Werder will verlängern, andere Clubs locken ihn – der Österreicher windet sich

Grillitsch und die Gegenliebe

Angst vor dem Ball? Nicht doch! Florian Grillitsch hat sich mit starken Leistungen einen Namen gemacht. - Foto: nordphoto

Neuruppin - Genau ist nicht bekannt, wer alles um seine Dienste geworben hat. Borussia Mönchengladbach angeblich. Auch Borussia Dortmund wurde in Gerüchten genannt. Florian Grillitsch sagt, er wisse selber auch nicht, welche Clubs ihn in den vergangenen Wochen von Werder Bremen abwerben wollten. Oder noch wollen. Aktuell sei das auch nicht das Thema für ihn.

Aber wenn sein Vertrag in einem Jahr ausläuft, wird sein Interesse steigen. Ein Wechsel des 20 Jahre alten Mittelfeldspielers ist dann sehr wahrscheinlich. Jedenfalls legt er im Gespräch kein Bekenntnis zu Werder Bremen ab. Eine Vertragsverlängerung ist eher unwahrscheinlich. „Ich kann nicht zu hundert Prozent sagen, dass ich bleibe“, erklärt der Österreicher: „Ich kann aber auch nicht zu hundert Prozent sagen, dass ich gehe.“ Es sind die Aussagen eines Profis, der sich alle Türen offen halten will. Und genau das will Grillitsch.

In seiner Debütsaison in der Bundesliga hat er sich auf die Notizzettel vieler Bundesliga-Manager gespielt. Und obwohl er vorgibt, dass sich erstens sein Berater um alles kümmere und er zweitens die volle Konzentration auf seine Aufgaben bei Werder („Ich fühle mich hier pudelwohl“) richte, hat er natürlich sehr wohl einen Überblick, zu welchen Vereinen diese Manager gehören. „Attraktive Clubs“ seien unter den Interessenten, meint der Mittelfeldmann.

Und die Gegenliebe? Florian Grillitsch wird nicht konkret. Aber aus dem Wenigen, was er über seine Zukunftsplanung sagt, lässt sich doch interpretieren, dass er nach Vertragsablauf im Sommer 2017 – vorsichtig formuliert – einer Luftveränderung nicht abgeneigt wäre.

Einem Transfer noch in diesem Sommer hatte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann mit dem Hinweis auf angeschobene Gespräche zur Vertragsverlängerung einen Riegel vorgeschoben. Die Grillitsch-Reaktion: Er akzeptiert das. „Der Stand ist so, dass ich meinen Vertrag erfüllen werde.“ Mehr kommt derzeit nicht von ihm.

Wieso auch? Er kann warten, kann seine hervorragende Verhandlunsposition ausnutzen. Grillitsch ist jung, talentiert, hat ein gutes erstes Bundesliga-Jahr gespielt und wäre beinahe sogar noch zur EM gefahren. Letztlich stand er – wie Neu-Werder-Profi Florian Kainz – bei Österreichs Nationaltrainer Marcel Koller nur „auf Abruf“. Das Länderspieldebüt wird nun sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen. Und Grillitschs derzeit auf drei Millionen Euro taxierter Marktwert dürfte dann noch weiter steigen.

Werder hätte davon wohl ichts mehr. Für die Bremer gilt: entweder jetzt verkaufen oder den ablösefreien Abgang Ende der Saison riskieren. Die Entscheidung wäre vermutlich längst klar, wenn die Grün-Weißen nicht schon mit den Transfers von Jannik Vestergaard und Anthony Ujah viele Millionen eingenommen hätten.
csa

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