Verteidiger aus Ingolstadt soll der Gebre-Selassie-Konkurrent werden

Baumann jagt Bauer

Robert Bauer hat das konkrete Interesse von Werder-Sportchef Frank Baumann geweckt. Das erste Angebot liegt dem FC Ingolstadt bereits vor. - Foto: imago

Bremen - Links oder rechts – für Robert Bauer ist das relativ egal. Ihm wird nachgesagt, auf beiden Seiten verteidigen zu können. Was einigermaßen selten ist im Fußball-Business. Bauer, den gebürtigen Pforzheimer in Diensten des FC Ingolstadt, macht diese Vielseitigkeit zu einem äußerst interessanten Spieler – so sieht es jedenfalls Frank Baumann.

Der Sportchef des SV Werder hat den 21 Jahre alten Bauer nicht nur auf dem Radar, sondern schon erste Schritte Richtung Verpflichtung eingeleitet. Erfolgschancen? „Schwer zu sagen“, meint Baumann. Mit dem Spieler selbst scheint schon alles klar zu sein. „Robert kann sich vorstellen, zu uns zu kommen“, sagte der Bremer Manager der „Bild“-Zeitung, und Werder hat dem FC Ingolstadt „unser Interesse signalisiert“. Die Reaktion der Schanzer ist nicht bekannt, Ingolstadts Sportdirektor Thomas Linke wollte sich gestern nicht zu der Personalie äußern.

Klar ist nur, dass der Bundesliga-Neuling der vergangenen Saison die Hand weit aufhalten wird. Bauers Vertrag läuft schließlich noch bis 2018, die Ablösesumme wird auf drei bis vier Millionen Euro taxiert. Das ist freilich machbar für die Bremer, die aktuell noch über ein Transferplus von mehr als 13 Millionen Euro verfügen. Aber klar: Ohne Poker geht es nicht.

Und er muss gewissermaßen den Umweg über Brasilien nehmen. Dort hofft Bauer heute mit der deutschen Auswahl auf den Einzug ins Olympische Finale und damit auf eine sichere Medaille. Um 21.00 Uhr MEZ geht es gegen Nigeria. Baumann: „Robert soll sich jetzt erstmal auf Olympia konzentrieren.“ Nach dem Turnier (Finalspiele am Samstag) kann dann alles ganz schnell gehen. Wenn der FC Ingolstadt das Stück vom Bremer Millionen-Kuchen bekommt, das er sich wünscht.

Viel Olympia-Erfahrung hat Robert Bauer, der bei Werder der benötigte Herausforderer und Konkurrent von Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie werden soll, bislang noch nicht gesammelt. Obwohl er eine Option für beide Außenpositionen ist, saß er meistens auf der Bank. Jeremy Toljan (1899 Hoffenheim) und Lukas Klostermann (RB Leipzig) bekamen auf den Außenverteidiger-Positionen den Vorzug. Nur beim 10:0 über Fidschi im letzten Gruppenspiel kam Bauer zu einem 45-Minuten-Einsatz.

Für Frank Baumann ist der ehemalige U 20-Nationalspieler dennoch erste Wahl, wenn es darum geht, Werder in der Zukunft defensiv besser zu machen. Eng und giftig am Gegner, zweikampfstark, defensiv gut geschult – das sind die Zutaten, die Werder an dem 1,83 Meter großen Bauer gefallen. Baumann: „Er passt bei uns ins Anforderungsprofil und ist ein interessanter Spieler.“

Beim Karlsruher SC hat Robert Bauer seine Jugend verbracht, 2014 erfolgte der Wechsel nach Ingolstadt, Nach dem Aufstieg 2015 stand er in Liga eins 24 Mal für sein Team auf dem Platz – 18 Mal von Anfang an. Überraschung dabei: Der Rechtsfuß verteidigte in 16 Partien links, ein Mal rechts und agierte ein Mal als Sechser im Mittelfeld. Seine Vielseitigkeit, so scheint es, hat offenbar Vorlieben. 

csa

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