Hess-Grunewald über seine neuen Aufgaben

„Natürlich ist da ein gewisses Risiko“

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Hubertus Hess-Grunewald

Bremen - Er ist der neue starke Mann beim SV Werder Bremen: Hubertus Hess-Grunewald. Der 54-jährige Jurist tritt die Nachfolge von Klaus-Dieter Fischer als Präsident des Vereins und Geschäftsführer der Kapitallgesellschaft an. Montagabend wurde er einstimmig von den Mitgliedern gewählt, gestern Abend gestattete Hess-Grunewald dieser Zeitung einen Einblick in seine Gefühlswelt.

Herr Hess-Grunewald, herzlichen Glückwunsch! Wie war der erste Tag als Werder-Präsident?

Hubertus Hess-Grunewald: Geprägt von vielen Glückwünschen und guten Zusprüchen. Ich war heute auch schon bei zwei Terminen auf der Geschäftsstelle. Aber ganz ehrlich: Die Aufregung des Wahlabends legt sich erst ganz langsam, so ganz richtig habe ich das noch nicht realisiert.

Wie wird sich Ihr Leben verändern?

Hess-Grunewald: Als Präsident wird noch nicht so viel Neues passieren, weil ich die Abläufe als Vize-Präsident kenne. Wenn ich dann am 1. Januar auch die Geschäftsführung von Klaus-Dieter Fischer übernehme, wird es sicher intensiver.

Dafür geben Sie Ihre Anwaltskanzlei auf. Ist es kein Risiko, diese Sicherheit gegen eine auf zunächst vier Jahre befristete Anstellung einzutauschen?

Hess-Grunewald: Natürlich ist da ein gewisses Risiko. Aber ich habe mich mit 54 Jahren ganz bewusst entschieden, einen Beruf, den ich 22 Jahre sehr gerne ausgeübt habe, zu beenden. Jetzt kann ich mich zu 100 Prozent auf Werder konzentrieren.

Was wollen Sie bewegen?

Hess-Grunewald: In Bezug auf den Verein muss sich nichts Grundlegendes ändern. Der Verein ist kerngesund und nimmt seine Aufgaben als Sportverein optimal wahr. Bei unserer etwas stagnierenden Mitgliederzahl um die 40000 würden wir gerne wieder einen Zuwachs hinbekommen.

Sie kommen als Geschäftsführer in ein Unternehmen, das seit drei Jahren tiefrote Zahlen schreibt. Wie schafft Werders Kapitalgesellschaft die Trendwende und welche Aufgabe haben Sie dabei?

Hess-Grunewald: Bis Ende des Jahres bin ich noch im Aufsichtsrat, deshalb kann ich mich zu dieser Frage noch nicht äußern.

Ist es ein Vorteil, dass Sie als Aufsichtsrat das Geschäft schon kennen?

Hess-Grunewald: Es ist sicherlich ein Vorteil. Aber der Rollenwechsel vom vom Kontrollierenden zum Kontrollierten wird auch nicht ganz einfach sein. Davor habe ich großen Respekt.

Und wie groß ist der Respekt vor der Aufgabe, einen Klaus-Dieter Fischer ersetzen zu müssen?

Hess-Grunewald: Ich kann ihn gar nicht ersetzen, weil er in seiner Art einmalig ist. An seiner Lebensleistung darf ich mich nicht messen, sonst würde ich gnadenlos scheitern. Ich werde meinen eigenen Weg gehen und finden.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Hess-Grunewald: Ich bin jemand, der auf einen kooperativen Führungsstil setzt und auf die Entscheidung im Team baut.

Was wünschen Sie sich für Werder?

Hess-Grunewald: Der Teamgedanke, den die Gremien für sich definiert haben, muss Früchte tragen, damit wir wieder sportlichen Erfolg haben. Wir dürfen den Pfad der wirtschaftlichen Vernunft nicht verlassen.

Ihr Spitzname ist „Hupe“, wird es jetzt lauter auf der Geschäftsstelle?

Hess-Grunewald: (lacht) Nein. Der Spitzname eilt mir ja schon seit meiner Kindheit voraus, und ich versichere Ihnen: Deshalb ist es nirgends lauter geworden.

kni

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