Spürhunde, eine Hebebühne und ganz viele Journalisten

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Bremen - Rein kam nur, wer auf der Gästeliste stand – oder zur D-4-Mannschaft des SV Werder gehörte. Und die Balljungen hatten es gar nicht so leicht, wenn die Bälle mal auf die Ränge von Platz 11 flogen.

Denn dort saß kaum einer, der die Kugel zurückwerfen konnte. Aber ganz leer war das Stadion auch nicht: 120 Personen hatten sich für das Testspiel Werder gegen Hannover angemeldet, fast die Hälfte davon Medienvertreter. Das ist schon rekordverdächtig für eine Partie in der Vorbereitung.

Doch die Polizei hatte mit ihrem Wunsch, aus Sicherheitsgründen beim kleinen Nordderby, bei dem es zuletzt immer mal wieder geknallt hatte, keine Zuschauer zuzulassen, eben für jede Menge Aufmerksamkeit gesorgt. Also medial. Ansonsten eher nicht. Aus Hannover waren keine Fans angereist. Und von einem Ansturm der Werder-Anhängern konnte auch keine Rede sein. Vielleicht 100 versuchten, irgendwie einen Blick auf die Partie zu erhaschen. Der selbsternannte Werder-Heiko hatte sich clevererweise eine Leiter mitgebracht und beste Sicht über eine Hecke hinweg. „Ich bin doch nicht blöd und lasse mir so ein Spiel nehmen. Ich habe einen richtigen Hals, dass wir nicht rein dürfen“, schimpfte der Mann mit Hut.

Werder verliert Testspiel gegen Hannover

Auch die „Wanderers Bremen“ waren ziemlich sauer. „Man muss sich ja nicht alles gefallen lassen“, meinte zum Beispiel Daniel, der gerade am Boden war und nach oben zu seinen Kollegen von der Ultra-Gruppierung guckte. Die standen auf einer Hebebühne, die sich durch Bäume geschoben hatte und mit Fahne als Umhang auch im Stadion gut zu sehen war. Zu hören gab es – anders als aus den Lautsprechern des Stadions – auch etwas. „Jede Stimme tut uns gut“, freute sich Trainer Robin Dutt über die lautstarke Unterstützung – und Stürmer Nils Petersen wunderte sich: „Wahnsinn, was sich die Fans alles einfallen lassen.“ Und auch kosten lassen: 200 Euro Tagesmiete verschlang das Spezialfahrzeug, das der Bewohner einer benachbarten Parzelle allerdings gerne schnell entfernt gesehen hätte. Doch die Polizei sah dafür keinen Anlass.

Die Ordnungshüter, verstärkt durch Spürhunde, hatten ohnehin wenig zu tun. Es war ja nichts los. Irgendwie galt das auch für den abgesperrten Innenraum. „Dem Spiel fehlte die Würze. Ohne Zuschauer gibt es einfach keine Reaktionen und Emotionen“, klagte Werder-Aufsichtsratschef Willi Lemke. Nils Petersen, der die Kapitänsbinde trug, hatte noch ein ganz anderes Problem: „Ich wollte unseren Wimpel überreichen – und der Gegner hatte gar keinen mit. Es war schon komisch heute, man kam sich vor wie bei einem Trainingsspiel.“ n kni

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