Werder-Profi nach dem Düsseldorf-Sieg

Harnik: „Ich hoffe, dass ich die Kurve bekommen habe“

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Martin Harnik am Montagmorgen auf dem Weg zum Weserstadion.

Bremen - Die Rolle als „Held des Tages“ hatte Martin Harnik eigentlich schon sicher. Eingewechselt, Tor gemacht und kurz vor Schluss fast noch das zweite - keine Frage: Bei Werders 3:1-Erfolg über Fortuna Düsseldorf war der Stürmer eine zentrale Figur. Im Mittelpunkt stand er nach dem Schlusspfiff aber nicht.

Vielmehr war es Josh Sargent, der in der 78. Minute die Geschichte des Abends schrieb, indem er in seinem ersten Bundesliga-Spiel mit seiner ersten Ballberührung sein erstes Tor erzielte. Es war ein Treffer, den Werders 18-jähriger Shootingstar dem 31-jährigen Harnik regelrecht geklaut hatte. Dessen abgefälschter Schuss wäre nämlich auch ohne Sargents Kopfball über die Linie gehüpft. „Geärgert habe ich mich darüber nicht“, schmunzelte Harnik am Montag, „ich hätte es ja genauso gemacht.“ Kein Doppelpack also, Neben- statt Hauptrolle - dieses Spiel gegen Düsseldorf, es taugt rückblickend ziemlich gut als Sinnbild für Harniks bisherige Saison.

Werder hat Harnik mit großen Erwartungen aus Hannover zurückgeholt

Neun Einsätze, zwei Tore, eine Vorlage - so liest sich das aktuelle Arbeitszeugnis des Angreifers, den Werder im Sommer mit großen Erwartungen aus Hannover zurückgeholt hat. Harnik hatte seitdem seine Momente, das schon. Nur gab es bisher noch nicht viele von ihnen. „Ich möchte wichtig für die Mannschaft, möglichst Stammspieler sein“, betonte er und ließ dann selbstkritisch folgen: „Dafür muss man aber auch Leistungen zeigen. Ich hoffe, dass ich durch das Tor jetzt wieder die Kurve bekommen habe.“

Martin Harnik stand im Spiel gegen Düsseldorf goldrichtig und staubte zum 2:1 ab. Am 3:1 ebenfalls entscheidend beteiligt.

Seit er wieder bei Werder ist, hat Harnik noch kein Spiel über 90 Minuten absolviert. Mal warfen ihn Verletzungen zurück, mal entschied sich Trainer Florian Kohfeldt für andere Alternativen. Wie zuletzt gegen Düsseldorf, als Altmeister Claudio Pizarro den Vorzug bekam. „Das muss ich akzeptieren. Ich bin nicht der Einzige, der unzufrieden ist, wenn er draußen sitzt“, sagte Harnik. „Meine Situation ist aber nicht so, dass ich grundsätzlich unzufrieden bin oder meine Rückkehr als Fehler sehe.“

Harnik hofft auf mehr Spielzeit

Das wäre wohl auch übertrieben, denn selbst wenn aus dem Doppelpack am Freitagabend nichts wurde, so hat Harnik als Joker doch deutlich auf sich aufmerksam gemacht. In den letzten drei Spielen der Hinrunde in Dortmund („Da reisen wir zum Maß aller Dinge“), gegen Hoffenheim („Ich sehe uns nicht als Außenseiter“) und in Leipzig („Wir wollen mindestens einen Punkt holen“) hofft Harnik darauf, wieder mehr Spielzeit zu bekommen.

