Präsident argumentiert im Polizeikostenstreit

Hess-Grunewalds Appell an die Stadt

Polizeieinsatz beim Nordderby in Bremen (Archiv).
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Polizeieinsatz beim Nordderby in Bremen (Archiv).

Bremen - Die Stadt Bremen braucht Werder, und Werder braucht die Stadt Bremen, das ist beiden Seiten bewusst. Und dennoch gibt es sie, die Themen, in denen sich Stadt und Verein nicht einig sind.

Das derzeit prominenteste davon ist der Streit um die Übernahme der Polizeikosten bei Hochrisikospielen. Rund zwei Millionen Euro Mehrkosten sind hier seit 2015 aufgelaufen, eine Summe, die Bremen der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Rechnung stellt. Werder findet das falsch, vertritt den Standpunkt, dass der Staat für die Gewährleistung der Sicherheit rund um die Spiele verantwortlich ist – und befürchtet, dass die DFL bei entsprechendem Gerichtsurteil die Kosten umgehend an Werder weiterreichen würde.

Deutliche Worte des Präsidenten

„Wir streiten über Mehrkosten von etwas mehr als zwei Millionen Euro, die dem SV Werder richtig wehtun würden“, sagte Präsident Hubertus Hess-Grunewald während der Mitgliederversammlung am Montagabend. „Dabei kann die Stadt dank Werder auf der Habenseite Vorteile verbuchen, die weit über diese Summe hinausgehen.“ Jeder Ladenbesitzer im Viertel, jeder Kneipier an der Hamburger Straße und jeder Bierstand am Osterdeich würde von den „positiven wirtschaftlichen Effekten“ profitieren, die vom Verein ausgingen. Es waren deutliche Worte des Präsidenten, keine neuen Argumente zwar, aber erstmals legte der Vereinschef Zahlen zum Thema vor. Hess-Grunewald bezog sich dabei auf eine Langzeitstudie des Kölner Unternehmens „Niehlsen Sports“. Demnach würden die 700.000 Menschen, die Werders Heimspiele pro Saison besuchten, 15 Millionen Euro innerhalb der Stadt ausgeben. Die Fernsehpräsenz der Stadt durch Werder betrage 311 Stunden, kumuliert würden 1,5 Milliarden Zuschauer erreicht, was einem Werbewert für die Stadt in Höhe von 50 Millionen Euro entspräche.

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald.

„Wenn man Bundesligastandort sein möchte, liegen die Vorteile klar auf der Hand“, betonte Hess-Grunewald – und weiter: „Dann gehören aber auch diese ein bis zwei Risikospiele dazu.“ Die Gesamtbilanz bleibe für die Stadt auch dann noch „extrem positiv“. Der Präsident appellierte an die politischen Vertreter der Stadt, sich Bremens Sonderstatus durch Werder bewusst zu machen. „Es ist ein Status, den die Stadt höchstens noch in der Raumfahrt verbuchen kann, nämlich zu den Vorzeigestandorten Deutschlands zu zählen.“ Daran dürften die Verantwortlichen nicht erst denken, „wenn die Wettbewerbsfähigkeit des SV Werder so sehr belastet ist, dass wir alle eines Tages vielleicht den Bundesliga-Standort verloren haben.“

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