Nach 1:0-Sieg im Nordderby

Werder und der HSV: Geliebte Feinde gehen getrennte Wege

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Freude raus, Zunge raus: Philipp Bargfrede (l.) und Max Kruse feiern nach dem Abpfiff des 108. Bundesliga-Nordderbys, das möglicherweise für einige Zeit das letzte seiner Art war.

Bremen - Als der Ball hinter der Linie lag, war es, als hätte jemand ganz fürchterlich am Lautstärkeregler gerissen. Von knisternd leise auf krachend laut.

Es war der Lärm der Erleichterung, der in der 86. Minute des Nordderbys zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV durch das Weserstadion tobte. Werder hatte kurz vor dem Ende eines Spiels, das selbst niedrigste Erwartungen nicht erfüllt hatte, doch noch getroffen und so für eine Art Vorentscheidung im Abstiegskampf gesorgt. Denn dass der Vorletzte aus Hamburg die nun mit neun Punkten Vorsprung ausgestatteten Bremer nochmal einholen kann, ist wenig wahrscheinlich.

Es zeichnet sich vielmehr deutlich ab, dass zwei geliebte Feinde bald getrennte Wege gehen. Das erklärt, weshalb der Jubel an der Weser in jener 86. Minute vielleicht noch etwas größer, enthusiastischer und krachender ausfiel als in „normalen“ Derbys. Auch Kapitän Zlatko Junuzovic war „innerlich explodiert“, als der eingewechselte Ishak Belfodil durch vollen körperlichen Einsatz das Eigentor des Hamburger Verteidigers Rick van Drongelen erzwungen hatte. „Spielerisch war die Partie sicher kein Leckerbissen“, meinte der diesmal ziemlich abgemeldete Max Kruse, „am Ende waren wir einfach nur froh, dass der Ball irgendwie über die Linie gegangen ist.“

Fotostrecke: Die schönsten Jubel-Bilder vom Derbysieg

Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © nordphoto
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © nordphoto
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
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Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © nordphoto
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
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Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
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Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
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Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
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Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © gumzmedia
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © gumzmedia
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
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Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © dpa
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © imago
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © gumzmedia
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © gumzmedia
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © gumzmedia
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © imago
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © gumzmedia
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV.
Derbysieger! Werder Bremen bejubelt das späte 1:0 und den Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV. © dpa

Natürlich hätte Werder auch mit einem Unentschieden leben können – nicht gut, aber sicher besser als der HSV, der nun dem ersten Abstieg seiner Vereinsgeschichte entgegentaumelt. Ein Punkt für beide hätte die Situation im Tabellenkeller kaum verändert, mit den drei Punkten hat Werder den Erzrivalen auf die Bretter geschickt und sich selbst eine gute Ausgangsposition für die letzten zehn Saisonspiele verschafft.

Kurz ließ sich Mittelfeldmann Maximilian Eggestein sogar dazu verleiten, einen Haken hinter das Thema „Direkter Abstieg“ zu machen. „Es sieht im Moment so aus, als wäre es vom Tisch“, sagte er. Doch schon im nächsten Moment zwang ihn die Vorsicht zur Berichtigung: „Ich bin froh, dass wir unseren Vorsprung vergrößert haben. Wir alle wissen, wie es sein kann, wenn wir zwei, drei Spiele in Folge nicht gewinnen und der HSV mal eine Serie hinlegt.“ Oder der seit Sonntag mit den Hamburgern punktgleiche 1. FC Köln doch noch durchstartet. Dann wäre alles wieder anders.

Eggestein: „Das Derby würde ich vermissen“

„Wir müssen uns vor Augen führen, dass wir noch nicht am Ziel sind“, mahnte auch Abwehrchef Niklas Moisander und blickte lieber auf die zwei Punkte Vorsprung auf den Drittletzten Mainz 05 statt auf das Neun-Punkte-Polster auf den HSV. „Wir wollen der Relegation fernbleiben. Dafür müssen wir noch mehr Punkte sammeln“, erklärte der Finne. Nächste Chance: Freitag bei Borussia Mönchengladbach. Und einen Tag später empfängt der HSV den FSV Mainz 05 – danach könnte die Bremer Situation noch hoffnungsfroher sein.

So viel zur nüchternen Betrachtung von Tabelle und Spielplan, jetzt zurück zum Derby, zurück zu den Emotionen. Die schwappten nach dem 39. Bremer Sieg im 108. Nordduell über. Alle drehten ein bisschen durch – was natürlich auch an der speziellen Dramatik des Derbys lag. 86 Minuten Krampf, dann der Knall. „Wir hätten es gerne nicht so spannend gemacht. Aber jetzt kann man sagen, dass es umso schöner war“, grinste Maximilian Eggestein. Es war das Lachen des Siegers nach einem Spiel, das vielleicht das vorerst letzte Erstliga-Duell zwischen Werder und dem HSV war. „Noch ist der HSV nicht abgestiegen“, wiederholte Eggestein zwar – aber ja: „Das Derby würde ich vermissen.“

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Quelle: DeichStube

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