gumz
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Wechselte sich in der Innenverteidigung mit Moisander zunächst bei der Bewachung von Muto ab – mit Erfolg: Mainz' einzige Spitze blieb blass und wurde nach der Pause ausgewechselt. Veljkovic war gewohnt sicher im Passspiel und ruhig am Ball. Beim 1:2 trifft aber auch ihn eine Mitschuld, weil er das Kopfballduell gegen Berggreen verlor. Note 4 © Gumz
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Ein gefährlicher Fehlpass gleich zu Beginn (6.), dann war er lange Zeit wieder der Moisander, den man in Bremen kennt. Solide, unaufgeregt und mit viel Übersicht. Ganz wichtig seine Rettungsaktion gegen Muto zu Beginn der zweiten Hälfte. Sah vor dem 1:2 gegen Torschütze Quaison aber ganz schlecht aus. Note 4 © Gumz (Archiv)
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Seine Hereingaben sorgten immer wieder für Gefahr. Führte den Freistoß vor dem 2:0 aus. In Halbzeit eins oft im Vorwärtsgang unterwegs, weil er in der Defensive erst nach dem Wechsel mehr gefordert wurde. Dann in der Schlussminute aber mit der entscheidenden Unaufmerksamkeit, als er Frei entwischen ließ. Note 4 © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (bis 65.): Sofort hellwach – und Torschütze: Stark, wie überlegt er beim 1:0 abschloss (2.). Spielte mit großem Einsatz. Auch wenn ihm nicht immer alles gelang: Einmal mehr wurde deutlich, dass Werder mit ihm auf dem Platz einfach besser ist. Musste mit Oberschenkelproblemen vom Platz. Note 2 © Gumz 
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Spielte im rechten Mittelfeld und rückte dort weit mit nach vorne – allerdings ohne dabei Gefahr auszustrahlen. Insgesamt aber ein ordentlicher Auftritt. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Pech, dass sein Schuss in der 26. Minute noch von Mainz-Keeper Zentner abgewehrt wurde – es wäre das sichere 3:0 gewesen. Erneut viel unterwegs. Sorgte mit klugen Pässen für Ordnung. In der 54. Minute zu verspielt, als er im Strafraum ins Dribbling ging, anstatt sofort abzuschließen. Note 3 © nordphoto
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Stark, wie er den Ball vor dem 1:0 von Latza eroberte. In den Zweikämpfen sehr clever, setzte seinen Körper immer wieder gut ein. Auch am zweiten Werder-Tor direkt beteiligt: Leitete einen Augustinsson-Freistoß per Kopf auf Belfodil weiter. Note 2,5 © Gumz
Florian Kainz
Florian Kainz (bis 76.): Vor der Pause einer der auffälligsten Bremer, weil an nahezu jeder gefährlichen Offensivaktion beteiligt. Hätte bei seinen Chancen (7./21./32.) aber durchaus ein Tor machen dürfen. Baute nach der Pause ab. Note 4 © Gumz
Ishak Belfodil
Ishak Belfodil (bis 90.+2): Nach seiner Einwechslung in Leverkusen noch schwach, dieses Mal in der Startelf – und bärenstark! Als einzige Sturmspitze körperlich enorm präsent, entwickelte große Wucht, so wie bei seiner Kopfball-Bogenlampe zum 2:0 (17.). Tauchte im zweiten Durchgang etwas ab, weil die gesamte Bremer Offensive nicht mehr so zur Geltung kam. Hätte aber trotzdem fast das 3:1 per Kopf erzielt (83.). Note 2,5 © nordphoto
Jerome Gondorf
Jerome Gondorf (ab 65.): Kam für den angeschlagenen Bargfrede und warf sich gleich in die Zweikämpfe. Note - © Gumz
Izet Hajrovic
Izet Hajrovic (ab 76.): Sein Auftrag war klar: In der Schlussphase für dringend benötigte Entlastung sorgen. Das gelang ihm nicht. Note - © dpa
Lamine Sane
Lamine Sane (Mitte, ab 90.+2): Kam, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Note - © nordphoto

Bei Werder hören sie so etwas freilich gerne. „Ishak war heute sehr präsent und gut in der Box. Er hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht“, lobte Trainer Florian Kohfeldt. Sportchef Frank Baumann nannte den Auftritt des Algeriers „sehr ansprechend“. Es ist eine Einschätzung, die sich übrigens nahezu mit der des Stürmers deckt, wenn es um seine bisherige Zeit in Bremen geht.

„Ich bin schon stolz auf mich, weil ich hier in sehr kurzer Zeit sehr gut angekommen bin“, sagte Belfodil. Eine neue Stadt, eine neue Sprache, zudem auch noch eine neue Position (Belfodil sieht sich selbst eher als Spielmacher) - all das sei eben eine große Herausforderung. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich leiste“, sagte er. Die schlechteste Voraussetzung ist das sicher nicht.

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Der Nachbericht: Nachlässig in der Nachspielzeit

Quelle: DeichStube

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