Hoffenheim - Ein außergewöhnlicher Gegner

Im Live-Ticker: Werder Bremen - TSG Hoffenheim

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Jubelt beim 2:0: Marko Arnautovic

Bremen - Von Marcel Kloth. Wenn der Fußballverein eines Ortes mit nur knapp 3300 Einwohnern in der Bundesliga spielt, werden sich die meisten Fußball-Kenner verwundert die Augen reiben. Wenn hinter dem Trainingsplatz dieses Vereins dann auch häufig noch Kühe grasen, ist dies wohl eine einmalige Geschichte. Willkommen in Hoffenheim!

Die Väter dieser Geschichte heißen Dietmar Hopp und Ralf Rangnick. SAP-Gründer Hopp unterstützt den Verein als Mäzen, Rangnick trainierte den Club von 2006 bis 2011 und führte ihn von der Regionalliga in die Bundesliga. Als sie 2008 ins Fußball-Oberhaus aufstiegen, wurden sie auf Anhieb Herbstmeister. In den letzten drei Spielzeiten hatten sie mit dem Abstieg überhaupt nichts zu tun, wurden dreimal elfter.

Doch in dieser Saison ist der Wurm drin. Trotz Verstärkungen wie Tim Wiese, Eren Derdiyok und Matthieu Delpierre finden sich die Hoffenheimer auf dem 16. Platz der Tabelle wieder. Die TSG spielt bislang die schwächste Saison der Bundesliga-Geschichte. Nie zuvor hatten sie nach 14 Spielen nur drei Siege und zwölf Punkte, dafür aber schon acht Niederlagen und 32 Gegentore. Damit sind sie deutlich die Schießbude der Liga. Aber Hoffenheim hat die Qualität für mehr, dessen sind sich Thomas Schaaf und sein Team bewusst.

Abschlusstraining Werder am Samstag

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Daher wird Werder den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Bremer brauchen dringend ihren zweiten Auswärtssieg, um in der Liga den Anschluss an die internationalen Plätze zu halten. Im dicht gedrängten Mittelfeld sind sie aktuell Zwölfter, nur zwei Punkte von den Europacup-Plätzen entfernt. Die Statistik kann Werder Mut machen. In bisher nur acht Duellen, gingen sie fünf Mal als Sieger vom Platz und verloren nur eine Partie. Diese 4:1 - Niederlage gab es im August 2010. Als Trainer hat 1899-Coach Markus Babbel keines seiner vier Duelle gegen Werder gewonnen, sein allererstes, damals als Trainer von Stuttgart, ging 0:4 verloren.

Besonders in den ersten 15 Minuten muss sich Werder in Acht nehmen. Keine Mannschaft erzielte in der Anfangsviertelstunde weniger Treffer (1) und kassierte mehr Gegentore (6). Doch sollte ein Sieg gelingen, haben die Bremer allen Grund zum Feiern. Es wäre der insgesamt 900. Auswärtspunkt in ihrer Bundesliga-Historie.

In der Vergangenheit standen die Duelle gegen Hoffenheim stets für ein Spektakel. Besonders hervorzuheben ist dabei die alleserste Partie im September 2008. Im Bremer Weserstadion feierte man ein 5:4 - Schützenfest mit dem bekanntlich besseren Ausgang für Werder.

Leider fällt Hoffenheims Torhüter Tim Wiese am Sonntag verletzt aus. So wird es die erste Partie zwischen Hoffenheim und Bremen, an der Tim Wiese nicht mitwirken kann. Der Ex-Bremer absolvierte von 2005 bis 2012 194 Bundesliga-Spiele für Werder und entschied sich dann für einen Wechsel in den Kraichgau, da er "die Champions League erreichen wolle". Von diesen Zielen ist man jedoch aktuell meilenweit entfernt.

Werder darf sich freuen, dass Marko Arnautovic rechtzeitig zum Spiel wieder fit wird. In den letzten beiden Spielen gegen Hoffenheim traf der Bremer Offensivspieler je einmal.

Wenn heute um 15:30 das Spiel angepfiffen wird, ist Knut Kircher Schiedsrichter der Partie. Der Rottenburger pfeift den SVW in dieser Saison bereits zum dritten Mal. Am zweiten Spieltag leitete Kircher den 2:0-Heimerfolg im Nordderby gegen den HSV und am siebten Spieltag war der 43-jährige Referee der bitteren 1:3-Pleite in Augsburg.

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