Skripnik will mit ihm und Ujah „die Spirale nach oben klettern“

Heißer Auftakt für Johannsson

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Werder-Neuzugang Johannsson

Bremen - Von Carsten Sander. Mit gutem Wetter in Bremen hatte Aron Johannsson nicht gerechnet. Er kam in roten Turnschuhen, langer schwarzer Jogginghose und einer grauen Sweatjacke, die sich bei muckeligen 26 Grad Außentemperatur schon als deutlich zu warm erwies. Erst recht, als der neue Stürmer des SV Werder vor Kameras im Scheinwerferlicht stand. Der Schweiß floss dem blonden Isländer von der Stirn. „Das nächste Mal bitte ohne dieses Licht“, sagte er und lachte.

So mancher Schweißtropfen wird aber auch der Nervosität des Werder-Neuzugangs geschuldet gewesen sein. Der erste Tag in Bremen, der Medizincheck, die Klärung letzter Vertragsdetails, die Unterschrift bis 2019, das erste Beschnuppern mit Trainerteam und Mannschaft, anschließend der Termin mit den Medien – Johannsson wirkte geschafft. Als alles erledigt war, kauerte er am Fuße der Treppe des Kabinenaufgangs, tippte Nachrichten ins Handy.

Inhalte unbekannt – wie auch bei einem wichtigen Passus in seinem neuen Vertrag. Es geht um die Ausstiegsklausel. Hat er oder hat er nicht? Sportdirektor Rouven Schröder (vertrat den auf einer Manager-Tagung weilenden Geschäftsführer Thomas Eichin) verriet es nicht, sagte nur, dass Werder sich abgesichert habe. Vermutlich mit einer Klausel im anständigen zweistelligen Millionenbereich – was bei einer Ablösesumme von 4,5 Millionen Euro mehr als logisch wäre. Zum Vergleich: Franco Di Santo, Johannssons Vorgänger, war zum Nulltarif gekommen, ging ein Jahr vor Vertragsablauf für sechs Millionen Euro.

Gestern dachte Aron Johannsson ganz gewiss nicht an einen Abschied aus Bremen. Erstmal ankommen, darum ging’s. Mit dem Team konnte er noch nicht trainieren – zu lange hatte sich die Klärung „relevanter Vertragsdetails“ (Schröder) hingezogen. Erst heute, 15 Uhr, gibt es deshalb die Johannsson-Premiere auf dem Platz. Und die Aufgabenstellung ist es, den Neuzugang möglicherweise schon bis zum DFB-Pokalspiel bei den Würzburger Kickers am Samstag (15.30 Uhr) zu integrieren – und zwar in ein Team, in dem er keinen einzigen Spieler persönlich kennt. „Das wird hart. Es bleiben nur drei Tage“, sagte Johannsson: „Wir müssen sehen, wie es geht, und alles mit dem Trainerteam besprechen.“

Chefcoach Viktor Skripnik will den Stürmer natürlich auch so schnell wie möglich in der Startelf sehen. Denn er verspricht sich eine Menge von dem 24 Jahre alten US-Nationalspieler. Dass Johannsson und Sturmpartner Anthony Ujah das 22-Tore-Duo Franco Di Santo (13 Saisontore) und Davie Selke (9) ersetzen oder gar übertreffen, ist für ihn keine Utopie. „Warum soll Werder mit Johannsson und Ujah nicht die Spirale nach oben klettern?“, fragte er und lieferte Argumente, die dafür sprechen, gleich mit. „Aron ist ein vielseitiger Stürmer, das ist wichtig für mich. Er kann Fußball spielen, erkennt die Lücke. Er geht eins gegen eins, er kann marschieren, er ackert, ist ehrgeizig. Er ist der Typ Spieler, den ich gerne mag“, erklärte Skripnik.

Aber Aron Johannsson hat auch Nachteile. Er ist noch ein bisschen schmächtig, muss sicherlich im Fitnessstudio noch viel Schweiß lassen. Zudem kennt er die Bundesliga überhaupt nicht. Wie lange die Eingewöhnung dauern wird? „Schwer zu sagen“, meinte Rouven Schröder: „Das Tempo in der Bundesliga ist sicherlich höher als in den Niederlanden. Aber Aron ist schlitzohrig, hat einen guten Abschluss und kann kombinieren. Er hat definitiv das Potenzial, uns zu helfen.“

Das ist Aron Johannsson

Davon ist selbstverständlich auch Johannsson überzeugt. Werder und die Bundesliga seien zwar „ein Riesenschritt“, zu dem ihn aber sowohl US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann als auch dessen „Co“ Andreas Herzog ermutigt hätten: „Ich habe mit Klinsmann über die Möglichkeit gesprochen, in die Bundesliga zu wechseln. Er sagte, das wird mich in meiner Karriere voranbringen.“ Anders herum hat sich auch Werder bei Klinsmann/Herzog über Johannsson informiert und „nur Gutes“ gehört, so Schröder: „Es war ein heißer Draht zu Klinsmann und ein sehr intensiver Kontakt zu Herzog. Es gibt einem ein positives Gefühl, wenn die Informationen von ihnen gut ausfallen.“

Johannsson war den Werder-Scouts allerdings schon ins Auge gestochen, bevor er vor zwei Jahren US-Nationalspieler wurde. Als dann Di Santo ging, stand der Name auf der Bremer Shortlist „ganz weit oben“, so Schröder. Und nur elf Tage nach dem Di-Santo-Abgang steht der Neue in der Tür. Schwitzend zwar und abgekämpft, aber zufrieden – auch mit der Trikotnummer 9: „Das ist perfekt, die habe ich im Nationalteam auch.“

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