Werder feiert Pizarro und Platz drei, HSV weint

Am Etappenziel aller Träume

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Am Ende sicherte sich Werder Bremen (61 Punkte) mit dem 1:1 gegen den Hamburger SV den dritten Tabellenplatz und sorgte dafür, dass der HSV (52) das internationale Geschäft verpasste.

BREMEN - von Carsten Sander. Es ist geschafft! Mit einem Rekordtor von Claudio Pizarro und einem 1:1 (0:0) im Nordderby gegen den Hamburger SV hat Werder Bremen gestern Platz drei in der Fußball-Bundesliga verteidigt. Das Remis am letzten Spieltag reichte, weil Verfolger Bayer Leverkusen bei Borussia Mönchengladbach ebenfalls nur zu einem 1:1 kam.

Die Werkself hätte bei einem Bremer Unentschieden schon mit fünf Toren Unterschied gewinnen müssen, um Werder noch abzufangen. Weil daraus nichts wurde, fiebern die Bremer nun der Champions-League-Chance im August entgegen. Dann geht’s in einer Qualifikationsrunde (17./18. und 24./25.) um den Einzug in die lukrative Gruppenphase, die Einnahmen von 15 bis 20 Millionen Euro verspricht. „Heute sind Allofs: „Sensationell“ wir glücklich, aber wir müssen die Sache in der neuen Saison erst noch zu Ende bringen“, meinte Werder-Boss Klaus Allofs und zog eine zufriedene Saisonbilanz: „Auch wenn wir zwischenzeitlich mal Zweiter waren und uns zu diesem Zeitpunkt mehr erhofft hatten, ist Platz drei eine sensationelle, eine außergewöhnliche Leistung und ein sehr gutes Ergebnis.“

Werder Bremen sichert sich die Champions-League

Werder Bremen - HSV

Das gestern aber durchaus gefährdet war. Denn zwei Tore – eins für Leverkusen, eins für den HSV – hätten in den Schlussminuten der Saison noch alles auf den Kopf stellen können. „Der Druck“, meinte Verteidiger Per Mertesacker, „war jederzeit zu spüren.“ Das Knistern im mit 41 150 Zuschauern ausverkauften Weserstadion auch. Bis der Endstand aus Mönchengladbach angezeigt wurde und Sekunden später Schiedsrichter Michael Weiner auch das 92. Nordderby abpfiff. Werder jubelte glücklich, die HSV-Profis verließen Bremen einmal mehr schwer frustriert. Im Fernduell mit dem VfB Stuttgart hatten sie Platz sechs und damit die erneute Qualifikation für die Europa League verpasst. „Es ist bitter, am Ende einer Saison mit leeren Händen dazustehen“, seufzte Torhüter Frank Rost, „international spielt sich einfach alles ab.“

So feiern die Fans

Die Werder-Fans feiern

Auch Interimstrainer Ricardo Moniz gab zu: „Es schmerzt extrem, das Ziel nicht erreicht zu haben.“ Ob der Niederländer den HSV auch in der kommenden Saison betreuen wird, soll sich in den nächsten Tagen, möglicherweise schon heute entscheiden. „Dann sind wir mit der ganzen Mannschaft und dem Vorstand zusammen“, so Moniz. Vorstandschef Bernd Hoffmann kündigte an: „Wir werden in Ruhe alle Kandidaten durchgehen. Mit der Arbeit von Ricardo Moniz sind wir sehr zufrieden.“

Bei Werder stellt sich keine Trainerfrage, bei Werder gibt’s keinen Katzenjammer über verpasste Ziele. Bei Werder herrscht Jubel, Trubel, Heiterkeit. Über Platz drei und über Claudio Pizarro. In der 58. Minute erzielte er nach wochenlangem Anlauf endlich sein 133. Bundesliga-Tor und schloss damit zu Giovane Elber auf. Der Brasilianer und der Peruaner teilen sich nun den Titel „Erfolgreichster ausländischer Bundesliga-Profi“. Sein Rekordtor hätte übrigens schöner nicht sein können. Nach einer intensiven und ausgeglichen ersten Halbzeit mit guten Chancen für HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy (8./17.) auf der einen und Pizarro (44./Kopfball an den Pfosten) auf der anderen Seite, stellte der Werder-Torjäger die Weichen auf Champions-League-Einzug. Eine Hereingabe von Clemens Fritz zauberte der 31-Jährige mit der Hacke an Rost vorbei ins Netz. Ein Sahne-Treffer, „den ich gar nicht anders machen konnte. Der Ball kam einfach so“, grinste Pizarro nach dem Schlusspfiff und streifte sich ein T-Shirt über, das Freunde aus der Heimat für ihn bedruckt hatten. Darauf stand auf Spanisch geschrieben: „Die Nummer eins ist jetzt ein Peruaner.“

Und die Nummer drei der Bundesliga kommt aus Bremen. Daran konnte auch der Ausgleich durch van Nistelrooy (82.) nichts mehr ändern. Mit einem satten Schuss aus zwölf Metern überwand er Tim Wiese, der sich zuvor bei drei Glanzparaden die Note „1“ verdiente. Dass er mit dieser Leistung im Rennen um den Platz im WM-Tor Pluspunkte gesammelt hat, war für ihn jedoch eher ein positiver Nebeneffekt: „Meine Leistung bringe ich doch immer. Der Bundestrainer muss entscheiden.“ Gestern war Joachim Löw nicht vor Ort, am kommenden Samstag hat er die nächste Chance, Wiese live zu begutachten. Dann fordert Werder den FC Bayern zum ultimativen Saison-Showdown, auch Pokalfinale genannt. „Daran“, meinte Wiese, „denke ich aber erst ab Dienstag.“ Bis dahin will Werder seinen dritten Platz feiern – hoffentlich nicht zu exzessiv.

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