Das ständige Ansprechen der Fehler fruchtet auch im Nordderby nicht

"Immer die gleiche Leier"

Werders Mittelfeldmann Philipp Bargfrede (rechts, hier gegen Hamburgs Nicolai Müller) war nach dem 2:2 im Nordderby ziemlich gefrustet.
+
Werders Mittelfeldmann Philipp Bargfrede (rechts, hier gegen Hamburgs Nicolai Müller) war nach dem 2:2 im Nordderby ziemlich gefrustet.

Hamburg/Bremen - Von Malte Rehnert. Das 105. Bundesliga-Nordderby wird in Erinnerung bleiben. Aber nicht wegen seiner Hochklassigkeit, sondern wegen der zahlreichen Unzulänglichkeiten auf beiden Seiten.

Der Blick in die Spielstatistik offenbart Erschreckendes. Fehlpässe HSV: 118. Fehlpässe Werder: 128 – beides nicht bundesliga-tauglich. Beim Tennis hätten diese so genannten „unforced errors“, also die unerzwungenen Fehler, für mehrere Matches gereicht.

„Es waren unglaublich viele“, monierte Werder-Kapitän Clemens Fritz. „Die Anspannung war auf beiden Seiten zu spüren, dazu der sehr seifige Boden. Es waren viele unsaubere Aktionen drin“, ergänzte Werder-Coach Alexander Nouri, der sich natürlich besonders über die Schwächen seines eigenen Teams ärgerte: „Wir haben den HSV stark gemacht und zu den Toren eingeladen.“

Die erste Einladung gab es schon nach drei Minuten, als nach einem Einwurf kein Bremer Lewis Holtby an der Flanke hinderte – und in der Mitte niemand auch nur in der Nähe von Kopfball-Torschütze Michael Gregoritsch war. „Es ist immer die gleiche Leier“, seufzte Mittelfeldmann Philipp Bargfrede. Sportchef Frank Baumann war richtig sauer über die – mal wieder – schlechte Arbeit gegen den Ball und sagte mit hörbarer Verzweiflung in der Stimme: „Genau darüber reden wir doch immer.“

Offenbar dringt es zu den Spielern aber nicht richtig durch, denn auch beim zweiten Gegentreffer (dem schon 31. der Saison) durch Gregoritsch (28.) leisteten die Bremer gütige Mithilfe. Erst verlor Serge Gnabry vorne leichtfertig den Ball („Mein Fehler“), dann konnten Zlatko Junuzovic und Niklas Moisander den schnellen Hamburger Vorlagengeber Nicolai Müller nicht bremsen und grätschten ins Leere. Stümperhaft, wie die Bremer verteidigten – nicht nur in dieser Szene.

Werder und der HSV waren am Ende sichtlich platt

Positiv war, dass Werder jeweils antwortete. Erst Fin Bartels (14.), dann Serge Gnabry (45.) – da war die insgesamt vogelwilde HSV-Defensive nicht im Bilde. Baumann konnten die Tore und das Remis jedoch nicht fröhlich stimmen: „Wir sind zwar zwei Mal zurückgekommen. Aber wir haben es nicht geschafft, unsere Linie durchzuziehen.“

Nach der spektakulären und sehr intensiven ersten Halbzeit scheuten beide Mannschaften im zweiten Durchgang das Risiko und ließen mit zunehmender Spieldauer immer mehr nach. Am Ende waren sowohl der HSV als auch Werder sichtlich platt und taumelten dem Unentschieden entgegen, das beiden Clubs im knallharten Abstiegskampf nicht wirklich weiterhilft.

Werder beendete durch das 2:2 immerhin die Negativserie (vier Pleiten in Folge), ein Aufwärtstrend war beim dürftigen Auftritt gegen das Schlusslicht aber nicht zu erkennen. Das macht vor dem so wichtign Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen den Vorletzten, aber aufstrebenden FC Ingolstadt nicht sonderlich viel Hoffnung. Werder muss aber gewinnen, um nicht vom FCI (sechs Punkte) überholt zu werden und auf einen direkten Abstiegsplatz abzurutschen – das weiß auch Vizekapitän Zlatko Junuzovic: „Alle erwarten drei Punkte, das ist klar. Wir wollen an das Positive denken, diese Chance auch nutzen und unseren Abstand ausbauen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Angriff auf Tel Aviv - Hamas-Leute im Fadenkreuz Israels

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Meistgelesene Artikel

Der neue Werder-Trainer wird ein Externer - Terzic und Leitl im Gespräch

Der neue Werder-Trainer wird ein Externer - Terzic und Leitl im Gespräch

Der neue Werder-Trainer wird ein Externer - Terzic und Leitl im Gespräch
Die Legende ist zurück: Schaaf soll Werder wieder begeistern

Die Legende ist zurück: Schaaf soll Werder wieder begeistern

Die Legende ist zurück: Schaaf soll Werder wieder begeistern
„Hilflos und planlos“: Warum Kohfeldt bei Werder doch noch gehen musste

„Hilflos und planlos“: Warum Kohfeldt bei Werder doch noch gehen musste

„Hilflos und planlos“: Warum Kohfeldt bei Werder doch noch gehen musste
Werder trennt sich von Trainer Florian Kohfeldt, Thomas Schaaf übernimmt

Werder trennt sich von Trainer Florian Kohfeldt, Thomas Schaaf übernimmt

Werder trennt sich von Trainer Florian Kohfeldt, Thomas Schaaf übernimmt

Kommentare