Erster Punkt nach drei Niederlagen in Serie

Ignjovski stoppt Werders Talfahrt

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Knappe Sache: Erst hinter der Linie kam Gladbachs Torhüter an den Schuss von Aleksandar Ignjovski

Bremen - Werder Bremen hat die Talfahrt in der Fußball-Bundesliga zumindest gebremst. Die runderneuerte Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf erreichte bei Borussia Mönchengladbach dank eines Tores von Aleksandar Ignjovski (77.) ein 1:1 (0:0) und baute den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf acht Punkte aus.

Das erste Bundesliga-Tor von Aleksandar Ignjovski hat Werder Bremen heute ein Remis gerettet. Bei Borussia Mönchengladbach kam die von Trainer Thomas Schaaf völlig umgekrempelte Mannschaft zu einem 1:1 (0:0). Joker Peniel Mlapa hatte die Gastgeber nach 72 Minuten in Führung gebracht, der Serbe Ignjovski erzielte nur fünf Minuten später den Ausgleich. Positiv aus Bremer Sicht: Die Serie von drei Niederlagen am Stück ist gestoppt und der Abstand auf den Relegationsplatz auf acht Punkte angewachsen. „Das Ergebnis ist o.k., und unsere Leistung war es auch“, fasste Schaaf das Abendspiel zusammen.

War es Verzweiflung oder Überzeugung, die Schaaf zum radikalen Umbau des Teams bewogen hatte? Aaron Hunt, Marko Arnautovic, Eljero Elia, Mehmet Ekici– sie alle blieben gestern draußen. Ein Quartett, das laut transfermarkt.de auf einen Marktwert von 24 Millionen Euro kommt. Schaaf verzichtete freiwillig auf die Vier. Stattdessen setzte der in der Kritik stehende Coach voll auf Defensive. Vor der Viererkette, in der wegen der Sperren für Sokratis (5. Gelbe) und Sebastian Prödl (Rot) die Verlegenheitskombination Assani Lukimya/Mateo Pavlovic das Zentrum besetzte, agierten Clemens Fritz und Tom Trybull (erster Bundesliga-Einsatz seit dem letzten Spieltag der Vorsaison) als Doppel-Sechs. Je nach Gefahrenlage noch unterstützt von Aleksandar Ignjovski (links) und Zlatko Junuzovic (rechts), so dass sich mal eine Dreier- mitunter sogar eine Viererkette vor der Viererkette formierte. So viel Defensive unter Schaaf, der sich zuvor der Einführung eines weiteren defensiven Mittelfeldspielers standhaft verweigert hatte, gibt es ungefähr so häufig wie Regen in der Sahara. Es zeigte aber: Schaaf hat nach drei Niederlagen und lauter Kritik komplett umgedacht.

Werder holt Punkt in Gladbach

Mit der Safety-first-Taktik versuchte Werder, die Flut an Gegentoren und damit die Pleitenserie zu stoppen. Doch dieser Plan wäre nach 15 Minuten beinahe schon hinfällig gewesen. Ein einfacher Doppelpass hebelte das Bremer Bollwerk aus, und weil Sebastian Mielitz am Ball vorbeisäbelte, schob Gladbachs Patrick Herrmann zum 1:0 ein – dachten jedenfalls alle. Inklusive Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding). Er gab den Treffer, doch sein Assistent intervenierte: Abseits von Herrmann, kein Tor, Werder im Glück.

Abgesehen von dieser Szene funktionierte das Bremer System zunächst. Die Borussia wurde nur bei Flankenläufen des agilen Herrmann gefährlich. Werder verlegte sich auf Konter. Und kam durch Nils Petersen zweimal gefährlich zum Abschluss. Der erste Versuch ging knapp vorbei (26.), den zweiten lenkte Borussia-Keeper Marc-André ter Stegen zur Ecke (32.). Was zur nächsten guten Möglichkeit führte, doch nacheinander rauschten Pavlovic, Lukimya und Petersen an dem Eckball vorbei.

Das waren die offensiven Nadelstiche der ersten Halbzeit – der Rest war Abwehrarbeit gegen spielbestimmende Gladbacher. Die hatten in der Nachspielzeit noch eine Top-Chance durch Herrmann, dessen Schuss jedoch weit über das Bremer Tor zischte. 0:0 zur Pause – für Werder war das schon ein Zwischenerfolg.

Nach der Pause kam Hunt für den angeschlagenen Fritz, an der Bremer Ausrichtung änderte sich jedoch nichts. Auch am Gesamtniveau der Partie nicht. Sie bewegte sich konstant auf einem niedrigen Niveau. Was den Gästen, denen die zuletzt vermisste Leidenschaft für die Sache nicht abzusprechen war, offensichtlich recht war. Hauptsache hinten steht die Null.

Allerdings wurde es immer schwerer, diesen Ist-Zustand zu halten. Gladbach erhöhte vor 54 010 Zuschauern im Borussia-Park den Druck und kam durch Arango zu einer weiteren Möglichkeit. Den Kopfball des Venezolaners parierte Mielitz (58.). Zehn Minuten später hätte das Spiel in die eine oder andere Richtung kippen können. Erst fuhr Lukas Schmitz dem einschussbereiten Herrmann erfolgreich in die Parade, dann scheiterte De Bruyne auf der Gegenseite freistehend an ter Stegen. Beides innerhalb weniger Sekunden.

Werders Defensivtaktik nötigte Gladbach-Coach Lucien Favre kurz darauf zum kompletten Tausch der Offensive. Herrmann, Luuk de Jong und Amin Younes gingen, Lukas Rupp, Mike Hanke und Peniel Mlapa kamen. Favre bewies damit ein goldenes Händchen. Nur 117 Sekunden stand Mlapa auf dem Platz, als er nach einem Eckball zum 1:0 einköpfte – sträflich allein gelassen von allen Bremern, die sich in Person von Pavlovic und Trybull auch noch gegenseitig behinderten.

Die Mauertaktik war somit dahin, und Schaaf reagierte, brachte nun Arnautovic für Trybull. Schalter umlegen. Es funktionierte. Nach flacher Hereingabe von De Bruyne lauerte Ignjovski am langen Pfosten – 1:1. Ter Stegen hatte den Ball erst deutlich hinter der Linie zu fassen bekommen. Ging jetzt vielleicht noch mehr? Die zur Offensive erwachten Bremer probierten es, hätten aber beinahe noch das 1:2 kassierte. In der Nachspielzeit lief Mlapa allein aufs Tor zu, erst störte Mielitz, dann rettete Pavlovic – Schwein gehabt!

Statistik Gladbach - Bremen 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Mlapa (72. Minute), 1:1 Ignjovski (77. Minute)
Zuschauer: 54010
Gelbe Karten: Dominguez (6.) / -
Ballbesitz in %: 56,5 - 43,5
Torschüsse: 10 - 16
gew. Zweikämpfe in %: 52,6 - 47,4
Fouls: 8 - 11
Ecken: 9 - 11

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