Martin Harnik: Seine Karriere in Bildern

Martin Harnik wechselte im Januar 2006 von seinem Jugendverein SC Vier- und Marschlande in die U23 des SV Werder Bremen.
Martin Harnik wechselte im Januar 2006 von seinem Jugendverein SC Vier- und Marschlande in die U23 des SV Werder Bremen. © imago
Harnik ist gut mit Max Kruse befreundet. Die beiden Angreifer kamen gemeinsam an die Weser und kickten von 2006 bis 2009 zusammen für Werder.
Harnik ist gut mit Max Kruse befreundet. Die beiden Angreifer kamen gemeinsam an die Weser und kickten von 2006 bis 2009 zusammen für Werder. © imago
Der Österreicher Harnik debütierte im August 2007 in der Bundesliga und erzielte das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Es war ein Einstand nach Maß!
Der Österreicher Harnik debütierte im August 2007 in der Bundesliga und erzielte das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Es war ein Einstand nach Maß! © imago
2009 feierte Harnik seinen ersten und bisher einzigen Titel. Er gewann mit Werder den DFB-Pokal. Der Durchbruch bei den Profis gelang ihm aber nicht.
2009 feierte Harnik seinen ersten und bisher einzigen Titel. Er gewann mit Werder den DFB-Pokal. Der Durchbruch bei den Profis gelang ihm aber nicht. © imago
Werder lieh Harnik für ein Jahr zu Fortuna Düsseldorf aus. Dort lief‘s gut: In 30 Zweitliga-Spielen traf er 13 Mal.
Werder lieh Harnik für ein Jahr zu Fortuna Düsseldorf aus. Dort lief‘s gut: In 30 Zweitliga-Spielen traf er 13 Mal. © imago
In der Zweiten Liga traf er auch seinen Kumpel Max Kruse wieder, der Werder Richtung FC St. Pauli verlassen hatte.
In der Zweiten Liga traf er auch seinen Kumpel Max Kruse wieder, der Werder Richtung FC St. Pauli verlassen hatte. © Witters
Zur Saison 2010/11 verkaufte Werder Harnik an Bundesliga-Konkurrent VfB Stuttgart. In sechs Jahren dort (173 Bundesliga-Spiele, 53 Tore) wurde der Stürmer ein gestandener Bundesliga-Profi.
Zur Saison 2010/11 verkaufte Werder Harnik an Bundesliga-Konkurrent VfB Stuttgart. In sechs Jahren dort (173 Bundesliga-Spiele, 53 Tore) wurde der Stürmer ein gestandener Bundesliga-Profi. © imago
Harniks Zeit in Stuttgart endete 2016 mit dem Abstieg des VfB in die Zweite Liga.
Harniks Zeit in Stuttgart endete 2016 mit dem Abstieg des VfB in die Zweite Liga. © imago
Harnik wechselte zum anderen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Mit dem Club schaffte er den direkten Wiederaufstieg.
Harnik wechselte zum anderen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Mit dem Club schaffte er den direkten Wiederaufstieg. © imago
Nach einer Bundesliga-Saison in Hannover zieht es Harnik wieder zurück zu Werder. Der robuste und flexible Angreifer gilt als Wunschspieler von Trainer Florian Kohfeldt.
Nach einer Bundesliga-Saison in Hannover zieht es Harnik wieder zurück zu Werder. Der robuste und flexible Angreifer gilt als Wunschspieler von Trainer Florian Kohfeldt. © gumzmedia
Zehn Jahre Nationalmannschaft: Harnik spielte zwischen 2007 und 2017 68 Mal für Österreich, schoss 15 Tore und nahm 2008 sowie 2016 an der EM teil.
Zehn Jahre Nationalmannschaft: Harnik spielte zwischen 2007 und 2017 68 Mal für Österreich, schoss 15 Tore und nahm 2008 sowie 2016 an der EM teil. © imago

„Wenn ich gesund bleibe, bin ich mir sicher, dass ich der Mannschaft helfen kann“, sagte er. Helfen vor allem bei einem Defizit: „Wir haben zuletzt zu wenig Torchancen erzwungen.“ Erst gegen Düsseldorf habe es wieder besser funktioniert, das mit der Präsenz im Strafraum, dem energischen Nachsetzen und der Entschlossenheit. Als Beleg dafür führte Harnik den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 an. Erzielt hatte ihn: er selbst.

„Ich habe mich sehr gefreut. Es war ein wichtiges Tor in einem wichtigen Spiel“, sagte der Österreicher. Und lächelte breit. Nach Wochen der Unzufriedenheit hat es ihm sichtlich Selbstvertrauen zurückgegeben: „Wir sollten die nächsten Spiele jetzt mit viel Freude angehen, denn ich bin kein Freund davon, sich zu viel Druck zu machen.“ Fünf Punkte will Harnik mit Werder vor Weihnachten mindestens noch holen. „Die Hinrunde ist bisher schon gut und wäre es dann erst recht“, betonte er.

Schaut dazu

Harnik über Sargents Tor-Klau, seine Rolle und das Werder-Restprogramm

Quelle: DeichStube

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