Werder-Bremen - Ein Insider packt aus.

Ein Insider packt aus

Von Björn Knips. Arie Haan ist wieder da – in China. Eigentlich wollte er sich im vergangenen Winter mit 65 Jahren zur Ruhe setzen und hatte sich dafür in Holland extra ein neues Haus gekauft. „Aber dann hat mich dieser Blödmann angerufen“, sagt Haan und lacht. Der Blödmann ist natürlich nicht blöd, sondern der Boss von Teda Tianjin. Und der bat Haan, nach 2010 ein zweites Mal den chinesischen Erstligisten zu übernehmen.

Der Holländer erzählt die Geschichte am Rande des Werder-Trainings. Er ist gekommen, um Hallo zu sagen – und zwar Robin Dutt. Den hat er 2002 bei den Stuttgarter Kickers kennengelernt. Dutt war Co-Trainer, Haan so etwas wie ein Berater des Club. Damals hatte er auch einen Anruf bekommen – von Kickers-Präsident Axel Dünnwald-Metzler. „Der wollte einfach einen großen Namen.“

Aus China berichtet Björn Knips

Doch der berühmte Coach war schnell wieder weg – Richtung China. Nationaltrainer. Der Mann ist also absoluter China-Experte. Das ist für den weiteren Verlauf dieser Geschichte von großer Bedeutung. Denn irgendwann in diesem netten Gespräch über den chinesischen Fußball, das veränderte Leben im Reich der Mitte („China ist nicht mehr so exotisch wie noch vor ein paar Jahren – Peking und Shanghai sind wie New York oder Paris“) erkundigt er sich nach Werder und der China-Reise. Also berichten wir vom netten Empfang in Changchun und Tianjin, wo immerhin 25 bzw. 50 Fans in Werder-Trikots auf ihre Lieblinge gewartet hatten. „Alle bestellt“, entgegnet Haan sofort. „Alle bestellt?“, fragen wir entgeistert zurück. „Wir sind in China!“, antwortet der 65-Jährige und lacht. Er lacht uns sogar aus. Weil er uns für naiv hält? Oder weil er einen Scherz gemacht hat?

Dann erzählt er folgende Geschichte: „Wenn wir auswärts spielen und das mehrere Stunden weit weg, dann kommen nicht unsere Fans mit, sondern es wird eine Fabrik vor Ort gesucht, die zum Unternehmen gehört. Da werden alle Leute eingekleidet – und die unterstützen uns dann im Stadion. Das ist China.“ Aber ist das ein Beweis?

Wir sind jedenfalls beeindruckt, als uns Thomas Eichin Sekunden später über den Weg läuft. Wir müssen ihm diese schlechte Nachricht einfach überbringen. Er glaubt sie nicht. „Die Fans sind doch alle so gut über uns informiert“, hält er dagegen – und liefert damit einem Kollegen eine Steilvorlage: „Das ist es ja, die mussten bestimmt einen Werder-Kurs machen.“ Jetzt hält Eichin nicht mehr dagegen, sondern inne. Und hat einen guten Einfall: „Es ist nie falsch, etwas über Werder Bremen zu lernen – und vielleicht sind sie ja dadurch richtige Fans geworden.“ Das Wie ist eben manchmal total egal.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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