Österreicher ist heute gegen Darmstadt dabei / Startelfgarantie für Lukimya

Hoffnungsträger Junuzovic

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Der Plan mit Zlatko Junuzovic hat einen Haken: Ist er schon wieder fit genug, dem Bremer Spiel Kreativität zu geben?

Bremen - Die Hoffnung ist diese: Zlatko Junuzovic steht gegen Darmstadt 98 wieder in der Startelf, bringt Pfiff und Phantasie zurück ins Bremer Spiel und führt den SV Werder heute (20.00 Uhr) zum Sieg über den Aufsteiger und damit zur Wiedergutmachung nach der 0:1-Pleite gegen den FC Ingolstadt. Ein prima Plan aus Bremer Sicht. Aber er hat einen Haken: Niemand weiß so genau, ob Junuzovic nach seinem Infekt samt Antibiotika-Kur schon wieder körperlich in der Lage ist, Großtaten zu vollbringen.

Zweifel sind erlaubt. Nach der wenig anspruchsvollen Trainingseinheit am Sonntag absolvierte Junuzovic gestern zwar auch die Abschlusseinheit vor dem Trip nach Darmstadt. Doch schon beim Aufwärmen wirkte er eher verkniffen als vergnügt. So, als ob ihm nicht leicht fallen würde, was er machen musste. Es wäre auch kein Wunder, würde ihm nach einer Woche im Krankenstand noch die Frische fehlen. Aber die, so argumentierte Werder-Coach Viktor Skripnik, könne bis zum Anpfiff noch zurückkommen. Schließlich lagen bei Beginn des Abschlusstrainings noch der halbe Montag und 20 Stunden des Dienstags vor Junuzovic. „Wir hoffen, dass er in dieser Zeit noch weiter zu Kräften kommt“, sagte Skripnik, der zuvor vom Arzt das grundsätzliche Okay für einen Junuzovic-Einsatz bekommen hatte: „Er sagte, alles ist in Ordnung.“ Also steht Junuzovic im 18er-Kader für die Partie in Darmstadt. Und Skripnik glaubt an die Lösung eines Problems, das gegen Ingolstadt mitverantwortlich war für die überraschende Pleite: „Ohne Junuzovic hat uns die Kreativität gefehlt.“

Kreativität wird es aber brauchen, um in Darmstadt nicht die nächste böse Überraschung zu erleben. Denn die Partie wird mit großer Wahrscheinlichkeit der gegen Ingolstadt ähneln. Hier ein Aufsteiger, der vor allem auf das Zerstören aus ist. Dort eine Mannschaft, die sich grundsätzlich schwer tut, auf dem Platz den Takt anzugeben. Dass es ein schöner Fußballabend wird am Böllenfalltor, sollte folglich niemand erwarten. 2500 Werder-Fans machen es trotzdem und pilgern in die marode Arena, um ihr Team vor Ort zu unterstützen – Kontingent ausgeschöpft.

5000 Augen mit grün-weißem Blick werden dann sehen, dass Assani Lukimya nach seinem spielentscheidenden Foul gegen Ingolstadt kein Opfer gängiger Trainer-Reaktionen wird. Skripnik verbannt den schuldbeladenen Innenverteidiger nicht etwa auf die Bank, sondern stellt ihn heute erneut in die Startelf. „Lukimya wird von Anfang an spielen, da gibt es keine Diskussion“, erklärte der Coach und begründete seine Entscheidung mit den „vielen guten Spielen“, die der 29-Jährige in dieser Saison schon gemacht hat: „Wenn ich jetzt wechseln würde, hieße das, dass ich kein Vertrauen in meine Spieler habe.“

Ohnehin versucht Skripnik dem Euphoriekiller von Samstag mit vielen guten Worten die Wucht zu nehmen. „Es gibt Schlimmeres im Leben. Davon geht die Welt nicht unter“, meinte der 45-Jährige mit ungewöhnlicher Lockerheit. Die Absicht, die hinter dieser Haltung steckt, ist klar: Ohne Frust-Gedanken soll Werder heute gegen Darmstadt ins Spiel gehen. Lieber mit freiem Kopf – und mit Zlatko Junuzovic, dem Ideengeber mit den noch wackeligen Beinen.

csa

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