Werder nur 1:1 gegen Hoffenheim

Große Chance(n) verpasst

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DAS WÄR’S gewesen: Werders herausragender Innenverteidiger Papy Djilobodji steigt am höchsten, trifft aber mit seinem Kopfball nur den Innenpfosten. Nicht das 2:1 gegen Hoffenheim, nicht sein zweites Tor – es blieb beim 1:1.

Bremen - Von Björn Knips. Jannik Vestergaard stand in der Interviewzone und holte tief Luft. „So ein Punkt im Abstiegskampf ist immer wichtig und kann am Ende entscheidend sein“, sagte Werders Abwehrriese nach dem 1:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim, fügte aber sogleich an, was alle Bremer an diesem Tag dachten: „Man hat das Gefühl, man hätte zwei Punkte verloren. Und das ist kein gutes Gefühl.“

Vor allem nicht für einen Tabellen-16., der auch gegen den 17. den ersten Heimsieg nach über einem halben Jahr und einen großen Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst hatte. Wie soll so nur der Relegationsplatz verlassen werden? Die Antwort ist relativ einfach: Werder muss einfach seine Chancen nutzen, die es gestern ausreichend gab. Und das macht das enttäuschende Ergebnis wieder etwas erträglicher.

Alle Blicke waren gestern Nachmittag natürlich auf Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann gerichtet – dem jüngsten Bundesliga-Coach aller Zeiten. Und der 28-Jährige sorgte sofort für Stirnrunzeln. Erst beim Gegner, dann bei den Zuschauern. Der Nachfolger von Huub Stevens, der sich wegen Herzproblemen unter der Woche zurückgezogen hatte, bot in der Abwehr eine Dreierkette auf, davor ein Fünfer-Mittelfeld und zwei Stürmer. „Wir waren schon etwas überrascht“, gestand Skripnik. Der Werder-Coach hatte fast genau der erfolgreichen Pokalformation aus Leverkusen vertraut und nur Anthony Ujah für Levin Öztunali gebracht. Ujah ging in die Spitze, Claudio Pizarro rückte ins Mittelfeld. Und dort unterlief dem Peruaner schon nach zehn Minuten ein folgenschwerer Ballverlust, den schließlich Andrej Kramaric mit dem 1:0 für die Gäste bestrafte. Auch Papy Djilobodji, Alejandro Galvez und Theodor Gebre Selassie hatten dabei nicht gut ausgesehen – und Keeper Felix Wiedwald hatte das Pech, dass der von ihm an den Pfosten gelenkte Ball von seinem Hinterkopf ins Tor prallte.

Djilobodji hinten abgezockt, vorne torgefährlich

Andernorts hätte es im Abstiegskampf Pfiffe gegeben oder zumindest eine Schockstarre auf den Rängen. Doch im mit 38454 Zuschauern längst nicht ausverkauften Weserstadion standen die Werder-Fans auf und bauten ihre Mannschaft auf. Mit ganz schnellem Erfolg: Ecke Florian Grillitsch, Rechtsschuss Djilobodji – 1:1 (13.). Hoffenheims Ermin Bicakcic hatte den Ball unhaltbar abgefälscht.Trotzdem dauerte es noch ein bisschen, bis sich die Bremer Verkrampfung auf dem Platz endlich löste. Dann aber zwangen Fin Bartels (29.) und Djilobodji (30.) 1899-Keeper Oliver Baumann gleich zwei Mal zu Glanzparaden.

Doch irgendwie schaffte es Werder nicht, die Spielkontrolle so zu übernehmen, dass dabei auch weitere Chancen heraussprangen. Also reagierte Skripnik in der Pause, brachte Levin Öztunali für Innenverteidiger Alejandro Galvez. Den Job des Spaniers in der Abwehr übernahm Vestergaard, für den Dänen rückte Clemens Fritz auf die Sechs. Das waren ganz offensichtlich zu viele Umstellungen für die Gastgeber. Plötzlich ging gar nichts mehr. Zum Bremer Glück köpfte Kramaric völlig frei aus acht Metern Wiedwald den Ball in die Arme (54.).

Es war ein Weckruf für die Gastgeber, die nun endlich wieder den Vorwärtsgang einlegten. Ohne allerdings bis hinter die Torlinie zu gelangen. Denn Ujah schoss zwei Mal aus bester Position vorbei (60. und 76.), Pizarro scheiterte an Baumann (68.) und Djilobodji traf per Kopf nur den Pfosten (78.) Da waren die Bremer schon in Überzahl, weil Kramaric wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot gesehen hatte (77.).

„Diese Chancen müssen eigentlich zum Sieg reichen“, seufzte Vestergaard, dachte aber gleich schon ans nächste Spiel am Samstag in Ingolstadt: „Da müssen wir den nächsten Schritt machen.“ Damit es ein größerer wird als gestern, gab Skripnik seinen Spielern nach der englischen Woche gleich zwei freie Tage, um wieder aufzutanken. Für den Abstiegskampf wird Werder ganz sicher noch viel Kraft brauchen.

Djilobodji-Treffer reicht nicht für drei Punkte

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